Eine weitere Kandidatin

FDP/WiV wollen Sabine Schulz ins Visselhöveder Bürgermeisteramt hieven

Ein Hinweisschild zum Bürgermeisterbüro im Visselhöveder Rathaus.
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Noch ist es ein großes Fragezeichen, welcher Name ab November auf dem Hinweisschild zum Bürgermeisterbüro im Visselhöveder Rathaus steht.

Sabine Schulz aus Achim will neue Bürgermeisterin Visselhövedes werden. Sie wird von der FDP und der WiV unterstützt. Die offizielle Vorstellung steht aber noch aus. Aktuell bewerben sich dann mit Schulz und Harald Glüsing zwei Interessenten um das Amt.

  • FDP und WiV einigen sich auf Kandidatin.
  • Sabine Schulz ist im Gespräch, ist aber noch nicht offiziell vorgestellt worden.
  • Votum der Parteien steht noch aus.

Visselhövede – Es kommt noch mal ein bisschen Bewegung in die Thematik Bürgermeisterkandidatur für Visselhövede. Denn Henning Cordes, FDP-Mann im Stadtrat, und die WiV-Stadtratsfraktion mit Eckhard Langanke an der Spitze haben sich am Mittwoch mit der Kandidatin getroffen, um letzte Details abzuklären. Wer die Frau ist, die Interesse hat, sich am 12. September den Visselhövedern zur Wahl zu stellen, um den aktuellen Amtsinhaber Ralf Goebel zum 1. November zu beerben, ließen sich bislang weder Cordes noch Langanke auf Nachfrage entlocken: „Wir werden den von uns favorisierten Kandidaten oder die Kandidatin schon bald bekannt geben“, so ihr Kommentar noch vor einigen Tagen.

Recherchen unserer Zeitung haben ergeben, dass es sich bei der FDP-WiV-Kandidatin um Sabine Schulz handelt, die bis zum Ende ihrer Schulzeit in Visselhövede als Sabine Grigo gelebt hat und dann nach Achim im Kreis Verden gezogen ist. Dort leitet die 57-Jährige seit vielen Jahren erfolgreich das Hallen- und Freibad. Schulz, die keiner Partei angehört, hält sich aktuell allerdings noch ein wenig bedeckt und betont freundlich: „Wir haben vereinbart, noch ein paar abschließende Gespräche zu führen und ich halte mich an diese Absprachen. Darum möchte ich mich zurzeit noch nicht öffentlich weiter äußern.“

Sabine Schulz will Visselhövedes Bürgermeisterin werden.

Henning Cordes, der bereits im vergangenen Jahr die Kontakte zum ehemaligen FDP-Mitglied Schulz geknüpft hatte, will darum vor der „offiziellen Vorstellung“ noch nicht zu viel verraten, findet es aber „gut, wenn sich mindestens zwei Personen dem Bürgerentscheid stellen: So ist es dann auch eine echte Wahl.“

WiV-Fraktionschef Eckhard Langanke äußert sich zwar ebenfalls noch etwas verhalten, ist sich aber sicher, dass „seine Fraktion voll hinter“ dem Wahlvorschlag Sabine Schulz steht. „Aber natürlich muss auch ich das Votum der restlichen WiV-Mitglieder abwarten.“

Somit hätte nach dem ebenfalls parteilosen Harald Glüsing zumindest ein weiterer Kandidat den Hut in den Ring geworfen, um Bürgermeister der Vissel-Stadt zu werden. Zeit für weitere Interessenten bleibt noch genug.

Glüsing gibt Kandidatur im November bekannt

Der Kirchwalseder Diplom-Verwaltungsfachwirt Glüsing, der zurzeit das Jobcenter des Landkreises Diepholz leitet, war im vergangenen November von den Fraktionsspitzen der CDU, der SPD und der Grünen als gemeinsamer Kandidat vorgestellt worden. Vorausgegangen waren acht lange Monate, die mit intensiven Gesprächen und Vorstellungsrunden gespickt waren. Während CDU und SPD sich relativ zügig sicher waren, mit Glüsing den Richtigen gefunden zu haben, hatten sich die Grünen noch um weitere Gespräche gebeten, bevor auch sie schließlich den Daumen gehoben haben.

Allerdings haben sich bisher nur die Parteispitzen für Glüsing ausgesprochen, das entscheidende Votum der ordentlichen Mitglieder fehlt noch.

„Corona hat uns dabei einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt SPD-Ortsvereinschef Lothar Cordts. Denn nach den Statuten der Genossen bedarf es einer persönlichen Abstimmung der Parteimitglieder für einen Bürgermeisterkandidaten. „Außerdem gibt es in diesem Zusammenhang auch rechtliche Vorgaben“. Nur aufgrund der Pandemie hätten die Sozialdemokraten bisher noch keine Mitgliederversammlung einberufen können. „Es gab zwar die eine oder andere persönlich-private Stellungnahme, aber keine Abstimmung“, so Cordts. Der Nindorfer hofft darauf, dass gleich nach dem Ende des Lockdowns eine Versammlung „sicherlich unter bestimmten Voraussetzungen“ auf die Schiene gesetzt werden kann. „Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, wir haben ja noch jede Menge Zeit“, so Cordts, der auch von der weiteren Kandidatin gehört hat, das „aber in Ordnung findet“.

Ähnlich ist die Situation bei der CDU. Für den Ortsverbandsvorsitzenden Michael Meyer ist es „kein Problem“, wenn es doch noch eine echte Wahl mit mehreren Kandidaten geben würde: „Das gehört doch dazu und für die Wähler ist eine Auswahl natürlich besser.“

Mitgliedervotum für Glüsing steht noch aus

Auch bei den Christdemokraten steht eine Mitgliederversammlung, die Harald Glüsing den Rücken stärken soll, noch aus. „Wir hoffen auf Mitte März“, ist Meyer zurückhaltend optimistisch.

Dann würden die Mitglieder zunächst darüber abstimmen, ob sie einen eigenen Kandidaten aufstellen. Wenn das mit einfacher Mehrheit verneint werde, „dann stimmen wir darüber ab, ob wir Glüsing unterstützen wollen“, erläutert der Drögenbosteler das Prozedere.

Bei den Grünen hat es ebenfalls noch kein Mitgliedervotum für Glüsing gegeben. „Wir warten ebenfalls noch auf den Zeitpunkt, wann es wegen Corona wieder möglich ist“, so Fraktionschef Heiner Gerken. Auch er begrüßt, dass es eine weitere Kandidatin geben soll: „Das ist ja ein Stück weit mehr Demokratie.“

Der Wittorfer bedauert, dass diese Option nicht mehr in seiner Partei diskutiert werden kann: „Das Timing passte nicht, weil wir uns nach vielen Gesprächen für Harald Glüsing entschieden haben und den unterstützen werden. Und mit ihm haben wir einen richtig guten Kandidaten.“ Gerken ist sich auch sicher, dass seine Mitglieder den Weg der Parteispitze mitgehen werden. „Wir sind ja nicht so viele, und bisherige Gespräche endeten alle pro Glüsing.“

Einzelbewerber für das Bürgermeisteramt brauchen 120 Unterstützerunterschriften

Der Termin für die Bekanntmachung der Kommunalwahl ist spätestens der 15. Mai. Sie wird aber wohl im April erfolgen, ist aus dem Visselhöveder Rathaus zu hören. Nach der Bekanntmachung müssen die Wahlvorschläge bis spätestens 26. Juli, um 18 Uhr bei der Wahlleitung eingereicht sein. Sämtliche Wahlvorschläge mit den Anlagen und Vordrucke für die Unterstützungsunterschriften werden durch die Verwaltung zur Verfügung gestellt. Wahlvorschläge können eingereicht werden von Parteien, von einer Wählergruppe, von Einzelbewerbern. Gemeinsame Vorschläge mehrerer Parteien für einen oder mehrere Bewerber sind nicht zulässig. Für die Wahlvorschläge sind Unterstützungsunterschriften erforderlich, die allerdings bei den Wählergemeinschaften oder Parteien entfallen, die bereits im Rat vertreten sind. Neue Wählergruppen und Einzelbewerber oder Kandidaten für den Bürgermeisterposten müssen eine bestimmte Anzahl an Unterstützungsunterschriften sammeln. Für den Rat sind das 20 Unterschriften und für die Ortsräte je Wahlvorschlag zehn. Für den Wahlvorschlag zum Bürgermeister sind es mindestens 120 Unterschriften von wahlberechtigten Personen. Die dürfen dann jedoch nur einen Wahlvorschlag unterzeichnen.

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