Bürgermeisterwahl 2021

Die Kandidatensuche beginnt

Das Bürgermeisterbüro im Vissselhöveder Rathaus wird im Herbst 2021 frei. Die Stadtratsfraktionen suchen jemanden, der anstelle Ralf Goebels dort einzieht. Foto: Wuttke

Die Parteien im Visselhöveder Stadtrat machen sich so langsam auf die Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2021. Der parteilose Amtsinhaber Ralf Goebel hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, keine weitere Wahlperiode mehr machen zu wollen. Alle Fraktionen sind offen für einen gemeinsamen Kandidaten. Es gibt erste Gespräche.

Visselhövede – Noch rund anderthalb Jahre habe die Parteien in Visselhövede Zeit. Nachdem der parteilose Bürgermeister Ralf Goebel frühzeitig im Herbst vergangenen Jahres angekündigt hatte, bei der Kommunalwahl 2021 nicht mehr zu kandidieren zu wollen, machen sich die Ortsverbände so langsam auf die Suche nach einem möglichen Nachfolger. Doch das ist gar nicht so leicht. So richtig ins Auge ist den Akteuren nämlich noch keiner gefallen. Allerdings gibt es schon einige Tendenzen, wie er oder sie gefunden werden kann. Einige der Fraktionsspitzen im Visselhöveder Stadtrat haben vor, sich gemeinsam auf die Suche zu machen. Sozusagen ein Vorbild sitzt bereits im Rathaus. Goebel ist einst ein überparteilicher Kandidat gewesen.

Verwaltungsqualitäten sollte er oder sie haben, muss aber keine Fachperson sein, beschreibt zum Beispiel Lothar Cordts, seit Februar Ortsverbandsvorsitzender der SPD, sein Wunschprofil eines gemeinsamen Kandidaten. Er wünscht sich darüber hinaus auch einen parteilosen Bürgermeister, der ausgleichend zwischen den Fraktionen wirke. Kurzum: Jemanden wie Goebel. Schon kurz nach dessen Entscheidung gegen eine zweite Wahlperiode hatten viele Politiker ihr Bedauern über seinen Rückzug ausgesprochen. Dagmar Kühnast, die Vorsitzende der SPD-Fraktion, sagte nach der Bekanntmachung, „dass seine Art nicht nur in der Politik gut ankommt, sondern auch bei den Menschen der Stadt“.

Nun, einige Monate nach der Verkündung, ist man laut Kühnast immer noch in der Findungsphase. Die Suche gestalte sich, und das haben durch die Bank weg alle der angesprochenen Stadträte bereits festgestellt, nicht ganz einfach. Immerhin müsse die betreffende Person eine breite Mehrheit hinter sich wissen. Sollten sich zumindest Grüne, CDU und SPD auf einen Kandidaten einigen können, würde diese zustande kommen. „Es ist ein verantwortungsvoller Job, da braucht man den Rückhalt“, sagt Kühnast.

Auch die Christdemokraten sind auf der Suche, seit Goebel seine Nicht-Kandidatur öffentlich gemacht hat. Fortführen möchte man diese Suche am liebsten mit der SPD, bestätigt Fraktionsvorsitzender Willi Bargfrede ein erstes Sondierungsgespräch mit den Sozialdemokraten, zu denen man „gute Beziehungen“ habe. Auf das Parteibuch wolle er persönlich zumindest gar nicht schauen. „Es muss jemand sein, der uns voranbringt“, so der Wittorfer. Man müsse jetzt eine Strategie entwickeln. Die Person, die man am Ende auf den Wahlzettel schreiben lässt, sollte allerdings Visselhövede schon ein bisschen kennen, aus der Region kommen.

Heiner Gerken von den Grünen hoffte im Herbst 2019 noch auf einen „Rücktritt vom angekündigten Rücktritt.“ Goebel will aus gesundheitlichen Gründen auf eine Kandidatur verzichten, zudem sei ihm eine weitere Amtszeit von sieben Jahren zu lang, sagte er damals im Gespräch mit der Kreiszeitung. Gerken würde auch 2021 einen gemeinsamen Kandidaten der Ratsfraktionen akzeptieren, dafür sei man offen. Auf ein Parteibuch würde er allerdings schon schauen. Das sollte seiner Ansicht nach in diesem Fall am besten nämlich nicht vorhanden sein. Stattdessen sollte der Kandidat ein Netzwerker sein, ein Mittler zwischen den Fraktionen. Denn auch das ist Realität: Eine Mehrheitsgruppe gibt es im Rat zurzeit nicht.

Auch „Wir in Visselhövede“ (WiV) ist offen für einen gemeinsamen Kandidaten. Die WiV hatte bei der letzten Kommunalwahl mit Eckhard Langanke Goebels einzigen Gegenkandidaten gestellt. Der ist jetzt Fraktionsvorsitzender und bei der nächsten Wahl zu alt für eine weitere Kandidatur. Für die Partei komme es aber darauf an, um welchen Bewerber es sich handelt. Wobei man nicht „auf Teufel komm raus“ einen Gegenkandidaten aufstellen werde, sollten die übrigen Fraktionen jemanden finden, der WiV nicht gefällt. Langanke ist kein Befürworter Goebels. „Wir haben mit den Bürgermeistern jetzt drei Mal daneben gegriffen“, sagt er. Nun müsse man jemanden finden, „der wirklich zu uns passt“. Der Kandidat solle für den Rat möglichst berechenbar sein, also einer, den man bereits kennt, den man einschätzen kann.

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