Ausschuss berät über weiteres Vorgehen auf dem Friedhof

Auf Käferjagd

Der Ausschuss berät über die Neuanpflanzungen auf dem Friedhof, nachdem die Fichten entfernt werden mussten. Foto: Leeske

Visselhövede - Von Henning Leeske. Auf dem Friedhof in Visselhövede ist ein Borkenkäfernest entdeckt worden und der befallene Fichtenbestand musste umgehend gefällt werden. In der Nähe des Urnenfeldes klafft nun ein großes Loch in dem ansonsten reichlich bepflanzten Friedhof. Daher informierte sich der Ausschuss für Landwirtschaft und Grünflächen vor Ort, um über eine Nachpflanzung zu beraten und die Gefährdung des noch vorhandenen Fichtenbestands zu erörtern.

„Derzeit ist der Friedhof vermeintlich käferfrei. Erst im Frühjahr zeigen sich die Überwinterungsbohrer, dann muss wieder sofort gehandelt werden“, so Förster Ulf Wahlers, der das Gremium beriet. Ein etwaiges Trinetzsystem zum Einfangen von Neubesiedlern sei nicht für Friedhöfe nutzbar, weil der Hersteller nur eine Zulassung für Forstgebiete beantragt hatte. Da bleibe nur die Hoffnung, dass sich keine weiteren Käfer in den Fichten bei den Ruhestätten ansiedeln würden, denn mit ihren Pheromonen lockten sie Artgenossen an und innerhalb weniger Tage wäre das nächste Käfernest bei den Ruhestätten zu finden. Der zuständige Gärtner Torsten Rosebrock versicherte, ständig nach Spuren wie Bohrlöcher und Bohrmehl Ausschau zu halten. „Auf dem Friedhof zählt ja jeder Baum, da er nicht so leicht zu ersetzen ist. Im Wald ist das ein anderes Thema“, verglich Wahlers.

Deswegen sind dem Ausschuss bei der Prävention somit die Hände gebunden und es ging folglich um die sinnvolle Nachbepflanzung der entstandenen Freiflächen. Rosebrock sprach sich für eine Pflanzung von Einzelbäumen aus, weil eine Rasenfläche auch zeitaufwendiges Mähen bis zu 13 Mal im Jahr nach sich ziehe. Auch der Untergrund müsse dann regelmäßig aufgefüllt werden, da auf dem Friedhof der Boden nachsacke. Er forderte Pflanzen, die pflegeleicht sind und als Tiefwurzeler auch nicht ständig gegossen werden müssen.

„Wenn man da durch geht, ist das wie ein Thujagarten. Felsenbirne oder Vogelbirne wären eine insektenfreundliche Alternative. Ich wehre mich gegen einen Freifahrtschein für Thuja und Rhododendron“, machte Heiner Gerken (Grüne) deutlich. Dem Ansatz, pflegeleichte Tiefwurzeler zu pflanzen, folgte der Ausschuss, aber der Vorsitzende Charly Carstens (CDU) wollte keinen Schnellschuss. „Ein genauer Plan mit Arten und Standorten soll ausgearbeitet werden und dann im Ausschuss vorgestellt werden“, sagte er. „Vom Ausschuss her sollten wir favorisieren: pflegeleicht und insektenfreundlich“, forderte Gerken. Diese Vorgehensweise wurde so einstimmig beschlossen.

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