Märchenfest-Organisation beendet / Wieder ein Abend für Erwachsene

Für Jung und Alt

Fruchtbare Zusammenarbeit (v.l.): Wolfram Zindler, Hanne Meier-Zindler, Barbara Schliep und Erhard Grunhold. Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. Rund 100 drei- bis siebenjährige Kinder, die mit offenem Mund und großen Augen über abenteuerliche Geschichten staunen und quasi an den Lippen der Erzählerin hängen: Ja, das gibt es auch noch zu Zeiten von Smartphones und Tablets. Und zwar beim Visselhöveder Märchenfest, das in diesem Jahr den 20. Geburtstag feiert und „mit dieser Beständigkeit in der Region einmalig ist“, wie Erhard Grunhold, Sprecher des Kultur- und Heimatvereins, in dessen Programm das Fest integriert ist, hervorhebt. Nach vielen „märchenhaften Vorbereitungen“ steht jetzt die Veranstaltung, die in zwei Teilen läuft. Am Samstag, 16. März, ab 15 Uhr werden Hanne Meier-Zindler und Wolfram Zindler als Gründer des Märchenfestes die jungen Besucher mitnehmen auf eine Reise ins Land der Fantasie. Das Märchen der Bremer Stadtmusikanten steht dann auf dem Spielplan. „Aber nicht in der Original-Version der Gebrüder Grimm, sondern bei uns erreichen der Esel, der Hund, die Katze und der Hahn die Hansestadt“, verrät Wolfram Zindler schon jetzt. Unterwegs müssten die Tiere aber noch Aufgaben erledigen.

Dass die Märchen auch nach einigen Jahrhunderten nichts von ihrer Faszination verloren haben, liegt nach Ansicht der Pädagogin im Ruhestand Hanne Meier-Zindler auch darin begründet, dass es eine klare Trennung von Gut und Böse gebe „und zumindest bei den Volksmärchen die Guten am Ende die Nase vorn haben“, sagt die ausgebildete Märchenerzählerin. Auch sie hat mittlerweile erkannt, dass das reine Zuhören bei den Kindern immer schwieriger werde, „darum gehören kleine visuelle Effekte unbedingt dazu“. So wird der Bühnenboden während der 30-minütigen Erzählrunde, von denen es drei an dem Nachmittag gibt, dem Märchen entsprechend dekoriert.

Und das funktioniert offenbar sehr gut, denn „selbst die Kinder, die sonst in den Klassen ab und an den Unterricht stören, wie uns schon Lehrer erzählt haben, sind plötzlich mucksmäuschenstill“, sagt Meier-Zindler

„Wir sind jedenfalls sehr froh, dass wir das Märchenfest seit Jahren in unserem Programm haben, das bietet auch etwas für unsere jüngeren Gäste und steigert die Vielfalt unseres Angebots“, so Barbara Schliep vom Vorstand des Kultur- und Heimatvereins.

Und sie freut sich nicht nur auf das Märchenfest für die Kinder, sondern auch auf das für die Erwachsenen, denn im Rahmen des runden Geburtstags gibt es nämlich nach langer Zeit auch mal wieder einen Abend für die älteren Fans der oft wunderlichen Geschichten. „Wir studieren zurzeit mit den Mitgliedern der Theatergruppe Teatron das Stück ,Die drei Weiber von Venedig‘ ein. Und wenn alles klappt, wird es ein Renner“, ist sich Hanne Meier-Zindler sicher. „Denn bei den ersten Probeabenden für die Aufführung haben wir uns bereits mächtig schlapp gelacht.“

Zu sehen und zu hören ist das Stück am Freitag, 22. März, ab 20 Uhr im Heimathaus. „Und das werden wir sicherlich wieder voll bekommen, denn Märchen ziehen immer – bei Jung und Alt“, so Grunhold. Und der muss es schließlich wissen, denn er ist mehrfacher Großvater.

Nur Abendkasse

Das Märchenfest für die Kinder startet am Samstag, 16. März, um 15 Uhr in der Aula der Kastaniengrundschule. Es gibt drei Erzählrunden und weitere Angebote rund um die Märchenwelt in der Schlossküche und in der Werkstatt. Der Eintritt kostet fünf Euro pro Kind. Die Erwachsenen kommen am Freitag, 22. März, ab 20 Uhr im Heimathaus auf ihre Kosten, die sieben Euro pro Fan betragen. Karten gibt es bei beiden Veranstaltungen nur direkt vor Ort.

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