Jetzt wird‘s ernst

„Dust-and-Diesel“-Rallye: Nindorfer Rallye-Piloten in Mauretanien angekommen

So campen die beiden Nindorfer während der Rallye: Szene aus der West-Sahara.

Nindorf - Eine kalte Salzwasserdusche am Morgen, viel Sand zwischen den Zähnen am Mittagsund Kamelfleisch am Abend: Die beiden Nindorfer Torsten Haase und Matell Neubauer sind aber trotz des eher ungewöhnlichen Tagesverlaufs mitten in der Wüste der West-Sahara immer noch guter Dinge. Die beiden sind seit dem zweiten Weihnachtstag mit ihrem alten Mercedes 200 D im Rahmen der „Dust-and-Diesel“-Rallye unterwegs nach Mauretanien, um dort mit dem Verkauf ihres Oldtimers ein Kinderheim in dem bettelarmen Land in Westafrika zu unterstützen.

Die Tour führte die beiden Piloten, die erstmals solch ein Abenteuer wagen, zunächst durch Deutschland, Luxemburg, Frankreich und Spanien bis an die Straße von Gibraltar. Dort wurde der für die Rallye technisch modifizierte Mercedes auf eine Fähre gesetzt, damit sich die groben Profile der Reifen der insgesamt 31 Rallyefahrzeuge bald in den marokkanischen Sand krallen konnten.

„Über das atemberaubende Atlas-Gebirge mit Pässen auf 2 100 Meter Meereshöhe haben wir das Land von Nord nach Süd komplett durchquert“, schreiben Haase und Neubauer in ihrem Logbuch.

Trotz vieler Serpentinen und teilweise abenteuerlichen Straßen sowie bei der Durchquerung von ausgetrockneten Flussbetten machte der Opa-Benz keinerlei Probleme. Selbst als es schließlich auf den gut ausgebauten Asphaltpisten der West-Sahara mit gut 140 Sachen durch die Wüste ging, verrichtete der 72-PS-Motor ohne Mucken seine Arbeit.

„Wir übernachten im Zelt auf Campingplätzen, die natürlich lange nicht europäisches Niveau haben. Morgens ist das wenige warme Wasser meistens aufgebraucht“, so Neubauer, der sich ebenso wie sein Kollege Torsten Haase vom Team Heideexpress an den morgendlichen Sonnenaufgängen „gar nicht sattsehen“ kann.

Die Route führte die Rallyefahrer direkt am Strand des Atlantiks vorbei. Immer wieder unterbrochen von Polizeikontrollen. Und die haben es ab und zu in sich, denn die Sheriffs sind mit modernen Radarpistolen ausgestattet, sodass die Reisekasse ab und an unplanmäßig belastet wird. „Darum fahren wir häufig bereits im Morgengrauen los, weil die Geräte im Halbdunkel nicht funktionieren“, informiert Haase. Die beiden haben auch einen weiteren Trick: „Wir fahren im Windschatten unseres Vorausfahrzeugs.“

Am Samstag waren die Abenteurer bereits kurz vor Mauretanien, um nochmal einen Stopp auf einem Campingplatz direkt am Atlantik einzulegen. „Wir sind gemeinsam mit unserem Veranstalter schon vorausgefahren, um den Platzwart anzuweisen, die Sanitäranlagen zu reinigen. Damit das bis zum Abend gelingt, muss man halt mittags da sein“, beschreibt Neubauer die Szenerie. Zwei Toiletten, zwei Duschen und ein Waschbecken stehen dort für rund 70 verstaubte und verschwitzte Menschen zur Verfügung.

„Aber bei 22 Grad ist das alles erträglich, nur nachts ist es mit drei vier Grad schon sehr frisch.“

Am Sonntag durften die beiden und ihr Benz mal ausruhen und im Atlantik planschen, bevor sie sich auf den Weg zur Grenze gemacht haben. „Die Einreise ist nicht ganz einfach und muss diszipliniert ablaufen. Es ist mit einer Wartezeit von sechs bis acht Stunden zu rechnen. Wir werden die nächsten Tage vom Militär begleitet“, berichten die Nindorfer per „WhatsApp“. Und das aus gutem Grund, denn rechts und links der Piste sind scharfe Minen aus Bürgerkriegszeiten im Sand vergraben. „Ab jetzt wird es ernst“, so die Haase und Neubauer ein wenig nachdenklich. Sie wollen aber auch weiterhin versuchen, ihre aktuellen Nachrichten per Handy zu verbreiten.

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