Gesunde Würze

Senf-Workshop bringt Teilnehmern die Vielfalt der Schärfe näher

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Auch diese beiden Frauen wissen jetzt, dass Senf nicht dumm macht, sondern sehr gesund ist.

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Jeder gab seinen Senf dazu – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Und das der entgegen dem alten Sprichwort überhaupt nicht dumm macht, sondern sehr gesund ist, erfuhren die Teilnehmer des Senfworkshops der Gesundheitspädagogin des Visselhöveder Kneipp-Vereins, Susanne Rohr, und der Bothelerin Gudrun Wichmann.

Zum zweiten Mal fand der Workshop bei Rohr im eigenen kühlen Keller statt, der als Kneipp-Gesundheitsraum fungiert. Zusammen mit den Leiterinnen kreierten die Teilnehmer Tomatensenf, Biersenf, Wildpfirsichsenf und Kräutersenf. Wichmann hatte während eines Urlaubs die verschiedenen Senfarten kennengelernt und ihr Wissen anschließend intensiviert.

Und auch Pfarrer Sebastian Kneipp fand bereits vor 150 Jahren heraus, dass der „Tod im Darm liegt“. Dem könne man mit gesunder Ernährung und unter anderem der kneippschen Lehre entgegenwirken. „Senf aus entsprechenden Körnern oder Senfmehl enthält wichtige Öle, die unter anderem antibakteriell, verdauungsfördernd, pilzabtötend, schmerzstillend und immunisierend wirken“, zählte Gesundheitspädagogin Rohr auf.

Sie schränkte aber ein, dass beim industriell hergestellten Senf den Körnern vor der Verarbeitung die Öle entzogen würden, damit er in den Maschinen verarbeitet werden könne. „Durch die hohe Hitze verliert er alle wichtigen Wirkstoffe“, weiß die Senf-Expertin.

Susanne Rohr (2.v.r). und Gudrun Wichmann (2.v.l.) leiteten den Senfworkshop.

Während des Workshops wurde also darauf geachtet, dass der Senf keine Wirkstoffe verliert. So wurden die Senfkörner vorsichtig in einer elektrischen Kaffeemühle gemahlen. „Wichtig ist, guten Essig zu verwenden“, betont Gudrun Wichmann. Ist das Grundrezept fertig, kann man ganz kreativ verschiedene Geschmacksrichtungen gestalten. So wurden Kräuter und Pfirsiche geschnippelt, Tomaten passiert, Senf mit Bier verrührt und auch immer wieder mal abgeschmeckt.

Der fertiggestellte Senf bleibt über Nacht offen stehen, sodass die Fermentierung beginnen kann. Dann wird der Senf verschlossen und für mindestens drei Wochen in den Kühlschrank gestellt, bevor er verbraucht werden kann. „Der selbst hergestellte Senf ist rund zwei Jahre haltbar“, vermitteln die beiden Fachfrauen. „Aber meistens schmeckt er so gut, dass er das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht erreicht“, so Rohr.

„Senf gibt es nachweislich seit rund 3000 Jahren und die Spur führt nach China, wo er wohl erstmals hergestellt wurde“, informierte Rohr. „Gerade bei beginnenden Erkältungsinfekten zieht ein Senfbad die schlechten Viren aus dem Körper und meist zieht sich die Erkältung dann zurück. Wickel, bei rheumatischen Erkrankungen richtig angewandt, lassen den Schmerz verschwinden“, so Susanne Rohr.

Aufgrund der großen Nachfrage, findet der nächste Workshop am Donnerstag, 16. August, um 18.30 Uhr, statt. Anmeldungen sind noch möglich bei Susanne Rohr unter der Rufnummer 04262 / 3563.

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