Bilder zum Reinbeißen

Jeddinger Künstlerin Irida Völker stellt in der Sparkasse aus

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Irida Völker, die sich „Iri Kaija“ nennt, stellt ab dem 2. August in der Visselhöveder Sparkasse aus. 

Jeddingen - Gemüse fast wie zum Reinbeißen. Eine Gischt aus dem Meer, die dem Betrachter dreidimensional entgegenkommt, sodass der instinktiv den Kopf einzieht. Das sind nur zwei Beispiele der Werke der Jeddinger Künstlerin Irida Völker, die sich „Iri Kaija“ nennt. Kaija ist der lettische Begriff für Möwe. Und von dort stammt die Malerin, deren Werke ab dem 2. August, in der Sparkasse Visselhövede zu sehen sind.

„Ich sammele Schichten von Farbe auf den Bildern, das gibt Dimension im Bild. Manchmal sind es 20, manchmal bis 100 Schichten“, sagt die Lettin, die seit 24 Jahren in Deutschland lebt. „Bis vor fünf Jahren haben wir in Hattingen gewohnt, dann sind wir nach Jeddingen gezogen“, berichtet sie. „Wir wollten weg aus der Stadt und mit unseren Hunden das Leben auf dem Land genießen“, ergänzt ihr Mann Udo.

„Iri Kaija“ beschreibt sich als Beobachterin: „Ich höre den Menschen nicht so zu, aber die Blumen in verschiedenem Licht, denen höre und sehe ich zu.“ Auf ihrer Visitenkarte nennt sie Blumen, Landschaften und Abstraktes als Wirkungskreis. Sie erläutert ihre Technik: „Das, was ich sehe, gebe ich in meinen Bildern wieder.“

Die Champignons aus der Reihe mit anderen Gemüse- und Obstskizzen, die sie mit Kohlestift entworfen hat, wirken wie echt. Eine Blüte zeige die höchste Energie einer Pflanze, das male sie gerne. Aber auch „wenn der Wind in der Wiese mit dem Gras spielt, oder eine Landschaft auf mich wirkt, dann macht es mir Spaß zu zeichnen.“

Sie malt frei von der Seele weg, „Den Eindruck von Dingen speichere ich im Kopf. Ich habe nie einen Plan, was ich malen will“. Einige Kunstwerke gingen sehr schnell, aber manchmal sitze sie ein halbes Jahr dran und einige Entwürfe landeten sogar im Papierkorb. „Ich nehme den Stift in die Hand und mach es einfach.“ Vor der Ausstellung mit dem Titel „Zweimal schauen“ hat sie schon ein wenig Respekt. „Iri Kaija“ wird einen Querschnitt aus ihrem Arbeiten ausstellen. Und die reichen von Kohlezeichnungen bis zu Pastellmalerei, von Acryl bis zu Bleistiftzeichnungen ihres Hundes. Sie ist eigentlich eher zurückhaltend, „Wir Menschen aus dem Norden sind nicht so extrovertiert“, aber auf die Reaktionen der Menschen auf ihre Bilder ist sie schon gespannt.

Völker ist weit gereist – soweit das Reisen damals für eine junge Frau hinter dem Eisernen Vorhang als Lettin möglich war. Sie hat Segeltörns gemacht und Viehtrecks in den Kaukasus begleitet. Sie ist vom höchsten Norden Russlands bis an die Grenzen des Iran gereist.

Sie ist ausgebildete Kinderkrankenschwester und hat schon als Kind ununterbrochen gemalt. „Mein Fehler war sicherlich, kein Kunststudium angefangen zu haben. Aber damals waren die Zeiten anders.“ Dennoch hatte sie den Mut, nach Deutschland zu kommen, hat geheiratet, und der Sohn hat gerade in Rotenburg sein Abitur gemacht.

Im Anschluss an die Ausstellung in der Sparkasse wird „Iri Kaija“ übrigens ein kleines Atelier im „ArtOutlet“ des Visselhöveder Kulturzentrums im Gewerbecampus Lehnsheide beziehen. 

- cc

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