Anwohnerin sieht Gefahr für Schulkinder

Jeddinger Dschungel

Der Seitenraum der Straße ist hoch bewachsen.
+
Will ein Kind die Landesstraße 171 in Jeddingen überqueren, muss es sich aufgrund des üppig wuchernden Grüns vorsichtig der Fahrbahn nähren. Auch Autofahrer können die kleinsten Verkehrsteilnehmer kaum sehen.

Jeddingen – „Ja ich weiß, der städtische Bauhof kann nicht überall sein, und auch das Gras wächst zurzeit recht schnell, aber das ist doch bekannt und man kann sich darauf einstellen“, sagt die Jeddingerin Dagmar Stünkel und kritisiert, dass Teile ihres Dorfs regelrecht zuwachsen. Sie ist in den vergangenen Tagen mit einer Kamera durchs Dorf gelaufen, um einige der neuralgischen Stellen zu fotografieren.

„Dabei geht es mir nicht so sehr um die Optik, sondern es kann tatsächlich auch mal gefährlich werden“, so Stünkel.

Damit meint sie unter anderem die Situation an der Bremer Straße. „Schulkinder, die die Straße überqueren müssen, um zur Siedlung Insterburger Straße zu gelangen, haben aufgrund des Bewuchses kaum Sicht auf die viel befahrene Landstraße 171. Andersherum können die Autofahrer auch die Kinder aufgrund ihrer geringeren Körpergröße kaum sehen.“

Es dürfe nicht erst etwas Schlimmes passieren, bevor reagiert werde. „Jetzt müssen die zuständigen Behörden sich um die Angelegenheiten kümmern“, fordert die Jeddingerin. „Innerhalb des Ortes bestimmt der städtische Bauhof und außerhalb die Straßenmeisterei Rotenburg.“

Allerdings sollte das nicht einem Kahlschlag ähneln wie noch vor ein paar Jahren, als an einer Straßenkreuzung eine Hecke komplett wegrasiert worden sei. „Auch damals hatte ich kritisiert, dass man den Kreuzungsbereich schlecht einsehen könne. Kurz darauf war alles komplett verschwunden. Zwischen einer Komplettentfernung und einer Verkehrsgefährdung gibt es auch noch etwas – zum Beispiel einen Rückschnitt mit Fingerspitzengefühl.“ Und wenn schon mal der Mäher eingesetzt werde, dann sollte der Platz an den vom Schützenverein gepflanzten Königseichen angesteuert werden. „Die Bänke dort laden nicht gerade zum Verweilen ein“, findet Dagmar Stünkel, der es aber hauptsächlich um das Verkehrsproblem geht.

Achtung, Zeckengefahr: Der Platz mit den Jeddinger Königseichen lädt zurzeit nicht zum Verweilen ein.

Denn nicht nur die Kinder seien bei der Überquerung der Straßen gefährdet, auch für Autofahrer sei es schwierig, an Einmündungen die vorfahrtsberechtigten Verkehrsteilnehmer gut zu sehen. Stünkel: „Vor allem, wenn man von der Jeddinger Dorfstraße kommt und nach links in Richtung Visselhövede auf die Bremer Straße einbiegen will. Dort steht das Gras so hoch, dass man schon fast auf die Hälfte der Straße fahren muss, um gut sehen zu können. Mit einem SUV geht es gerade noch, mit einem niedrigeren Auto hat man keine Chance“, so Stünkel, die hofft, dass sich die Behörden über die Zuständigkeit einigen, denn das sei beim Winterdienst vor einigen Monaten nicht gerade glücklich gelaufen.

„Das stimmt“, sagt Visselhövedes Ordnungsamtsleiter Mathias Haase. Über viele Jahre sei es nämlich gängige Praxis gewesen, dass die Straßenmeisterei das Schneeschild ihres Räumfahrzeugs an den Ortseingangsschildern nicht hochgeklappt, sondern die Geh- und Radwege im Dorf gleich mit geräumt habe, wenn es außerorts sowieso wieder ran musste. „Das hat sich vor dem vergangenen Winter leider geändert und es gab damals ein kleines Kommunikationsproblem.“

Beim Mähen der Straßenseitenränder gebe es allerdings eine klare Zuständigkeit. „Wer für die Unterhaltung der untergeordneten Straßen zuständig ist, der muss auch dafür sorgen, dass die sogenannten Sichtdreiecke an den einmündenden Straßen frei bleiben. Also wir“, so Haase. Der Bauhof sei allerdings zurzeit überall im Stadtgebiet mit Mäharbeiten beschäftigt, „aber wir werden uns schnellstmöglich auf den Weg nach Jeddingen machen“.

Teilweise hat das Gras bereits die Höhe der Leitpfähle erreicht.

Grundsätzlich ließen sich die Verwaltungen und damit auch die Bauhöfe heutzutage aus Naturschutzgründen ein bisschen mehr Zeit mit der Mahd als früher. „Allerdings steht natürlich die Verkehrssicherheit über den naturschutzfachlichen Belangen. Darum werden die Kreuzungsbereiche auch entsprechend kurz gemäht, der Rest bleibt aber vorerst noch stehen.“ Dadurch werde während der Brut- und Setzzeit den Kleinstlebenwesen Deckung und Nahrung geboten.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Tränen bei Joker Gregoritsch: Österreich schreibt Geschichte

Tränen bei Joker Gregoritsch: Österreich schreibt Geschichte

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Meistgelesene Artikel

Kommentare