Jungunternehmer bieten Klön-Ecke, regionale Produkte und Supermarkt

Jeddingen bekommt einen Dorfladen

Lukas Bremer (l.) und Niklas Winkelmann eröffnen „Heiner´s Laden“.
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Lukas Bremer (l.) und Niklas Winkelmann eröffnen „Heiner´s Laden“.

Jeddingen – Jeden Tag fährt Lukas Bremer von Bendingbostel nach Buchholz. Und immer ist ihm das Schild „zu verkaufen“ am Schaufenster von Heiner Marquarts Lebensmittelladen in Jeddingen förmlich ins Auge gesprungen. Jetzt haben Bremer und sein Partner Niklas Winkelmann Nägel mit Köpfen gemacht und eröffnen am kommenden Donnerstag, 9. Dezember, ein neues Lebensmittelgeschäft im Herzen Jeddingens.

Damit führen sie eine lange Tradition fort, nachdem Heiner Marquart im Juli 2020 plötzlich gestorben war und die Jeddinger von heute auf morgen nicht nur ohne ihren Tante-Emma-Laden waren, sondern auch auf einen Treffpunkt für Klönschnack und Co. verzichten mussten.

„Und diese entstandene Lücke wollen wir mit einer Mischung aus Hofladen mit frischen landwirtschaftlichen Produkten aus der Region, einem kleinen Supermarkt und eben einer Kaffeeecke schließen“, berichtet Winkelmann. Die beiden langjährigen Freunde verwirklichen damit ihren Traum von einem Dorfladen, den „wir schon lange im Hinterkopf hatten“.

Nach „langen und harten Verhandlungen“ haben die beiden auch Marquarts Erben von ihrem Konzept überzeugt, sodass vor ein paar Wochen schließlich der Kaufvertrag unterschrieben worden war. Und zwar nicht nur für das Ladengeschäft, sondern auch für das Wohnhaus nebenan und das gesamte Grundstück.

Und auch dort wird sich etwas tun. „Wir planen, das Haupthaus in mehrere kleinere Wohnungen zu unterteilen, um möglichst bezahlbaren Wohnraum vor allem für junge Leute aus Jeddingen und umzu zu schaffen“, berichtet Bremer. Einige Initiativbewerbungen lägen sogar schon auf dem Tisch. Auf dem unbebauten Teil des Grundstücks könnten zwei Bauplätze für Einfamilienhäuser entstehen. „Soweit sind wir mit den Planungen aber noch nicht, aber Vermietungen gehören natürlich zum Gesamtkonzept, sonst ließe sich das Ganze wirtschaftlich nicht darstellen.“

Aber erst mal wollen die beiden, die im Hauptberuf Landwirte sind, sich um den Anschub des Ladens kümmern. „Es gibt mittlerweile sehr viele Produzenten aus unserer Branche, die ihre Produkte direkt vermarkten, um die Wertschöpfung selbst in die Hand zu nehmen. Das Problem ist, dass der Verkauf meist am Hof oder an der Produktionsstätte stattfindet. Beides ist meistens dezentral. Dazu kommt noch, dass der Kunde dennoch zu einem anderen Supermarkt fahren muss, um seinen restlichen Einkauf zu machen. Das braucht er bei uns nicht mehr“, beschreibt Winkelmann die Vorzüge des neuen Ladens.

Klar, es gebe jetzt keine Schokolade von zwölf verschiedenen Herstellern, „aber es gibt Schokolade“, so Bremer, der auf ein Sortiment von etwa 2 500 Produkten blickt, die aktuell in die Regale wandern. Überhaupt ist in dem Geschäft alles schick und neu. „Ein Bäcker versorgt uns mit Backwaren und auch aufgeschnittene Wurst und Käse sollen bald an der Frischetheke erhältlich sein. „Aber das muss sich alles einspielen und wir gucken, wie diese Waren von den Kunden angenommen werden“, betonen beide noch vorsichtig. In der Planung sind auch ein Lottotresen und eine Servicestation für einen Paketdienst. „Aber zunächst mal der Laden.“ Und dort geht man künftig nicht nur zum Einkaufen hin, sondern auch zum Schnacken, denn gleich links am Eingang wird eine Kaffeeecke eingerichtet. Dort bedienen bekannte Gesichter, denn zwei Angestellte aus Marquarts Zeiten sind im neuen Laden wieder am Start. „Insgesamt schaffen wir sechs oder sieben 450-Euro-Jobs. Alle Mitarbeiter kommen aus Jeddingen oder aus Wehnsen“, betont Winkelmann.

Jeddingens Ortsbürgermeister Henning Vollmer (CDU) findet es gut, dass es wieder einen Dorfladen und mehr Wohnraum gibt: „Das macht unser Dorf attraktiver und auch die Nahversorgung für die älteren Einwohner ist gesichert. Ich drücke den beiden jedenfalls die Daumen, dass ihr Geschäft gut angenommen wird. Der Bedarf ist da, das hat unsere damalige Umfrage ergeben.“ Und etwas bleibt von der langen Tradition noch übrig: Das Geschäft heißt „Heiner‘s Laden“.

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