Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Rotenburg

Jäger vor großen Aufgaben

Die Geehrten mit dem Vorsitzenden Ulrich Voß, Landrat Hermann Luttmann (v.l.) und dem Geschäftsführer der Landesjägerschaft Stephan Johanson (r.) sowie der neuen Öffentlichkeitsbeauftragten Bettina Diercks (M.). Fotos: Kirchfeld

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Zehn Jahre lang hat Kuno Kumpins als Schriftführer und Obmann für Öffentlichkeitsarbeit die Geschicke der Kreisjägerschaft Rotenburg geleitet. Bei der Jahreshauptversammlung am Sonnabend legte er sein Amt nieder. Seine Nachfolgerin im Bereich der Schriftführung wurde Katrin van Leeuwen, Bettina Diercks übernahm die Öffentlichkeitsarbeit.

Den Wahlen ging die Begrüßung durch den Vorsitzenden Ulrich Voß vorweg. Der hieß die Mitglieder und Ehrengäste auch im Namen des Kreisjägermeisters Hermann Gerken willkommen. In seinem Grußwort nahm Landrat Hermann Luttmann (CDU) die jüngste Debatte um Vorfälle in der Jägerschaft Zeven auf und appellierte an die Jäger, Rebhühner nicht zu schießen. Und: „Die Munition gehört nicht ins Haus!“ – das bewiesen viele Unfälle.

Große Probleme bereiteten die Afrikanische Schweinepest (ASP) und deren Folgen, wie aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden hervorging. Als Präventivmaßnahme nannte Voß unter anderem die Möglichkeit der Schwarzwildbejagung mit Fallen. Beängstigend sei, dass die ASP im vergangenen Jahr in Belgien angekommen ist. Der Landkreis plant Einrichtungen von elf Sammelstellen für Schwarzwildaufbruch, bei denen Abfallteile in 240 Liter-Behältern gesammelt werden. Ein weiteres Problem sei der starke Zuwachs an Nutrias, die riesige Schäden an Gewässern verursachen. „Eine intensive Bejagung, vornehmlich mit der Falle, ist deshalb unerlässlich“, so der Vorsitzende.

Sorgen bereitet den Jägern nach wie vor der Wolf. Hier warnte Voß vor Meldemüdigkeit. In Niedersachsen gibt es bis jetzt 22 bestätigte Rudel, davon eins in Visselhövede. „Bei weiter steigenden Beständen wird man um Regulierungsjagden nicht umhinkommen.“

Der Landkreis stellt für den Naturschutz weiterhin 100 000 Euro zur Verfügung, damit Lebensräume geschaffen und erhalten werden. Voß lobte die privaten Initiativen von Landwirten und Jägern, die interessante Naturschutzprojekte auf den Weg bringen und mit den Schulen zusammenarbeiten.

Es fielen aber auch kritische Worte. „Nur 74 Prozent der Reviere geben die Erfassungsbögen zurück. Das ist zu wenig!“, mahnte der Vorsitzende. Wichtig sei auch die zweimalige Zählung der Gänsearten von der letzten Maiwoche bis zweiten Juniwoche und die Synchronzählung am 20. Juli. Vier Gefriertruhen für die Bälge des gefangenen Raubwildes hat die Jägerschaft angeschafft und in Bötersen, Nindorf, Ostervesede und Scheeßel verteilt. Die Bälge werden zum Firmensitz „Fellwechsel“ nach Baden-Württemberg gebracht dort verarbeitet und vermarktet.

Streckenbericht 2018:

Damwild 1 236, Schwarzwild 1 675, Rehwild 2 732, Hasen 165, Kaninchen 64, Füchse 909, Dachse 137, Marderhunde 119, Waschbären 446, Marder 124, Iltisse 28, Hermelin 3, Nutrias 24, Fasane 47, Ringeltauben 573, Stockenten 336, Waldschnepfen 30, Graugänse 43, Kanadagänse 76, Nilgänse 45, Rabenkrähen 618 und 291 Elstern.

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