Experten referieren beim Gewerbeverein / Weihnachtszeit profitabel

Internethandel: Chance ohne Risiko?

Sebastian Kurz betreut im Visselhöveder Bettenhaus Röhrs den Internetauftritt des Unternehmens. „Man muss Marktlücken finden, um gegen die großen Handelsplattformen zu bestehen“, so macht er Einzelhändlern Mut, auch online zu gehen. - Foto: Wieters

Visselhövede - Heutzutage ist es für Unternehmen und Geschäfte schon fast ein Muss, einen Internethandel zu betreiben. Bietet der aber eher Chancen oder birgt er mehr Risiken? Dieses Thema wurde jetzt während der Versammlung des Visselhöveder Gewerbevereins von zwei Experten beleuchtet.

Die Referenten Sebastian Kurz vom Bettenhaus Röhrs aus Visselhövede und Christoph Burmester, Geschäftsführer des Hemsbünder Unternehmens Avides, klärten die Zuhörer über die tägliche Praxis auf.

Für Burmester, der mit seinem Unternehmen mehr als 300 000 Produkte über Plattformen wie Amazon vertreibt, überwiegen beim Internethandel vor allem die Vorteile: „Man hat eine gewisse Planungssicherheit, da das Kaufverhalten der Kunden ziemlich vorhersehbar ist.“ Vor allem die Zeit vor Weihnachten sei im Onlinehandel sehr profitabel. „Dann kann man zum Beispiel einen Adventskalender, der im Laden in der Innenstadt 20 Euro kosten würde, für 60 Euro verkaufen.“

Doch wie sieht es aus, wenn man als relativ kleines Unternehmen wie das Bettenhaus Röhrs unter anderem gegen Amazon und Co. konkurrieren muss? „Dann muss man auf jeden Fall Marktlücken finden“, lautete Sebastian Kurz’ klare Antwort. Da ein bisher nur regional aktives Unternehmen online gegen die großen Anbieter mit dem simplen Verkauf von Matratzen und Betten nicht konkurrieren kann, haben sich Firmenchef Ulrich Röhrs und Sebastian Kurz etwas einfallen lassen. „Im Internet konzentrieren wir uns auf den Handel mit Ersatzteilen, denn das gab es vorher in dieser Form noch nicht.“

Wenn die Kunden dann an Ersatzteilen interessiert seien und diese anklicken würden, gelangten sie zum gesamten Angebot des Bettenhauses, so dass „es nicht beim Verkauf eines Ersatzteils bleiben muss“, wie Kurz betonte.

Unter dem Strich kam der IT-Fachmann aber trotzdem nicht zu einem durchweg positiven Fazit, denn es gibt auch viele Kosten, die auf Unternehmen warten: „Wir müssen bei Google Anzeigen kaufen, damit wir bei der Suche oben erscheinen. Zudem müssten Fragen wie die Logistik geklärt werden, denn die Produkte müssen zum Kunden geliefert werden.“ Und Christoph Burmester zeigte noch einen weiteren Nachteil auf: „Der Kundenkontakt ist sehr gering.“ - vw

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