Visselhövede ist seit fünf Jahren die Heimat von Miad Pedram und Ata Naderi

Integration aus dem Bilderbuch

Ata Naderi (l.) hat seinen Realschulabschluss gemacht und seine Maurerlehre im Unternehmen Leskien erfolgreich beendet. Miad Pedram hat ein duales Studium absolviert und arbeitet als Bauzeichner in der Hoyer-Gruppe.
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Ata Naderi (l.) hat seinen Realschulabschluss gemacht und seine Maurerlehre im Unternehmen Leskien erfolgreich beendet. Miad Pedram hat ein duales Studium absolviert und arbeitet als Bauzeichner in der Hoyer-Gruppe.

Visselhövede – „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“, lautet ein afrikanisches Sprichwort. Um Flüchtlinge aus vielen unterschiedlichen Ländern erfolgreich zu integrieren, benötigt es ebenso einen Ort; einen, wo es einen funktionierenden Präventionsrat, eine gut organisierte Stadtverwaltung und Menschen gibt, die hinter dem Projekt stehen, die an einen Strang ziehen und sich der geflüchteten Menschen annehmen. Aber auch die Eigenverantwortung und der eigene Wille der Betroffenen sind notwendig. Das beste Beispiel für erfolgreiche Integration in Visselhövede sind Miad Pedram und Ata Mohammed Naderi, die das Glück hatten, auf solche Menschen zu stoßen.

Nach fünf Jahren in der Visselstadt sprechen sie nicht nur perfekt Deutsch, sondern können jetzt sogar eine erfolgreiche Berufsausbildung vorweisen. „Man darf sich nicht einfach aufs Sofa legen und sagen: Ich bekomme ja mein Taschengeld, warum soll ich denn arbeiten?“, betont Naderi. Der 27-Jährige hat jüngst seine Ausbildung zum Maurer absolviert. „Und das, obwohl er zuvor nicht mal unsere Schrift kannte“, hebt Bürgermeister Ralf Goebel lobend hervor, der zusammen mit dem Präventionsrat und den beiden Neubürgern als Ort für das Fotoshooting den neu gestalteten Verkehrskreisel an der Goethestraße wählte. Denn auch dort treffen verschiedene Menschen in Form von Stahlskulpturen als Gruppen zusammen, die die Gemeinschaft symbolisieren sollen und das Miteinander ausmachen.

2015 war Naderi aus Afghanistan geflohen und kam Ende Oktober 2015 über Braunschweig in die Visselstadt. „Von da an habe ich meine Zukunft fest geplant!“ Für ihn und seine Frau Zhara stand Deutschlernen an erster Stelle. Vor drei Jahren bekam er bei der Baufirma Leskien in Schwitschen einen Ausbildungsplatz zum Maurer. In der Zeit wurde auch Sohn Martin geboren. „Man muss Deutsch lernen und lernen, auf die Leute zuzugehen sowie Regeln einzuhalten“, macht Naderi deutlich. Manchmal habe er bis morgens um drei Uhr hinter den Büchern gesessen. Und der Erfolg blieb nicht aus. Nun blickt er stolz auf seinen Realschulabschluss. „Es haben sich alle gefreut, dass ich es geschafft habe.“ Der Visselhöveder ist dankbar für die Unterstützung. Auch Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy gehörte zu den Gratulanten. Er war 2015 einer der ersten Freiwilligen, die beim Deutschlernen unterstützt haben. „Ein großes Dankeschön auch für diejenigen, die still im Hintergrund unterstützt haben, aber auch den Absolventen. Eine gewaltige Leistung und Energie, die dahinter steckt, es schaffen zu wollen“, betont auch Nicole Kanapin, zweite Vorsitzende des Präventionsrates.

Dem Iraner Miad Pedram erging es ähnlich wie Naderi. Sein Vorteil: Er hatte in seiner Heimat schon studiert und konnte schon recht gut Englisch sprechen, als er Ende 2014 in Visselhövede ankam. Bei der Unternehmensgruppe Hoyer hat er ein duales Studium absolviert, ist nun ausgebildeter Bauzeichner und arbeitet in dem Unternehmen.

„Beide sind ein vorbildliches Beispiel. Aber leider ergreifen nicht alle Geflüchteten diese Chance, sondern einige verhalten sich eher passiv“, so Goebel. Aber dennoch bleibe der Präventionsrat auch bei den Menschen immer am Ball. „Und die Zusammenarbeit des Rats mit der Verwaltung klappt prima. Hier ziehen wirklich alle an einem Strang“, lobt der Bürgermeister.

Von Angela Kirchfeld

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