Drei Kaltblüter aus Buchholz ziehen demnächst ein barrierefreies Gefährt

Ja zur Inklusionskutsche

Eine Kutschfahrt macht Spaß, nur das Einsteigen ist nicht immer für jeden Menschen möglich. Foto: Leeske

Visselhövede/Buchholz - Von Henning Leeske. Die lokale Aktionsgruppe (LAG) hat die Förderung der Inklusionskutsche beschlossen. Lothar Gonschor ist mit seinem Pferdemobil von seinem Standort in Buchholz aus in der Region unterwegs, um Reisegruppen einen unvergesslichen Tag zu ermöglichen. Allerdings sei das Problem, dass die Kutsche nur einigermaßen mobilen Menschen zugänglich ist. Fahrgäste im Rollstuhl beispielsweise schaffen es nicht an Bord.

Im Strukturförderpogramm der Hohen Heide aus Mitteln der EU wird die Inklusion aber besonders groß geschrieben, sodass das Gremium schnell zur Förderzusage überzeugt wurde. Die drei Kaltblüter von Lothar Gonschor hätten zudem eine ganz spezielle Wirkung auf Menschen mit Behinderung, wie Christine Hartung-Czaja bei der Präsentation der Kutsche berichtete. „Das hat ganz viel ausgelöst. Aggressionen sind verschwunden, und neuer Mut wurde gefasst“, schilderte sie die Erlebnisse bei Rundfahrten mit Menschen aus den Rotenburger Werken oder der Einrichtung für behinderte Menschen in Stellichte. Mit diesen Institutionen seien die drei ruhigen Tiere schon auf Tour gewesen, was einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe.

Rollstuhlfahrer konnten die Pferde bisher nur anfassen und aus der Nähe begutachten. Das soll sich nun ändern, eine neue Kutsche mit Zugangshilfe soll gebaut werden. Alte Kutschen umzubauen, mache keinen Sinn, weil die Erteilung des Tüv schwierig sein könnte, heißt es von Seiten der Aktionsgruppe. Daher wurden mehrere Angebote von Kutschenbauern in ganz Deutschland eingeholt.

Für eine Inklusionskutsche mit sechs Plätzen für Rollis und zwei Begleitpersonen fallen Kosten von 14 554 Euro an. Bei dem Inklusionsprojekt würden 80 Prozent gefördert. So muss der Kutscher 2 910 Euro aufbringen, 11 643 Euro kommen aus den Fördertöpfen, 9 314 Euro davon durch die Hohe Heide und jeweils 1 164 Euro von der Stadt Visselhövede und dem Land Niedersachsen. Der LAG-Vorsitzende Carlos Brunkhorst regte an, auf eine möglichst geringe Steigung der Rampe zu achten, wenn Details geplant werden. Die Kutsche soll für jedermann zugänglich sein und von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen genutzt werden. Denn vom besseren Zugang auf das klimafreundliche Fahrzeug mit Haferbetrieb könnten auch Senioren mit Rollator profitieren. Nach vier bis sechs Monaten Plan- und Bauzeit sei die Inbetriebnahme für die Saison 2020 anvisiert.

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