Bürgermeister Goebel zieht Bilanz seines letzten Amtsjahres

„In Visselhövede wurde so viel gebaut wie noch nie“

Das Campusgebäude ist in Betrieb und wird von Grundschülern und Kita-Kindern genutzt.
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Das Campusgebäude ist in Betrieb und wird von Grundschülern und Kita-Kindern genutzt.

Visselhövede – Nur noch rund 75 Tage im Amt, da blickt Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel schon mal mit ein bisschen Wehmut nicht nur auf das vergangene Jahr, sondern auch auf seine dann siebeneinhalbjährige Amtszeit zurück, deren „letzten beiden Jahre leider von der Pandemie bestimmt waren.“ Aber obwohl Corona den beruflichen und familiären Alltag vieler Visselhöveder in erheblichem Maße bestimmt habe, sei 2021 viel geschafft worden.

Bauprojekte

Das Feuerwehrhaus in Buchholz ist fast fertig. In Jeddingen sind inzwischen die Dimensionen des neuen Feuerwehrgebäudes sichtbar, während das Sporthaus dort bereits fleißig genutzt wird. „Überall trugen viele freiwillige Helfer dazu bei, dass etwas Tolles entsteht.“ Dazu zähle natürlich auch die Minisporthalle in Wittorf. Die neue Bushaltstelle für die Schüler sei eingerichtet und das Dach der Sporthalle energetisch saniert worden. Der Aufbau eines zukunftsweisenden Fernwärmenetzes für den ganzen Campusbereich mit Anschlussmöglichkeiten für Anlieger zähle auch zu den Projekten. „Wir planen oder setzen so viele Bauprojekte wie wohl noch nie in der Geschichte der Stadt um“, so Goebel, der damit auch die Baugebiete in den Ortschaften und vor allem das große Gewerbegebiet an der Lehnsheide einbezieht.

Schule und Kita

Die Stadt habe auch im Bildungssektor in einem erheblichen Maß investiert: In der Oberschule wird umfangreich saniert. Das Campusprojekt wurde fertiggestellt. „Die Kastanienschule hat neue Klassenräume, im Altbau sind Investitionen getätigt worden und im Erdgeschoss des Anbaus ist ein neuer Kindergarten beheimatet“, listet Goebel auf. Die nächste Kita werde im Schützenholz geplant und damit steige der Personalbedarf erheblich. Bei der Stadt seien 134 Mitarbeiter angestellt, die Hälfte in den Kindertagesstätten.

Haus der Bildung

Das Haus der Bildung habe laut Goebel „endlich ein weitgehendes Nutzungskonzept“. Die Rotenburger Werke, Simbav, Vissel for future, der Seniorenbeirat und auch die städtischen Gemeinwesenarbeiter würden dort künftig das Erdgeschoss beleben. Der große Saal stehe auch weiterhin für Veranstaltungen zur Verfügung und sei dafür mit moderner Präsentationstechnik ausgestattet worden.

Barrierefreiheit

Es entstünde fünf barrierefreie Bushaltestellen im Stadtgebiet und die barrierefreie Umgestaltung des Bahnhofes nach den Vorgaben der Bahn sei inzwischen auch fast abgeschlossen.

Ralf Goebel blickt auf sein letztes Jahr zurück.

Soziales

Die Stadt sei aber nicht nur am Planen und Bauen, so sei die Sozialarbeit wieder in die „eigenen Hände“ genommen worden. „Iris Weis und Stefan Gaudies betreiben jetzt eine aufsuchende Jugendsozialarbeit.“ Das von den Landfrauen initiierte Coworking Space im Sommer in Schwitschen habe überregionale Beachtung gefunden.

Feuerwehr

Goebel weiß, dass die Umsetzung erster Strukturveränderungen bei den Feuerwehren viele Diskussionen entfacht habe und auch nicht von allen begrüßt werde. „Doch auch auf diesem Gebiet müssen wir uns veränderten Bedingungen anpassen.“

Gasförderung

Die Verpressung der Rückstände aus der Gasförderung in der Region sei vor gut zwei Jahren endgültig eingestellt worden, die letzte Anlage sei demnächst komplett zurückgebaut. „In Grapenmühlen haben wir es in einem längeren Verhandlungsprozess geschafft, dass bis in eine Tiefe von gut 60 Metern ein Monitoring durchgeführt wird, um mögliche Veränderungen im Grundwasser feststellen zu können“, betont der Verwaltungschef.

Das neue Jeddinger Feuerwehrhaus ist im Bau und ist Teil des Feuerwehrbedarfsplans.

Digitalisierung

Im Bereich der Verwaltung seien viele Abläufe digitaler und für das Homeoffice kompatibel umgestaltet worden. „Wir haben hier große Fortschritte gemacht und sind wirklich in vielen Bereichen sehr gut vorangekommen. So werden in naher Zukunft auch immer mehr unserer Dienste auf digitalem Weg abgewickelt werden können. Das Team im Rathaus ist da auf einem richtig guten Weg und motiviert bei der Sache.“

Der Bahnhalt ist jetzt barrierefrei.

Neuer Stadtrat

Zwar hätte Goebel auch bereits im November seinen Stuhl räumen müssen, als die neuen Stadtratsmitglieder in den Ratssaal eingezogen waren, aber „das landesweit fast einmalige Resultat der Wahl hat mir eine sechsmonatige Verlängerung beschert. Eine vollkommen ungeplante Herausforderung, die ich aber gerne angenommen habe“, unterstreicht der 62-Jährige.

Haushalt

Für 2022 habe der Rat einen ausgeglichenen Haushalt aufgestellt mit einem Volumen von mehr als 20 Millionen Euro. „Der Haushalt kann für die künftige Schwerpunktsetzungen sicherlich eine gute Basis sein“, hebt der in zweieinhalb Monaten scheidende Bürgermeister hervor. Mit dem Zahlenwerk könne der neue Rat und ab Frühjahr dann auch hoffentlich „meine Nachfolgerin oder Nachfolger mit den darin enthaltenen Möglichkeiten neue oder andere Schwerpunkte setzen.“

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