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In Visselhövede bildet sich eine Bürgerenergiegenossenschaft

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Windkraft ist ein mögliches Betätigungsfeld der Genossenschaft.
Windkraft ist ein mögliches Betätigungsfeld der Genossenschaft. © Baucke

Gemeinsame Energie mit Hilfe einer Genossenschaft zu erzeugen, diese Idee wird aktuell in Visselhövede diskutiert.

Visselhövede – Kommt in Visselhövede bald Strom aus der Steckdose und Wärme ins Haus aus einer Bürgerenergiegenossenschaft (BEG)? In der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Klimaausschusses des Stadtrates wurde das entsprechende Konzept mit dem klaren Fokus auf erneuerbare Energien vorgestellt und die weiteren Schritte für die eigene Energie von der Vissel angekündigt.

Zweck dieser Genossenschaft soll sein, die Energiewende auf einer lokalen Ebene voranzubringen. Die Politik fördere in Zukunft derartige Energiegenossenschaften durch gesetzliche Sonderbedingungen. Neue Regelungen zum Energiesharing seien in Vorbereitung. Daher wollen die Initiatoren vorbereitet sein, denn der gesamte Energiemarkt sei im Wandel. So wolle man der starken Aktivität von überregionalen Investoren mit einem regionalen Projekt entgegenstehen, beziehungsweise eine Kooperation mit regionalen kleineren Investoren bewerkstelligen.

Bisher seien zehn Visselhöveder aktiv, um eine BEG auf die Beine zu stellen. Die Vorbereitungen für eine Gründungsversammlung liefen bereits. Im Satzungsentwurf sei ein Wirkungskreis von 25 Kilometern vorgesehen. Die BEG soll für alle Bürger offen sein, die sich als investive Mitglieder an der Genossenschaft beteiligen wollen. „Wir sind offen für Beteiligung von allen Bürgern. Der nächste Schritt wäre, in den Nachbargemeinden dafür zu werben“, sagte Ratsherr Hartmut Wallin (Grüne).

Alle können sich beteiligen

Denn es sollen ausreichend Geldmittel für größere lokale Projekte der erneuerbaren Energien eingesammelt werden. „Die Beteiligung der Stadt wäre gut, weil die Stadt durch das Know-how bei den Erneuerbaren davon profitieren würde“, so Wallin weiter. Außerdem könnten die Investoren gleichermaßen eigene Kunden der BEG sein und die Energie aus den zu realisierenden Projekten für den eigenen Bedarf beziehen. „Man kann selbst produzierten Strom selber wieder verbrauchen, ohne Zwischenhandel“, zeigte Heiner Gerken (Grüne) auf. Laut Gerken seien auch Beteiligungen an Windparks möglich, weil die meisten Vorhabenträger für Windenergieanlagen bereits offen für BEGs seien.

Bei den möglichen Vorhaben will man auf die Erfahrungen der schon existierenden 120 BEGs in Deutschland mit rund 120 000 Mitgliedern zurückgreifen. Unter anderem gibt es eine in Sottrum, die sich bei Windkraft- und Photovoltaik-Projekten engagiert. Zudem betreibt sie ein Carsharing-Angebot.

Etwaige Tätigkeitsfelder oder Geschäftsideen für die BEG seien das Errichten von Photovoltaik-Anlagen, Nahwärmenetze, den Aufbau von Speichersystemen für die gemeinsame Nutzung oder die Beratung der Mitglieder hinsichtlich eigener Anlagen, wie zum Beispiel einer Balkon-PV Anlage. Auch der Zugang zu dem genossenschaftlichen Energieversorger solle geschaffen werden. „Damit sind ihre Mitglieder Produzent und Kunde gleichzeitig“, so das Credo.

Derzeit würden erste Pilotprojekte schon sondiert und mit dem nächsten Treffen am 8. Dezember um 18 Uhr im Haus der Bildung soll die Gründung weiter vorbereitet werden. Anfang 2024 ist eine größere Infoveranstaltung geplant und im März soll dann die Gründungsversammlung stattfinden.

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