Gleitschirmsegler feiern 25-jähriges Bestehen

Immer der Sonne entgegen

Auf dem Fluggelände bei Hainhorst ist am Wochenende immer eine Menge los. Zuschauer sind gerne gesehen und Unerschrockene können auch einen Tandemflug buchen. - Fotos: Kirchfeld

Hainhorst - Von Angela Kirchfeld. Frei wie ein Vogel fliegen, das ist seit Urzeiten ein Traum vieler Menschen. Der Gleitsegelclub Weser „Thermikmöwen“ erfüllt sich und auch anderen diesen Wunsch nach Fliegen und Freiheit – und das bereits seit 25 Jahren auf dem Gelände zwischen Wittorf und Lüdingen.

„Im Frühjahr 1993 haben sieben Mitglieder, damals noch auf dem Fluggelände in Langwedel, den Verein gegründet. Doch nach einem Unfall mit Glück im Unglück durfte dort nicht mehr geflogen werden“, lässt Helmut Giesen, zweiter Vorsitzender des Vereins, die Anfangsjahre noch einmal Revue passieren.

1996 wurde das Gelände des Landwirts Georg-Fritz und Sohn Heinz Meyer bei Hainhorst gefunden. Seitdem hat sich der Verein stets vergrößert und zählt nun 60 aktive und 30 passive Mitglieder, die bei schönem Wetter fast jedes Wochenende dort ihre Gleitschirme von einer Winde in die Höhe ziehen lassen.

„Beinahe mussten wir uns im vergangenen Jahr wieder einen neuen Platz suchen, denn auf dem Gelände sollten Windkraftanlagen entstehen. Doch es wurde der Rotmilan gesichtet, der unter Naturschutz steht, und das Areal ist das Tieffluggebiet für Hubschrauber“, freut sich Giesen, dass er auf dem sogenannten Ost-West-Gelände weiter fliegen darf.

„Der Vorteil ist, wir müssen nicht tausende von Kilometern in die Berge fahren, um unserem Hobby nachzugehen, sondern können hier im Flachland fliegen“, verdeutlicht der Bremer.

Die Mitglieder kommen aus dem gesamten norddeutschen Raum. Eine Ausbildung der Piloten erfolgt in Hainhorst allerdings nicht. Denn die „Thermikmöwen“ haben keine ausgebildeten Fluglehrer, darum wird auf die Flugschulen verwiesen, wie es zum Beispiel im Harz einige gibt. Neben dem Hauptgelände bei Hainhorst hat der Verein noch eine Fläche für die Segelgleiter am Wirtschaftsweg „Am Ochsenegger“ in Kirchwalsede/Ortsausgang in Richtung Süderwalsede zur Verfügung.

Helmut Giesen, zweiter Vorsitzender des Vereins, ist bereits seit 25 Jahren dabei.

„Sicherheit beim Fliegen ist erstes Gebot. Es werden nur Gleitschirmgeräte genutzt, die für einen Windenbetrieb zugelassen sind“, betont Giesen. Die Wesselmann-Doppeltrommelwinde, die von den „Thermikmöwen“ liebevoll „Windelin“ genannt wird, ist auf einem Transporter montiert und ist damit nicht nur auf dem Gelände, sondern überall einsatzbereit. Damit werden die Segelgleiter durchschnittlich auf eine Höhe von 300 bis 400 Meter gezogen. Dort klinken die Piloten das Seil aus und ab gehts, „immer der Sonne entgegen“, wie Giesen schmunzelnd erklärt.

Wenn es das Wetter zulässt, werden auch an einem Wochenende im Jahr die Clubmeisterschaften in Lüdingen ausgetragen. „Der Rekord liegt bei 250 Kilometern. Der Hamburger Philipp Schroer flog sieben Stunden bis nach Oranienburg bei Berlin“, so Giesen, der auch bereits seit 25 Jahren dabei ist.

Das Jubiläum nahmen die „Thermikmöwen“ zum Anlass, in der Scheune auf dem Bauernhof Meyer in Hainhorst mit rund 100 Gästen, Freunden und vielen Ortsansässigen zu feiern. Während des Fests ehrte Vorsitzender Uwe Apel fünf der Gründungsmitglieder sowie den Rekordhalter Schroer.

Zuschauer sind auf dem Fluggelände übrigens immer herzlich willkommen. Ob Flugbetrieb am Wochenende stattfindet, kann über die Handy-Nummer 0170/ 7127165 abgefragt werden. Und ab und an werden für ganz Unerschrockene auch Tandemflüge angeboten.

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