Wallin startet Petition

Baubeginn des Radwegs an der L 171 weiterhin unklar

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Beim Jeddinger Sporplatz ist Schluss mit dem Radweg. Von hier aus müssen die Fahrradfahrer auf der L 171 weiterfahren.

Visselhövede - Von Joris Ujen. Bei den Planungen zum von der kommunalen Politik und Bürgern geforderten Radweg entlang der L 171 zwischen Jeddingen und Brunsbrock gibt es noch keine Einigung.

Die Gefahr, die die Strecke für Radfahrer birgt, hatte sich bereits durch zwei tödliche Unfälle gezeigt. Ein Gespräch vor Ort mit Gisela Schütt und Sönke Zulauf, beide von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) – Geschäftsbereich Verden, und den Bürgermeistern Wolfgang Rodewald (Kirchlinteln) und Ralf Goebel (Visselhövede) sowie der SPD-Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth habe nun zumindest ergeben, dass die Planungen „so schnell wie möglich“ beginnen sollen.

Erst zweieinhalb Wochen ist es her, als ein 53-jähriger Visselhöveder auf der Landesstraße im Bereich Schafwinkel/St.-Pauli an der Abzweigung nach Egenbostel von einem überholenden Pritschenwagen gestreift wurde, daraufhin zu Fall kam und noch am Unfallort aufgrund erheblicher Kopfverletzungen gestorben war. Bereits vor acht Jahren hatte es einen ähnlich gelagerten Verkehrsunfall gegeben, bei dem ein Jeddinger Radfahrer auch tödlich verletzt worden war.

Planungen sollen schnell begonnen werden

Der Geschäftsbereich Verden machte im Gespräch mit den Bürgermeistern und Liebetruth deutlich, dass mit den Planungen für den Radweg so schnell wie möglich begonnen werde, der momentan an Platz drei der regionalen Prioritätenliste des Landesradwegekonzepts stehe. Wann der Planungsbeginn sei, ließe sich aber noch nicht terminieren, so die Behörde. 

Verzögernd wirkten der Fachkräftemangel und wachsende Herausforderungen im Bereich der Brückeninstandhaltung und des Autobahnbaus, weniger fehlendes Geld oder fehlende Stellen, schreibt Landtagsabgeordnete Liebetruth in einer Pressemitteilung. 

Sie, Rodewald und Goebel schlugen vor, das Land könne den Kommunen verbindlich die vollständige Erstattung verauslagter Planungskosten zusagen, damit auch finanzschwache Kommunen ein externes Planungsbüro beauftragen könnten und trotz Fachkräftemangel in der Landesbehörde ein sofortiger Planungsbeginn für den Radweg möglich werde. Darauf konnten sich die Teilnehmenden jedoch noch nicht verständigen.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Landtagsabgeordnete an das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung gewandt und um ein weiteres Gespräch noch in diesem Monat gebeten.

Petition hat schon mehr als 900 Unterschriften

Für das Visselhöveder Ratsmitglied Hartmut Wallin (Bündnis 90/Die Grünen) dauert das zu lange. Der Schwitschener fahre zwei- bis dreimal in der Woche mit seinem Pedelec 28 Kilometer zur Arbeit nach Verden, wobei er einen Großteil davon auf der L 171 fahren muss. „Es ist für mich gefährlich, das zu tun, aber es spart Geld, ist gut für die Umwelt und für meine Gesundheit“, so der Ratsherr. 

Sein Ziel ist es, dass der Fahrradweg in 2019 gebaut wird und hat dafür eine Petition gestartet, die direkt an den niedersächsischen Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) gerichtet ist. Aus seiner Ratsarbeit in Visselhövede wisse Wallin, dass unter den derzeitigen Umständen ein Bau vor 2022 nicht stattfinden wird.

916 Menschen (Stand Donnerstagabend) haben diese Petition (zu finden unter weact.campact.de, Stichwort „Fahrradweg“ in der Suchmaske eingeben) bereits unterschrieben und ihre Unterschrift auch per E-Mail bestätigt. Darunter auch Bürgermeister Ralf Goebel. Der Verwaltungschef bekundet, dass das Geld für den Radwegbau schon eingestellt ist. 

Er und sein Amtskollege Rodewald haben aktuell vor, eine Alternativbeschilderung für Fahrradfahrer ab der Abzweigung Richtung St. Pauli (Landkreis Verden) voranzubringen. Die soll Radfahrer dann weg von der L 171 hin zum Radweg bei Brunsbrock umleiten. „Das werden wir nun den beiden Landkreisen vorstellen.“ Aber, betont Goebel, „das ist keine Ersatzlösung.“ Denn die zweieinhalb Kilometer lange Strecke von Jeddingen nach St. Pauli verläuft trotz dieser Maßnahme immer noch ohne eine Alternative für die Radfahrer.

Der Baubeginn des Radwegs bleibt also noch offen, vielleicht kann die Petition von Hartmut Wallin das Vorhaben zügiger vorantreiben.

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