Stadt Visselhövede bietet viele Dienste digital an

Immer mehr geht auch online

Für die Onlinedienste und den Internetauftritt ist  im Visselhöveder Rathaus Jonas Hermonies zuständig.
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Für die Onlinedienste und den Internetauftritt ist im Visselhöveder Rathaus Jonas Hermonies zuständig.

Visselhövede – Behördengänge sind während des Lockdowns größtenteils nur mit vorheriger Terminvereinbarung möglich. Spontan einen neuen Reisepass besorgen oder einen neuen Erdenbürger anmelden – das ist wegen der Schließung für den „Publikumsverkehr“, wie es die Rathäuser vielfach bekannt geben, nicht mehr so einfach vor Ort machbar. Allerdings haben viele Behörden das vergangene Coronajahr auch dazu genutzt, um digitaler zu werden. Dazu gehört auch das Visselhöveder Rathaus.

Die dortige Verwaltung bietet ihren Bürgern mittlerweile eine ganze Reihe Dienstleistungen an, die online ganz ohne persönlichen Kontakt geregelt werden können. „In der derzeitigen Lage werden viele Angelegenheiten bereits per Mail oder Telefon beantwortet“, sagt Jonas Hermonies von der Verwaltung vorweg. Ein paar Dienste bietet die Kommune im Online-Bürgerbüro an, das über die Internetseite der Stadt zugänglich ist. Zum Beispiel kann dort abgefragt werden, ob der neue Reisepass schon fertig ist, oder falls das Dokument verloren gegangen ist, kann dies dort mit einer digitalen Verlusterklärung angezeigt werden.

„Auch unser Fundbüro wurde aktualisiert, sodass nun auch Online eine Verlustanzeige erstellt werden kann. Diese wird dann automatisch mit bereits erfassten Fundgegenständen verglichen und angeboten“, erklärt Hermonies den überarbeiteten Service. Die Daten würden so abgeglichen, dass nur der wirkliche Besitzer die Fundsachen bekommt.

Erste Schritte gehe die Kommune schon bei sonst sehr aufwendigen Verwaltungsvorgängen. „Derzeit wird gemeinsam mit dem Landkreis Rotenburg und den anderen Kommunen aus dem Landkreis das sogenannte NAVO (Niedersächsisches Antragssystem für Verwaltungsleistungen Online) ausgetestet. Hierfür werden momentan eine Online-Anmeldung von Hunden zur Hundesteuer sowie die Mitteilung von Gartenwasserzählerständen hierüber erstellt und intern getestet“, berichtet Hermonies. Besonders die Hundesteuer steht in der Kritik, dass der Verwaltungsaufwand im Widerspruch zum Steuerertrag stehe.

Mit der neuen Homepage sind dann im Rathaus auch viele Dienstleistungen des Bürger- und Unternehmensservice Niedersachsen verknüpft. „Dadurch stehen dieselben Formulare für verschiedenste Dienstleistungen auf unserer Homepage zur Verfügung, wie sie in Niedersachsen und auch deutschlandweit gültig und einheitlich sind. Die meisten können dann auch gleich am Computer oder Handy ausgefüllt und über das NAVO versendet werden“, so Hermonies zu Onlineformularen.

Damit soll mit der Digitalisierung der Dienstleistungen aber noch lange nicht Schluss sein. „Perspektivisch soll es auf unserer Homepage ein Online-Portal geben, in dem mindestens alle Anträge, die das Online-Zugangs-Gesetz vorschreibt, vorhanden sind“, schaut Hermonies voraus. Per Anmeldung mit der eID des Personalausweises soll der Bürger in diesem zentralen Portal seine Anliegen samt Bezahlmöglichkeit erledigen können und dort dann auch eine Rückmeldung von der zuständigen Verwaltung bekommen. Als Beispiele nenn der IT-Fachmann im Visselhöveder Rathaus die An-, Ab- und Ummeldungen, das Anfordern von Urkunden aus dem Standesamt oder die Beantragung von Führungszeugnissen.

„Das Land Niedersachsen schafft derzeit ein Servicekonto, bei dem man sich nur einmal registrieren muss, um sich dann zukünftig deutschlandweit bei jedem Portal der Kommunen nur noch einzuloggen und nicht mehr erneut registrieren zu müssen“, blickt Hermonies in die Zukunft. Dieses Servicekonto ist auch das politische Vorhaben des Staatssekretärs für Digitalisierung Stefan Muhle im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium.

Dabei schauen die Niedersachsen sich auch gerne etwas beim absoluten Vorreiter in Sachen Digitalisierung, Estland, ab. Dort gibt es bereits seit Jahren das Modell eines zentralen Servicekontos, wofür nur einmal eine Registrierung fällig wird. Das Once-Only-Prinzip hat sich dabei durchgesetzt, damit der Bürger sich nicht bei jeder Behörde neu identifizieren muss. 99 Prozent der öffentlichen Dienstleistungen wird mittlerweile in Estland online erledigt. Nach der Online-Anmeldung eines neuen Erdenbürgers fließt das Kindergeld beispielsweise automatisch auf das Konto der Eltern. Nur die standesamtliche Hochzeit oder die Scheidung sind Behördengänge, die in dem Land noch persönlich erfolgen müssen. Bis in Niedersachsen die Vorgänge jedoch soweit vereinfacht werden, fließt aber sicherlich noch viel Wasser die Vissel herunter.  lee

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