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Ideen für den Klimaschutz

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Das Carsharing-Angebot der Stadtwerke erfreut sich zunehmender Nachfrage.
Das Carsharing-Angebot der Stadtwerke erfreut sich zunehmender Nachfrage. © Tausendfreund

Wie kann eine Verkehrswende in Visselhövede gelingen? Diese Frage steht im Zusammenhang mit dem Wunsch nach Klimaschutz. Eine Antwort könnte das Carsharing Angebot sein, auch mehr Fahrradfreundlichkeit würde helfen.

Visselhövede – Klimaschutz ist notwendig und gewollt, das erkennen auch zahlreiche Kommunen an. Aus diesem Grund werden immer mehr Klimaschutzmanager eingestellt, zahlreiche Klimaschutzkonzepte entstehen – am Ende werden diese optimalerweise auch umgesetzt. Ein Thema innerhalb dieser Konzepte ist der Verkehr – keine Frage, je mehr Individualverkehr rollt, desto schlechter ist das für das Klima der jeweiligen Stadt.

Das verhält sich auch in der Stadt Visselhövede so, hier ist unter anderem die Initiative „Vissel for future“ in der Sache aktiv. Diese hatte sich kürzlich dem Thema gewidmet und dabei zwei Aspekte aufgegriffen: Zum einen das Thema Carsharing. Zum anderen die Frage, wie fahrradfreundlich oder auch -unfreundlich Visselhövede wohl ist. Denn beide Punkte können Bestandteile einer Verkehrswende sein. Die wiederum würde das Klima schützen.

Carsharing ist ein Angebot, welches Nachhaltigkeit fördert

So kamen auf Einladung von Harald Gabriel und seinen Mitstreitern mehrere Vertreter der Rotenburger Stadtwerke nach Visselhövede ins Haus der Bildung. Mitgebracht hatte Hannes Wilkens mit seinen Kollegen das neue E-Auto, welches auch in Visselhövede über das Carsharing-Angebot ausgeliehen werden kann. Wolfgang Stöckmann, Ansprechpartner des Kundencenters in Visselhövede war ebenfalls vor Ort, Alfred Makelke stellte als Projektleiter für E-Mobilität und Ladeinfrastruktur das Auto vor. „Letztlich hat die Idee von Nachhaltigkeit viel mit der Idee von Carsharing zu tun.“ Der Idee konnte sich die Zuhörer schnell anschließen. Dank des neuen Fahrzeugs können die Nutzer des Angebots 450 bis 500 Kilometer mit diesem fahren, bevor ein erneutes Aufladen notwendig wird. „Auch dank der größeren Reichweite sind die Buchungszahlen besser geworden“, so Makelke.

Vor zwei Jahren sah das noch anders aus. Damals gab es kaum Zuspruch zu der Idee, sich in Visselhövede mal eben ein Auto zu leihen. Monatlich nur vier Buchungen im Schnitt gab es damals. Das lag auch daran, dass Standard-Konzepte des Carsharings im ländlichen Raum schnell an Grenzen geraten. So ist es schwieriger, ausreichende Nutzer zu akquirieren, um das Ganze rentabel zu gestalten. „Inzwischen sind die Zahlen deutlich besser geworden“, so der Projektleiter, ohne konkrete Zahlen zu benennen. Den Stadtwerken sei vor allem daran gelegen, den Service als solchen anzubieten. So komme schon bald ein weiterer Standort am Bahnhof hinzu.

Nutzerzahlen steigen

Betrachtet man das Volumen der gefahrenen Kilometer, die über das Carsharing Angebote der Stadtwerke in Rotenburg und in Visselhövede zusammen kommen, ist die Steigerung gut zu belegen. 2020 waren es noch 18 846 Kilometer, 2022 waren es 31 372. Im vergangenen Jahr wurden dann 36 713 Kilometer gefahren. „Viele haben sich bisher nicht getraut“, weiß der Projektleiter aus Erfahrung – durch den Vortrag, den er in Visselhövede hielt, hätte der ein oder andere etwas Mut gefasst, sich mit der Technologie auseinander zu setzten. Das Angebot kann ausschließlich per App gebucht werden. „Viele von uns sind die Altersgruppe 50plus“, weiß Gabriel. Das Interesse sei aber da. Auch, um weiter Berührungsängste abzubauen, wurde nun vereinbart, dass – wenn sich einige Interesse melden – es die Möglichkeit gibt, mit den Stadtwerken gemeinsam erneut einen Termin in Visselhövede zu vereinbaren, um das Angebot einfach mal auszuprobieren, und zwar vom Moment der Buchung bis hin zum Losfahren mit dem E-Auto.

Ein zweites großes Klimaschutz-Thema betrifft die Nutzung von Fahrrädern als Möglichkeit, eben mal nicht mit dem Auto zu fahren. Das beide Themen zusammenhängen, zeigte eine Diskussion, die sich nach der Präsentation durch die Mitarbeiter der Stadtwerke anschloss. So stellten einige Zuhörer fest, dass es sinnvoll wäre, wenn es direkt am Parkplatz des Carsharing-Fahrzeugs überdachte und gut abschließbare Fahrradstellplätze geben würde.

Auch Fahrrad fahren hilft dem Klima

Auch gute Radwege, passende Ampelschaltungen und generell mehr Stellplätze für Fahrräder sind Aspekte, die es Radfahrern erleichtern würden, das eigene Auto stehen zu lassen, um das Fahrrad zu nutzen. „Konkret würde ich mir etwa wünschen, dass beim Combi ein Autostellplatz geopfert wird, um dort Fahrradstellplätze zu schaffen“, so Gabriel. Er würde sich auch wünschen, dass sich noch mehr Visselhöveder für das Thema interessieren. Zwar gibt es innerhalb von „Vissel for future“ bereits eine Gruppe, die rund um das Thema Zweirad aktiv ist. Die meisten sind jedoch schon im Zweiradladen, den die Initiative am Marktplatz betreibt, involviert. Das Thema fahrradfreundliche Infrastruktur ist jedoch ein Thema, welches noch mehr Aspekte beinhaltet. Geplant ist daher, eine Arbeitsgruppe zu gründen. Wer sich in der Sache engagieren möchte, kann sich schon jetzt und ohne großen Aufwand an einer Umfrage beteiligen, die der Allgemeinde Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) initiiert hat. Beim „Fahrradklima-Test“ wird abgefragt, ob Fahrrad fahren in der eigenen Stadt Spaß macht oder eher mit Stress verbunden ist. „Wenn mindestens 50 Leute aus Visselhövede zusammenkommen, die bei dem Test mitmachen, wird Visselhövede in die Studie aufgenommen.“ Eine Teilnahme ist unter der Internetadresse www.fahrradklima-test.adfc.de möglich. Gabriel will nun noch prüfen, ob er mit weiteren Interessenten eine Stadtrundfahrt organisiert, auch um auf mögliche weitere Schwachstellen in Sachen Radverkehr hinzuweisen. Eines ist ihm dabei sehr bewusst: Auf kommunaler Ebene gibt es in Sachen Verkehrswende nur begrenzte Kapazitäten, um aktiv zu werden.

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