Keine Rauchmelder im Seniorenheim

„Ich möchte nur Sicherheit“

Rauchmelder können Leben retten, ein Einbau ist Pflicht. - Foto: Imago

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Es kann doch nicht sein, dass wir Privatleute seit Anfang des Jahres in Schlafzimmern Rauchmelder haben müssen, während das in einem Seniorenheim offenbar nicht notwendig ist!“ Uwe Holsten kann diese Regelung nicht nachvollziehen und ist besorgt, dass seine Schwiegermutter im Visselhöveder Seniorenheim Curata nicht sicher ist, falls es mal zu einem Brand kommen sollte. Der Landkreis Rotenburg als Heimaufsicht und auch der Betreiber des Heims sehen die Lage hingegen nicht so dramatisch.

Das wird in den Schriftstücken deutlich, die mittlerweile im Hause Holsten einen ganzen Aktenordner füllen. „Da wird verklausuliert formuliert und der Landkreis macht nicht so richtig Druck, damit Bewegung in die Sache kommt“, stellt Holsten klar.

Dabei sei es doch ganz einfach: „Aktuell gibt es in dem Haus eine Brandmeldeanlage, die erfasst den Qualm aber nur auf dem Flur. Das heißt, die Rauchschwaden müssen erst durch die Zimmertür ziehen, um von dem Messgerät erfasst zu werden. Wenn es dumm läuft sogar durch zwei Türen – je nach Standort des Sensors. Dann könnte es für einen bettlägerigen Senior allerdings bereits zu spät sein“, so der Visselhöveder. Darum fordert er, dass in den drei Etagen umfassenden Haus mit 110 Pflegeplätzen unverzüglich nachgerüstet wird und alle Zimmer mit Rauchmeldern ausgestattet werden.

„Das wird auch in Kürze geschehen“, betont Matthias Gülich, einer der Geschäftsführer der Curata Care Holding GmbH aus Düsseldorf. Allerdings könne man nicht unentwegt Handwerker in die Zimmer schicken. „Einige Bewohner leben in ihren Zimmern und verbringen dort ihre letzten Lebensmonate. Da muss man die Arbeiten sehr sensibel koordinieren“, betont Gülich.

Im Augenblick sei es so, dass die neuen Eigentümer der Gebäude, die nach der Insolvenz eines englischen Fonds 2013 zwei Jahre später in ihren Besitz übergegangen seien, prüfen würden, ob die alte Molkerei auf dem Gelände abgerissen werde. „Denn dort sollen bis zu 25 neue Einzelzimmer entstehen“, so Gülich, der betont, dass natürlich der Brandschutz für das bestehende Gebäude mit möglichen Neubauten kompatibel sein müsse. „Das wird jetzt alles geprüft und wir sind bei der Arbeit. Wann die Anlage komplett fertig ist, kann ich aber noch nicht genau sagen“, so Gülich.

Nach Auskunft des Landkreises als Aufsichtsbehörde ist offenbar auch keine Eile geboten. „Denn Altenpflegeeinrichtungen gehören baurechtlich zu den sogenannten Sonderbauten“, teilt Sprecherin Christine Huchzermeier mit. Aber: „Zur Sicherheit der Personen, die in ihren Bewegungs- und Orientierungsmöglichkeiten eingeschränkt sein können, werden an die Brandmeldeeinrichtungen besondere Anforderungen gestellt.“ Huchzermeier bestätigt die Aussage Gülichs: „Der Betreiber des Seniorenheimes Curata installiert derzeit in Abstimmung mit der Bauaufsicht und dem vorbeugenden Brandschutz des Landkreises eine neue Brandmeldeanlage, die auch die Zimmer der Bewohner einbezieht.“ Landrat Hermann Luttmann habe in seiner Antwort vom Februar auf eine Anfrage von Holsten auch auf den bevorstehenden Einbau der neuen Brandmeldeanlage hingewiesen. „Herr Holsten hat sich beim Niedersächsischen Sozialministerium als Oberste Bauaufsicht über fehlende Rauchmelder beschwert. Das Ministerium kommt aber zu dem Ergebnis, dass die Vorgehensweise des Landkreises in dieser Angelegenheit nicht zu beanstanden ist“, so Huchzermeier.

„Ich möchte ja einfach nur Sicherheit für die Bewohner, darum sollte die Anlage schnell fertig werden“, fordert Holsten.

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