Interview zum Ruhestand

Visselhövedes Pastor Peter Thom: „Ich erzähle gern vom Leben“

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Pastor Peter Thom geht in den Ruhestand.

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Seit 1984 steht Pastor Peter Thom auf der Kanzel der Visselhöveder St.-Johannis-Kirche. Bald ist Schluss, Thom der in der Nähe von Brandenburg/Havel in einem kleinen Dorf aufgewachsen ist, geht in den Ruhestand.

Am 30. April ist der letzte Arbeitstag des 65-Jährigen, der Theologie in Göttingen, Tübingen und Hamburg studierte. Das Vikariat erfolgte in Loccum, 1982 die Ordination. Im Interview spricht er über die letzten Wochen als aktiver Pastor.

Herr Thom, wie sehen Ihre letzten 100 Arbeitstage aus?

Peter Thom: So wie immer. Ich bin Pastor bis zum 30. April. Termine danach stehen auch schon im Kalender. Allerdings gibt es vieles, was ich zum letzten Mal mache. Die letzte Kinderfreizeit im Schloss Ascheberg habe ich vergangenen Sommer mit meiner Frau Stella geleitet. Dort trafen sich mehr als 30 ehemalige Betreuer am Plöner See. Inzwischen ist fast jeder Anlass ein Abschied. Und ich erlebe diese Zeit des Abschieds ganz bewusst. Es gibt immer wieder Gelegenheit, Danke zu sagen für die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen in der Gemeinde.

Sie gelten sowohl bei Trauungen, als auch bei Trauerfeiern als ehrlich, authentisch und sehr menschlich. Wie bereiten Sie sich vor?

Thom: So wie das jeder Pastor macht. Ich besuche die Leute, spreche mit ihnen und höre zu. Und ich erzähle gern vom Leben – vom ganzen Leben! Ich weiß, das gelingt nicht immer. Das tut mir leid. Einmal fragte jemand: „Warum wird eigentlich bei Beerdigungen so viel gelogen?“ Die Frage ist sicherlich berechtigt. Aber sie tut sehr weh.

Was war Ihr schönster Moment, das schönste Ereignis in Ihrer Dienstzeit?

Thom: Es gab viele schöne Momente: Die Arbeit mit Kindern ist einfach beglückend. Wenn ein Musikstück vom Posaunenchor astrein gespielt wird, ist das eine wunderbare Erfahrung. Die Arbeit mit der Musikgruppe hat immer wieder großen Spaß gemacht. Wenn eine neue Nummer des Gemeindebriefes gedruckt ist, ist das ein prima Gefühl. Es gab auch manch besonderen Gottesdienst, bei dem ich den Eindruck hatte, dass er gelungen war. Oder wenn bei einem Rollenspiel die Pointe richtig gut herüberkam. Manchmal haben Gemeindeglieder nach einer Beerdigung auch „Danke“ gesagt. Für jedes „Danke“ bin ich dankbar.

Ihre Tätigkeit ist nicht immer zum Lachen. Wie finden Sie Ausgleich und Kraft für den Alltag?

Thom: Meine Gitarre liegt immer griffbereit. Und wenn ich singe, kann ich die Welt um mich herum vergessen. Manche schwierige oder schöne Erfahrung gerinnt zu einem Text, und wenn ich dann gerade die Gitarre zur Hand habe, gelingt auch eine Melodie.

Wie wird Ihr Rentenalltag aussehen?

Thom: Schauen wir mal. Ich bin gespannt. Aber machen Sie sich keine Sorgen um meinen Rentneralltag: Wir haben sechs Enkelkinder und den Posaunenchor.

Zum Abschluss: Was werden Sie vermissen?

Thom: Ganz viel. Die Kinder, vor allen Dingen die Kinder! Die Kinderkirche, den Kindergarten. Und die besonderen Gottesdienste, wo es immer etwas zu gestalten gab.

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