SPD-Ortsverein feiert sein 70-jähriges Bestehen

Ein humorvolles Jubiläum

Kabarettist Joachim Zawischa plauderte ganz unbefangen über dessen Begegnungen mit der Kanzlerin. - Fotos: Kirchfeld

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Mit rund 50, aus allen Teilen der Gesellschaft geladenen Gästen feierte am Freitagabend der Visselhöveder Ortsverein der SPD sein 70-jähriges Bestehen. Kaum ein politisches Jubiläum düfte dabei wohl mit so kurzen Reden, dafür aber mit so viel Humor gespickt gewesen sein, wie der Festakt im Heimathaus an der Burgstraße.

So war es dem Vorstand um Torsten Burmester gelungen, den bekannten und preisgekrönten Kabarettisten Joachim Zawischa mit seinem Programm „Kantine Kanzleramt – Ein Koch teilt aus!“ für den Abend zu gewinnen. Doch bevor dieser schleifend auf die Bühne trat, gab es doch noch ein paar rückblickende Worte auf die vergangenen sieben Jahrzehnte.

Federführend bei der Neugründung des Ortsvereines sei vor allem Otto Quellhorst gewesen, wie Lothar Cordts, Chef der SPD-Fraktion im Stadtrat, aus der Biographie des einstigen Visselhöveder Bürgermeisters, stellvertretenden Landrates und Landtagsabgeordneten zu berichten wusste.

„Wir brauchen eine starke Demokratie“

Unterbezirksvorsitzender Klaus Manal machte in seiner Rede deutlich, dass „es angesichts Pegida und der AfD wieder Zeit ist, aufzustehen und für Demokratie zu werben“. Dem konnte sich Ehrengast Lars Klingbeil nur anschließen. „Eine starke Demokratie und eine starke SPD – das ist es, was wir brauchen“, erklärte der heimische Bundestagsabgeordnete. Er wünsche sich, „dass wir alle Demokratie zeigen, egal in welcher Partei“.

Blumen für den SPD-Ortsvereinschef Torsten Burmester (r.) vom Unterbezirksvorsitzenden Klaus Manal.

Die humorvolle, politische Botschaft überbrachte schließlich Kabarettist Zawischa in der Rolle des Küchenchefs in der Kantine des Kanzleramtes. Dort kamen die Insider-Infos schonungslos auf den Tisch. Zawischa machte von vornherein klar: „Ich bin hier der Chefkoch, sonst nichts!“ Aber solange die Spülmaschine laufe, wolle er aus dem Nähkästchen plaudern.

Über den geheimen Inhalt von „Angies Brotdose“, die nur ihm anvertraut sei. „Dafür gebe ich ihr auch wertvolle Werbetipps, wie zum Beispiel Keksebacken.“ Schließlich würden die Immobilienmakler vor der Hausbesichtigung gleiches tun – „das wirkt heimelig und häuslich“. Also habe ihm Merkel ihre Backkünste verraten. „Sie liebt Streuselkuchen, allerdings mit zu wenig Streuseln – die mag sie selbst zu gerne“, verriet der Chefkoch. „Aber so gewann sie halt den Wahlkampf.“

Auch andere Politgrößen, Parteien und vor allem die Lebensmittelindustrie bekamen während der Show ihr Fett weg. Denn schließlich, betonte Joachim Zawischa mit einem breiten Grinsen im Gesicht, sei die Kantine der Dreh- und Angelpunkt, in dem die wahre Politik geschrieben werde.

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