Pferdezüchter Siegfried Kusel warnt vor Jakobskreuzkraut

Hübsch und hochgiftig

Siegfried Kusel hat bereits fast ein wertvolles Pferd durch die Korbblütler verloren. J Fotos: aki

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Bereits im vergangenen Jahr warnte Siegfried Kusel eindringlich vor dem giftigen Jakobskreuzkraut. „Sie gehört zu den giftigsten Pflanzen und kann schwere Leberschädigungen hervorrufen“, so Kusel. Leider habe seine Warnung wenig bewirkt.

„Noch immer ist an der Walsroder Straße, am Hang Am Großen Kamp und auf vielen Wiesen das gefährliche Kraut zu sehen“, bedauert der Pferdezüchter und Kutschlehrer. Was der 78-jährige Kusel nicht verstehen kann: „Es wächst sogar in einigen Gärten. Hier sind besonders Kinder in Gefahr, die diese vermeintlichen Blumen pflücken!“

Siegfried Kusel geht es keineswegs darum, jemanden anzuschwärzen, sondern die Ursache des Problems zu beseitigen. „Wir geben jedes Jahr 1 000 Euro für die Beseitigung dieses Gewächses aus. Nur abmähen nützt nichts. Das Kraut muss mit der Wurzel herausgezogen und entsprechend entsorgt werden – auf keinen Fall auf dem Kompost!“, betont der Pferdefachmann. Dabei geht das toxische Gift nicht nur auf Pferde und Rinder über, sondern dringt auch schon bei Hautkontakt in den menschlichen Körper ein.

„Auf der Weide fressen die Tiere das Jakobskreuzkraut nicht, da es bitter ist. Aber kommt es ins Heu oder Silage, verliert es die Bitterstoffe und die Giftstoffe bleiben erhalten.“ Der 78-Jährige habe bereits fast ein wertvolles Pferd durch die Korbblütler verloren. Kusel: „Die Behandlung kostete einiges an Geld, vor allem leiden die Tiere elendig und oft bleiben nachhaltige Leberschäden.“

Kusel hofft, dass seine Warnung Wirkung zeigt

In anderen Gemeinden und Landkreisen gibt es für das giftige Unkraut besondere Sammelstellen, wie am Rathaus in Bomlitz (Heidekreis). Dort nimmt man sich ernsthaft des Problems an und macht die Bevölkerung darauf aufmerksam. „Die Pflanze sät sich im Nu aus. Die Keime bleiben lange im Boden und kommen selbst nach Jahren wieder zum Vorschein“, macht Siegfried Kusel deutlich und hofft, dass die Warnungen Wirkung zeigen, bevor Menschen oder Tiere zu Schaden kommen.

Jacobskreuzkraut kann schwere Leberschädigungen hervorrufen.

Und so erkennt man die giftige Pflanze: In ihrem oberen Teil befinden sich in einem weitverzweigten schirmrispigen Blütenstand die zahlreichen gelben körbchenförmigen Teilblütenstände. Die Blütenkörbchen haben einen Durchmesser von etwa 15 bis 25 Millimeter und besitzen eine Hülle aus 13 Blättern sowie anliegenden Außenhüllblättern. Die Spitzen der Hüllblätter sind meistens schwarz gefärbt. Es handelt sich um eine zweijährige, manchmal auch länger ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 100 Zentimetern.

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