Hotelier braucht dringend Parkplätze / Jugendtreff muss Ende 2017 weichen

Stadt verkauft Bauhoffläche

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Das alte Gaswerkgebäude bleibt erhalten

Visselhövede - Von Jens Wieters. Das Gelände des Visselhöveder Bauhofs an der Gaswerkstraße samt den darauf befindlichen Gebäuden verkauft die Stadt für 290000 Euro an den Hotelier Hjalmar Peschek, der gleich nebenan drei Seminarhotels betreibt. Er benötigt dringend Parkplätze und Expansionsflächen.

Einstimmig folgte der Stadtrat dem von der Verwaltung verfassten Beschlussvorschlag, der eine Zahlung des Kaufpreises in zwei Raten vorsieht. Die erste soll abhängig von der übertragenden Fläche bereits in diesem Oktober, die zweite in Höhe des Restkaufpreises im Mai 2016 gezahlt werden. Die Kaufsumme für das rund 7600 Quadratmeter große Grundstück beinhaltet auch die rund 10000 Euro, die für die Änderungen des Bebauungsplans anfallen. Käufer Peschek trägt ebenfalls die Entsorgung der auf dem Grundstück befindlichen Altlasten.

Laut Nutzungskonzept ist im ersten Bauabschnitt geplant, für die Gäste des Hotels „Pescheks“ so schnell wie möglich eine provisorische Parkfläche zu schaffen. „Ich plane einen Durchstich vom jetzigen Parkplatz aus“, berichtet der Hotelier unserer Zeitung. 2016/2017 soll in zwei Bauabschnitten ein Hotelkomplex mit 50 Zimmern und weiteren Parkflächen entstehen. Das bisher als Werkstatt genutzte Gebäude des Bauhofs bleibt in seinem Bestand erhalten und wird in das Planungskonzept integriert.

Eine bittere Pille hat die Stadt bei dem Grundstücksverkauf aber zu schlucken, denn der gerade frisch sanierte Jugendtreff im ehemaligen Bauamt wird wohl nur bis Ende 2017 dort in Betrieb bleiben. Das wurde in den Verkaufsverhandlungen vereinbart. „So lange es mich nicht stört, kann der Jugendtreff dort bleiben“, betont Hjalmar Peschek. „Wir haben also noch rund 2,5 Jahre Zeit, wo wir den Jugendtreff dann ansiedeln“, so Bürgermeister Ralf Goebel.

Grundsätzlich herrscht bei den Politikern Einigkeit, dass der Verkauf der richtige Schritt ist. Dieter Carstens (CDU): „Wir arbeiten schon seit Jahren daran, das Grundstück abzugeben und sollten die Gunst der Stunde nutzen.“ Parteifreundin Astrid Kirmeß sprach sogar von einem „Glücksfall für die Stadt“ und will den Hotelier nach Kräften unterstützen: „Er hat ja auch keine andere Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln.“ Auch die Grünen fanden kein Haar in der Suppe des Vertragswerks: „Das ist eine gute Richtung in eine moderne Wirtschaftlichkeit“, so Heiner Gerken. Während die Umsiedlung des Jugendtreffs wohl die leichter zu lösende Aufgabe ist, müssen sich die Politiker Gedanken machen, wo der Bauhof bleiben soll.

„Da bleibt die Frage: Neubau im Gewerbegebiet, wofür rund 700000 Euro ausgegeben werden müssen, oder Flächen und Gebäude bei der Firma Behrens auf dem alten Kasernengelände mieten?“, brachte der Bürgermeister erneut ein Thema auf den Tisch, das bereits in den verschiedenen Gremien diskutiert wurde.

Goebel hat ausrechnen lassen, dass eine Miete auf 15 Jahre ausgelegt, günstiger sei als ein Neubau. Außerdem seien im Gewerbegebiet an der Celler Straße kaum noch Flächen vorhanden, was ein weiteres Argument für den Umzug des Bauhofs in die Kaserne sei.

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