Hitzige Diskussion im Visselhöveder Stadtrat

Der Radweg kommt

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Den Radweg an der Straße von Wittorf nach Lüdingen und weiter nach Kirchwalsede bis zur Gemeindegrenze will die Stadt nun finanzieren.

Visselhövede - Von Tobias Woelki. Willi Barg frede redete sich in Rage. Je länger er sprach, desto kämpferischer klang sein Tonfall. Vehement setzte sich der CDU-Ratsherr, zugleich auch Wittorfs Ortsbürgermeister, während der Sitzung des Stadtrates Visselhövede am Donnerstagabend für den Neubau eines Radweges an der Kreisstraße 205 (K205) ein. Dieser soll in zwei Bauabschnitten von Wittorf nach Lüdingen und von Lüdingen bis zur Kirchwalseder Gemeindegrenze realisiert werden.

Nach einer hitzigen Debatte beschloss der Stadtrat mehrheitlich den Neubau, der im Bau- und Verwaltungsausschuss in den vergangen Monaten immer wieder auf der Tagesordnung stand.

Gegen den Neubau sprach sich SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Cordts aus: „Die SPD unterstützt jeden Radweg dort, wo Infrastruktur, Nutzungsfrequenz und Verkehrsgefährdung es rechtfertigen. Für den Radweg von Wittorf sehen wir diese Rechtfertigung nicht. Von Visselhövede bis Ottersberg kann man durch vorhandene Radwege und verkehrsarme Strecken mit dem Rad weitgehend gefahrlos hinkommen.“ Verlockend seien die Fördergelder von 724000 Euro. Aber, so Cordts, die Stadt müsse auch ihren Eigenanteil von 181000 Euro aufbringen. „Ich fühle mich im falschen Film, wenn im Finanzausschuss der Wittorfer Ortsbürgermeister vorschlägt, über Kürzungen freiwilliger Leistungen im Kultur- und Vereinsbereich nachzudenken, um im kommenden Haushaltsjahr Schulden abzubauen.“

Die CDU sah dies anders. „Die Baumaßnahme ist ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Struktur im gesamten Stadtgebiet. Wir kriegen dafür 80 Prozent Fördergelder“, warb Christdemokrat Rolf Guder um Zustimmung.

„Dieser Weg liegt uns direkt zu Füßen mit einer Zusage von 80 Prozent Fördergeldern. Mit so einer hohen Förderquote haben wir in der Stadt noch keinen Radweg gebaut. Wenn wir das nicht tun, finanzieren wir die Maßnahmen an anderer Stelle über die Kreisumlage mit“, entgegnete Heinz-Hermann Gerken (Grüne) und hielt Cordts vor: „Lothar, das ist doch unredlich, Kürzungen bei den Vereinen mit dem Radwegbau zu verbinden.“

Willi Bargfrede (CDU) konterte ebenfalls: „Die laufenden Kosten müssen wir bedenken. Gerade der Radweg, dann im Besitz des Landkreises, verursacht für die Stadt keine laufenden Kosten, die unseren Haushalt belasten. Ich habe nie gesagt, bei den Vereinen zu kürzen. Das hast du, Lothar, nur angedeutet. Wir sprechen uns an anderer Stelle wieder. Ich will mich aber nicht aufregen.“ Minutenlang argumentierte Bargfrede für den Neubau. „Der Radwegebau schließt eine Lücke im Radwegenetz des Tourow-Verbandes in der Region“, plädierte Astrid Kirmeß (CDU) abschließend für die Maßnahme.

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