Ausstellung auf drei Etagen

Auf dem Gewerbe-Campus wartet hinter jeder Tür eine Überraschung

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Hans-Heinrich Bardenhagen hängt seine Werke auf.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Unzählige Türen gibt es im Gebäude vier auf dem Visselhöveder Gewerbe-Campus. Das ist in einer ehemaligen Kaserne auch nichts Besonderes, nur dass hinter jeder dieser Türen seit einigen Tagen eine andere Überraschung wartet. Denn mehr als 30 Künstler verschiedener Genres bereiten sich auf die „Art-Outlet“-Ausstellung am 3. und 4. März (Samstag und Sonntag) vor.

„Ja, das neue Kulturhaus läuft wie das berühmte geschnitten Brot“, freut sich Willi Reichert, Künstler und treibende Kraft des kulturellen Zentrums Visselhövede. Das natürlich nur Dank des Eigentümers, Joachim Behrens, Chef der Firma JBS, weiter wachsen kann. „Ich habe selber zwar nicht die größte Ahnung von der Kunst, aber mir macht es riesigen Spaß, in dem sonst leer stehenden Gebäude eine kulturelle Vielfalt zu erleben“, hatte Behrens seinerzeit sein Engagement begründet.

In den vergangenen Monaten hatte Reichert fleißig die Werbetrommel gerührt und die noch leer stehenden Räume verschiedenen Künstlern zu günstigen Konditionen angeboten. Und die ließen sich nicht zweimal bitten, sondern sind restlos begeistert von den Möglichkeiten, die in der früheren Soldatenunterkunft und ehemaligen Waffenkammer geboten werden. Jeder der rund 30 Künstler hat quasi ein eigenes Atelier zur Verfügung. Die Räume sind zwischen 15 und 60 Quadratmeter groß.

Die Villa Kunterbunt der Lebenshilfe ist auch zu sehen.

Letztere sind eher für Gruppen geeignet, wie zum Beispiel für die Visselhöveder Rockband Shotgun, die ebenfalls seit dem vergangenen Sommer im Gebäude vier für ihre Auftritte probt. So gibt es während der Ausstellung, die an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet ist, viel zu sehen, zu erleben und natürlich auch zu erwerben.

Einige Maler stellen ihre verschiedenen Werke aus unterschiedlichen Stilrichtungen aus. Es sind verschiedene Installationen und Skulpturen zu bestaunen, die Foto-Werkstatt und das Nähstübchen haben geöffnet, die Besucher können einer Keramikerin über die Schulter schauen, textile Kunstwerke sind zu sehen und auch anzufassen, der Kunstzirkel der Lebenshilfe Rotenburg-Verden ist dabei und viele andere auch.

Die Botheler Künstlerin Susanne Hoppe präsentiert in einem Raum eine Installation mit „Wow“-Effekt.

Der Schwitscher Reichert lehnt sich bei seinem Vorhaben ein wenig an den Museumsgründer Lothar Günther Buchheim an, der ohne Scheu Klassiker des Impressionismus Werken der sogenannten Volkskunst gegenübergestellt hatte. „Entsprechend bieten wir im ,ArtOutlet‘ Unerwartetes, Spannendes und Mitzunehmendes aus den Bereichen der bildenden Kunst, des Kunsthandwerks und der Musik“, betont Reichert, der während der beiden Tage auch viele der austellenden Künstler begrüßt.

„Das Ganze läuft unter dem Titel ,ArtOutlet – Die können was‘“, berichtet Reichert und legt damit bewusst den Fokus auf seine Künstlerkollegen, die fast alle aus der Region der Hohe Heide stammen – von Bothel bis Kirchlinteln, von Stellichte bis Soltau.

Willi Reichert hat es geschafft, innerhalb eines knappen Jahres aus einer unbewohnten ehemaligen Soldatenunterkunft ein florierendes Kulturzentrum zu realisieren. - Fotos: Wieters

Für Reichert, der sich jahrelang mit seinem Projekt im Wasserturm auf dem Sonnentaugelände einen guten Namen weit über die Grenzen des Landkreises hinaus gemacht hat, ist Kunst in Visselhövede mittlerweile eine „echte Marke“ geworden: „All unsere Aktivitäten sind auch für die Menschen gedacht, die vielleicht bisher nicht ganz so viel mit Kunst anfangen konnten“, hofft Reichert auf viele Besucher an dem Ausstellungswochenende.

Wer übrigens Lust hat, mit seiner Art von künstlerischer Darstellung dabei zu sein, braucht nur am kommenden Wochenende im Gebäude vier vorbeizuschauen. „Ich bin Samstag und Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr da, und wir werden sicherlich noch ein Plätzchen finden“, so Reichert, der gerne noch mehr Türen öffnen möchte.

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