Heute drittletzte Sitzung des Dialogforums / Goebel verlangt Lärmschutz

VCD und FDP fordern Ausbau der Amerikalinie

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Im November will das Dialogforum Schiene Nord die Neuausrichtung der Schieneninfrastruktur empfehlen.

Visselhövede/Celle - Von Jens Wieters. Auch heute fährt Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel wieder zum Dialogforum Schiene Nord nach Celle, wo Bahnexperten, Verkehrspolitiker, Bürgerinitiativen und viele Vertreter von verschiedenen Verbänden nach Lösungen für anstehende Infrastrukturprobleme auf den norddeutschen Schienen suchen. Und dabei rückt immer mehr die Alpha-Variante in den Mittelpunkt. Neben dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordern nun auch die FDP-Bezirke Elbe-Weser und Lüneburg diese Variante.

Am Donnerstagabend hatte Goebel während einer nichtöffentlichen Infositzung dem Stadtrat den Stand der Dinge beim Forum und in den verschiedenen Arbeitskreisen erläutert.

Zwar zweifeln manche Bürgerinitiativen in den Nachbargemeinden an, dass die Alpha-Variante, die unter anderem den zweigleisigen Ausbau der Strecke Rotenburg-Verden und die Ertüchtigung der Amerikalinie vorsieht, verstärkt in den Fokus rückt, aber auch Bürgermeister Goebel sieht diese Variante in der Favoritenposition.

„Heute kommen die Zahlen auf den Tisch, wie viele Züge auf den Alt-Trassen wie die Amerikalinie im Vergleich zu möglichen Neubauten fahren können“, so der Visselhöveder Verwaltungschef. Es würden auch die Schwachpunkte dieser Streckenführung aufgedeckt und Lösungen präsentiert.

Eines müsse aber jedem klar sein: „Wird die Strecke ausgebaut, müssen die Anwohner zwischen Langwedel, Visselhövede und Uelzen mit Einschränkungen wie längere Wartezeiten an den Querungen und nicht zuletzt mit mehr Lärm rechnen. Landwirte werden weitere Wege nehmen müssen. Da müssen wir gewappnet sein und gerade beim Lärmschutz Forderungen stellen.“

Planfeststellung für

Y-Trasse abgelaufen

Rückendeckung für einen Ausbau der Amerikalinie bekommen die Befürworter jetzt auch vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). In einer Stellungnahme fordert der Landesverband einen „Strategiewechsel im Dialogforum“ vor.

„Statt Debatten über längst akzeptierte Maßnahmen zu führen und schwerfällig nach Ausschlusskandidaten zu suchen, sollte nun zügig über den Ausbau der Amerikalinie und der Bahnstrecke Rotenburg-Verden entschieden werden, damit mehr Raum für strittige Themen bleibt“, so VCD-Landesvorsitzender Hans-Christian Friedrichs.

Die Ertüchtigung der Amerikalinie und der zweigleisige Ausbau der Verbindung von Rotenburg nach Verden stünde seit Jahren im Bundesverkehrswegeplan und sei Bestandteil des Koalitionsvertrages der Landesregierung. Auch im Dialogforum bestehe ein breiter Konsens über den Ausbau der Strecken. „Der VCD setzt sich seit Jahren für die Amerikalinie und Rotenburg-Verden ein. Wir schlagen vor, Debatten über komplizierte Maßnahmenkombinationen zu überwinden, die Gemeinsamkeiten endlich in den Vordergrund zu stellen und die beiden Projekte als erstes in den niedersächsischen Warenkorb für den Bundesverkehrswegeplan zu legen“, so Friedrichs.

In Soltau tagten am Mittwochabend FDP-Bezirke Elbe-Weser und Lüneburg. Dort wurde eine gemeinsame Resolution beraten und beschlossen und heute in das Dialogforum eingebracht.

Demnach soll das bestehende Schienennetz intelligent erweitert und die Abwicklung der steigenden Hinterlandverkehre über mehrere Strecken verteilt werden. Im Mittelpunkt der Resolution stehen Reisezeitverkürzungen im Personenverkehr, eine Reduzierung der Lärmbelästigung der Anwohner, eine ausgewogene Balance zwischen notwendigem Ausbau und der Verträglichkeit von Menschen, Natur und Umwelt.

Die FDP-Bezirksvorsitzenden, der ehemalige Verkehrsminister Jörg Bode und der Sottrumer Landtagsabgeordnete Jan-Christoph Oetjen, ergriffen die Initiative, weil die bisher bestehende landesplanerische Feststellung für die Y-Trasse inzwischen abgelaufen und nicht mehr nutzbar ist.

„Ein neues Angehen in Richtung Y-Trasse würde der kurzfristigen Notwendigkeit der Entlastung des Güterverkehrs zeitlich nicht gerecht und ist auch in der Bevölkerung nicht akzeptanzfähig“, teilt die FDP mit. Die jetzt vorgeschlagenen Maßnahmen wären innerhalb von vier bis fünf Jahren umsetzbar.

Bürgermeister Goebel ist sich sicher, dass das Signal, welches das Dialogforum Richtung Bundesverkehrsministerium sendet, beim Aufstellen des neuen Bundesverkehrswegeplans auch Gehör findet: „Sonst bräuchte man das Ganze ja nicht zu machen!“ Ein oder zwei Trassenvorschläge hätten schon nach der Oktobersitzung verabschiedet werden sollen, aber es wird „wohl November“ werden, so Goebel.

jw

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