Herbert Meyer ist Visselhövedes Landschaftswart / „Sehe mich als Mittler“

„Bin kein Umweltpolizist“

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Herbert Meyer ist der neue Landschaftswart für das Stadtgebiet Visselhövede. jw

Visselhövede - „Ich bin kein Aufpasser, der jeden Tag Streife fährt, um den Landwirten auf die Finger zu schauen. Aber dennoch ist dieser Posten sinnvoll und nötig!“ Der zurückhaltende Mann, der seinen neuen Job so umschreibt, ist Herbert Meyer, seit Anfang des Jahres vom Landkreis eingesetzter Landschaftswart für das Stadtgebiet Visselhövede.

Der ehemalige Bezirksförster aus Ottingen kennt natürlich aus seiner beruflichen Laufbahn beinahe jede Trockenrasenfläche, die Bruchwälder oder auch die Röhrichtbereiche zwischen Drögen- und Egenbostel, Riepholm und Bretel. „Denn das ist eine von unseren Aufgaben: Wir wollen durch Aufklärung und Gespräche dafür sorgen, dass das Ökosystem in diesen sensiblen Bereichen funktioniert und vor allem auch weiterhin erhalten bleibt“, so der 66-Jährige, der das Ehrenamt „gerne ausübt, weil ich auch als Pensionär immer noch jeden Tag in der Natur unterwegs bin.“ Zu dem Posten ist er aufgrund des Vorschlags eines Ratsmitglieds gekommen und auch der Stadtrat habe schließlich grünes Licht gegeben und sein Interesse dem Landkreis weitergeleitet.

Dass Natur- und Umweltschutz und die wirtschaftlichen Aspekte der ohnehin nicht gerade auf Rosen gebetteten Landwirtschaft nicht immer die gleichen Ziele verfolgen, weiß auch Meyer. „Ich sehe mich aber nicht als eine Art Umweltpolizist, sondern eher als Mittler und Ansprechpartner für die Betroffenen.“ Trotz der Bemühungen um Kompromisse sei aber auch eines ganz klar: „Die Gesetze, die den Naturschutz betreffen, müssen konsequent eingehalten werden.“

So habe zum Beispiel bei den Landwirten mittlerweile ein Umdenken eingesetzt, was die Wegeseitenränder betrifft: „Früher wurde immer bis an die Wege rangepflügt, dass ist jetzt nicht mehr so, weil auch die Bauern wissen, dass diese kleinen Biotope erhalten bleiben müssen.“

In den ersten Wochen seiner Amtszeit habe er der Naturschutzbehörde des Landkreises noch keine größeren Verstöße melden müssen. „Zurzeit geht es eher um das Rückschnittsverbot an Bäumen und Büschen“, so Meyer. Wenn er dann einschreiten müsse, seien die Leute aber überwiegend sehr einsichtig.

Im Landkreis Rotenburg gebe es jetzt 13 ehrenamtliche und drei hauptamtliche Landschaftswarte. „Wir treffen uns regelmäßig zum Austausch und auch Weiterbildung wird bei uns groß geschrieben“, informiert Meyer, der all seinen Kollegen ein „hohes Interesse“ an dem Job attestiert.

jw

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