Ein Helfer kommt selten allein

Kilian Heerdt und Jan Bohnemeyer absolvieren Bundesfreiwilligendienst an der OBS

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Die „Bufdis“ Kilian Heerdt (v.l.) und Jan Bohnemeyer haben sich ein umfangreiches Programm an der Oberschule zusammengestellt. Schulleiter Gerard Dyck ist dankbar für ihr Engagement. 

Visselhövede - Von Joris Ujen. Sie sind beide 20 Jahre jung, haben die Schule hinter sich gelassen und sind dennoch kurze Zeit später wieder in solch einem Bildungshaus gelandet: Kilian Heerdt und Jan Bohnemeyer machen seit September vergangenen Jahres ihren Bundesfreiwilligendienst (kurz „Bufdi“) an der Oberschule (OBS) Visselhövede.

Unterrichtsbegleitend unterstützen sie die Lehrerschaft, halten Aufsicht und organisieren eigene Projekte. Schulleiter Gerard Dyck ist dankbar für die Hilfe, ist aber auch mit seiner Schule auf die helfenden Hände angewiesen. Für das kommende Schuljahr sucht die OBS noch einen engagierten Kandidaten.

Rasante Weiterentwicklung der Persönlichkeit

„Wir merken, wie sich die Persönlichkeiten der ,Bufdis‘ innerhalb der wenigen Monate weiterentwickelt“, lobt Dyck seine Schützlinge. Waren sie zu Beginn ihres Dienstes noch etwas unsicher, wuchsen sie in ihrem Engagement immer mehr. „Das ist ein guter Weg und eine Chance, seine beruflichen Interessen für sich zu entdecken“, so der Schulleiter. Zudem ergeben sich bei „Bufdi“-Seminaren auch viele Möglichkeiten, „Kontakte zu knüpfen und sich dadurch ein Netzwerk aufzubauen“, ergänzt Heerdt. Der Borcheler und sein „Bufdi“-Kollege Bohnemeyer stehen unter anderem den Lehrkräften unterrichtsbegleitend zur Seite. Vor allem unterstützen sie die „nicht einfachen, wilden Klassen“, sagt Bohnemeyer. Aufsichten im Ruheraum und in der „bewegten Pause“ – freies Spielen in der Turnhalle – übernimmt das Duo selbst. Der Bezug zum Sport ist auch der Schwerpunkt ihres Dienstes.

Parallel zur Arbeit an der OBS trainieren sie jeweils eine Jugendmannschaft beim SV Schwitschen. Heerdt coacht die G-Jugend des Vereins, Kindergartenkinder bis Erstklässler: „Das ist natürlich sehr spielerisch gehalten, aber den Kleinen wird auch schon ein Verständnis für Regeln aufgezeigt. Und das Verlierenlernen ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung.“ Bohnemeyer leitet die etwas ältere E-Jugend als Co-Trainer. Anfang September ist ihre Arbeit beim Verein sowie in der Oberschule vorbei. Ein junger Kicker war ganz traurig, als er erfuhr, dass Bohnemeyer bald nicht mehr da ist. „Ich musste ihm erklären, warum ich bald weg bin“, so der Botheler.

Flüchtlinge zeigen großes Interesse

Der Bundesfreiwilligendienst wird seit 2015 auch vermehrt in der Flüchtlingsarbeit wahrgenommen. Bohnemeyer und Heerdt tragen auch in Visselhövede ihren Teil zur Integration bei: Täglich unterstützen sie die Lehrer im DAZ-Unterricht, Deutsch als Zweitsprache, an der OBS. Aufgeteilt in zwei Klassen lernen die Flüchtlingskinder an der Schule in diesem Kurs die deutsche Sprache. „Je nach Lernfortschritt betreuen wir auch Schüler im Einzelunterricht“, erklärt Bohnemeyer, der auch eine eigene DAZ-AG leitet. Dorthin gehen rund zehn Geflüchtete, die aus eigenem Antrieb mehr über Deutschland erfahren wollen. „Das Interesse ist sehr groß. Sie wollen zum Beispiel mehr über das Grundgesetz erfahren oder was eine Demokratie überhaupt ist“, freut sich Bohnemeyer über die Neugier der Schüler.

Nachdem Heerdt im ersten Halbjahr eine Percussion-AG leitete, die kaum Anklang fand, hat er jetzt seinen Platz in der Bühnenbau-AG gefunden. Seine Interesse dafür kommt nicht von ungefähr, da er für später einmal eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker ins Auge gefasst hat. Das wöchentliche Arbeitspensum von 39 Stunden ist für die „Bufdis“ somit abwechslungsreich gestaltet. Das Hauptaugenmerk der beiden liegt aber vor allem beim Sport. Sei es bei der Betreuung im Unterricht oder bei der Fitness-AG im städtischen Fitnessstudio, wo sie mit Schülern zweimal pro Woche ihrem Bewegungsdrang frönen. „Damit wollen wir die Gesundheit der Kids fördern und den Spaß am Sport anregen“, sagt Heerdt. Die Oberschule arbeitet mit dem ASC Göttingen als Träger für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Sport in Niedersachsen und Zentralstelle für den Bundesfreiwilligendienst zusammen.

Wer überlegt, selbst als „Bufdi“ seinen Horizont zu erweitern, meldet sich im Sekretariat der OBS bei Meike Schwarz unter der Telefonnummer 04262 / 957367.

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