Elfriede Indorf ist 70 Jahre im DRK

Helfen als Lebensinhalt: Ein guter Engel für Familien

Elfriede Indorf Foto: Kirchfeld

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. „,Elfriede, du bist die geborene Krankenschwester.‘ Das hat man mir gesagt, als ich im Krankenhaus gelegen habe. Doch zu Hause haben drei Jungs, der Mann und vier ältere Leute gewartet, die ich zu versorgen und zu betreuen hatte“, berichtet die Visselhövederin Elfriede Indorf aus ihrem Leben. Die heute 94-Jährige blickt auf abwechslungsreiche und schwere Zeiten zurück, aber auch auf 70 Jahre im DRK-Ortsverein Wittorf. Eine Leistung, für die sie vom Vorsitzenden Jürgen Tamke besonders ausgezeichnet wurde. Zu diesem Anlass präsentierte Indorf ihren alten Schwesterhelferinnen-Ausweis. „Wenn deine Familie mal krank wird, weiß ich, wie man hilft“, hat Indorf nämlich damals gedacht und von 1972 bis 1973 beim DRK einen Kurs zur Schwesternhelferin absolviert. In einem kleinen Kästchen bewahrt sie viele Anstecker und Ehrenabzeichen auf. Für die 70 Jahre kommen jetzt noch ein Anstecker und eine besondere Brosche hinzu.

Die gebürtige Bleckwedelerin hat sich damals nicht nur damit begnügt, erfolgreich ihre Ausbildung zur Schwesternhelferin zu absolvieren, sondern hat stets Familien geholfen, die in Not waren. „Die erste Stelle war in Nindorf, dann folgten in Visselhövede zwei behinderte Kinder, deren Mutter im Krankenhaus lag. Da gab es noch die Familie in Wehnsen, wo die Frau an Krebs erkrankt war. Dann war ich in Eversen aktiv, wo die Mutter an Muskelschwund litt. In Rotenburg habe ich einer Familie geholfen, in der der Vater Diabetes, die Tochter Leukämie und der Sohn ein sogenanntes Contergankind war“, zählt Elfriede Indorf ihre Einsätze zu Beginn auf. Darüber hinaus ging es mit 50 Kindern in die Jugendherberge nach Bodenwerder und zur Betreuung von Spätheimkehrern nach Friedland – alles ehrenamtlich.

Von einem besonders lustigen Erlebnis berichtet Sohn Dirk Indorf. „Als meine Mutter zwei behinderte Mädchen nach Berlin gebracht hat, musste sie dort in einem Hotel übernachten und hat sich gewundert, dass die Gäste erst spät am Abend kamen. Denn wie sich herausstellte, handelte es sich nämlich um ein Bordell.“ „Aber Geld hab ich keins verdient“, stellt die Mutter augenzwinkernd klar.

Elfriede Indorf, zu deren Familie mittlerweile sechs Enkel und drei Urenkel zählen, hat immer weitergearbeitet. „Als unser Visselhöveder Café eröffnet hat, stand sie in der Küche und hat auch später noch viele Torten gebacken“, so Dirk Indorf. „Sie ist geistig aktiv, liest regelmäßig Zeitung, schreibt viele Briefe, nimmt am Leben teil und ist immer sehr gut informiert.“

„Es war nicht immer einfach, aber das erlernte Wissen von damals, hilft mir immer noch“, betont die 94-Jährige.

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