Heiners Theatergruppe feiert Premiere / Szenen auch jenseits des Drehbuchs

Viel Trubel um die Erbschaft

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Die Aufführung „Miss Sophies Arfschaft“ von Heiners Theatergruppe strapazierte die Lachmuskeln der Zuschauer.

Jeddingen - Von Bettina Diercks. Wie gewohnt gab Heiners Theatergruppe aus Jeddingen auch in diesem Jahr vor ausverkauften Haus seine diesjährige Theaterpremiere. Das Publikum hatte viel zu lachen. Und nicht immer hielten sich die Darsteller ans Drehbuch, was für zusätzliche Erheiterung sorgte.

„Miss Sophies Arfschaft“, eine kurzweilige Plattdeutsche Komödie von Andreas Wening, gerät bei so viel darstellerischem Können und witzigen Dialogen in den Hintergrund. Einen illustren Schlagabtausch liefern sich die abgehalfterte, aber nach wie vor schwer männeraffine Operettendiva Ludmilla Stroganoff (Susanne Heuer-Hartwig) und ihre Assistentin Gundula (Britta Carstens), boshafter Weiser „Knorpel“ genannt.

Denn die Gute ist ebenfalls adelig und eigentlich eine „von Knorpsheim“. Verarmter Adel dank „Miss Sophie“, wie sich später herausstellt. Insgesamt hat die alte Dame in vielen Dingen, oder eher gesagt Familien, ihre Finger im Spiel gehabt. Zum Erstaunen aller Anwesenden. Von dem „seriösen“ Anwalt und Nachlassverwalter Ross (Henning Vollmer) einmal abgesehen.

„Gundula“ Carstens brilliert in ihrer Rolle und überzeugt durch ihr einwandfreies Plattdeutsch genauso wie mit Mimik und Gestik. Die Rededuelle mit ihrer Chefin sind urkomisch und unterhaltsam.

Fast schon leid tun kann einem Claas Runge in seiner Rolle des Butlers James. Er muss sich sowohl die handgreiflichen Avancen der Operettendiva Stroganoff als auch des Möchtegern-Modemacher Siegfried Roy Toby (Wilfried Meinke) gefallen lassen. Mit offener Hose und aufgeknöpften Hemd stürmt ein völlig aufgelöster James auf die Bühne.

Mit seinem Auftritt als Modegott, liefert „Pfiff“ Meinke am Premierentag eine stille, aber sehr farbige Hommage zu Elvis Presleys Geburtstag (8. Januar 1935). Er zieht in einem knallroten, eng anliegenden Anzug mit Schlaghose auf dem Gut Kübelstein ein und kassiert Szenenapplaus. Die in Spektralfarben gehaltene Spiegelsonnenbrille, der rote Lippenstift und der Glitter im Gesicht geben dem Auftritt eine besondere Note.

Der letzte Akt gerät etwas langatmig, wofür das Ensemble aber nichts kann.

Für die nächsten Aufführungen (10., 16., 17., 23. und 24. Januar) gibt es nur noch wenige Restkarten.

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