Ein Heim für zwei Vereine

An- und Umbau des Sport- und Schützenhauses in Jeddingen fast fertig

Eine gemeinsame Sache: Die Sportler, in Vertretung des Vorsitzenden Peer Leefers (l.) und die Schützen, unter der Leitung von Jan Meinke, freuen sich über die neuen Räumlichkeiten. Fotos: Kirchfeld
+
Eine gemeinsame Sache: Die Sportler, in Vertretung des Vorsitzenden Peer Leefers (l.) und die Schützen, unter der Leitung von Jan Meinke, freuen sich über die neuen Räumlichkeiten.

Jeddingen – Eine einmalige Gemeinschaftsaktion ist der Um- und Anbau des Sport- und Schützenhauses in Jeddingen, der kurz vor der Fertigstellung steht: Dabei haben nicht nur Sportler und Schützen, sondern das ganze Dorf Arbeitseifer bewiesen und sie tun es noch. „Mit der Planung haben wir bereits 2015 begonnen“, blickt Peer Leefers, Vorsitzender des Sportvereins MTV Jeddingen, der zurzeit 576 Mitglieder zählt, zurück. „Durch 17 spielende Fußballmannschaften – Frauen, Mädchen, Junioren und Herren – haben wir rund 250 aktive Fußballer. Das alte Sporthaus kam an seine Grenzen.“

Der Schützenverein mit seinen 223 Mitgliedern, unter Leitung des damaligen Schützenchefs Jürgen Dunecke, der das Amt inzwischen an Jan Meinke abgegeben hat, benötigte zum Zeitpunkt der Planung einen neuen Luftgewehrschießstand, da der alte in die Jahre gekommen war. „So wurden dann die Köpfe zusammengesteckt und festgestellt, dass es viele Synergien gibt, wie sanitäre Anlagen und Schulungsraum“, berichtet Leefers. Mit der Firma Carstens wurde ein ortsansässiges Bau- und Planungsbüro mit den Ansätzen und Ideen betraut. Das fertigte die ersten Entwürfe an. 

Als alle bürokratischen Hürden genommen und finanzielle Fragen hinsichtlich Fördermittel geklärt waren, konnte im Herbst 2018 mit dem Bau begonnen und im Februar 2019 bereits Richtfest gefeiert werden. „Besonders hervorzuheben ist unter anderem die tolle partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Vorständen der Vereine, die sich über den gesamten Zeitraum als wirklich angenehm und fair dargestellt hat“, betont der Sportchef, der auch sicher ist, dass das Projekt ohne den immensen Anteil an Eigenleistungen der freiwilligen Helfer niemals in der Form hätte realisiert werden können. „Es waren teilweise Einwohner aus Jeddingen dabei, die nicht mal Mitglied in einem der beiden Vereine sind, aber unbedingt ihren Beitrag leisten wollten“, erinnert sich Leefers. „Eine gelebte Dorfgemeinschaft“, freut sich auch der ehemalige und langjährige Schützenchef Jürgen Dunecke. Unermüdlich im Einsatz sei Jan-Friedrich Carstens in seiner Funktion als Bauleiter und Claus Hesse als „gute Seele der Baustelle“. Dafür wurde er bei der Jahreshauptversammlung mit einem „Oscar“ ausgezeichnet.

Schützenchef Jan Meinke präsentiert die neue Schießanlage im Sport- und Schützenhaus, die nun über sechs Plätze für die Schützen verfügt.

Am ursprünglichen Gebäudekomplex des alten Sporthauses entsteht so für rund 350 000 Euro ein 380 Quadratmeter großes, modernes Gebäude. Fast ist es geschafft, doch noch fehlen die Außenarbeiten, Parkplätze und eine Befestigung rundherum. Das Innere kann sich aber bereits sehen lassen. So sind die hellen, freundlichen Räume aufgeteilt in eine moderne Schießanlage mit sechs Plätzen. Der große Gemeinschaftsraum hat eine Größe von 60 Quadratmetern und wird von beiden Vereinen genutzt. Dem angegliedert ist eine Teeküche mit breitem Bedientresen zum Gemeinschaftsraum. Des Weiteren wurde viel Wert auf die Sanitäranlagen und die vier neuen Umkleidekabinen für die Sportler gelegt, sodass es jetzt insgesamt sechs neue Kabinen mit Duschräumen gibt. Für die Schiedsrichter stehen nun insgesamt drei Kabinen zur Verfügung.

Die Kosten müssen die Jeddinger nicht alleine tragen. 52 500 Euro kommen von der Stadt Visselhövede, 80 000 Euro gibt das EU-Programm Hohe Heide dazu, vom Landkreis Rotenburg gibt es noch einmal 50 000 Euro und vom Kreissportbund 58 000 Euro. Die restlichen 60 000 Euro bringen zu gleichen Teilen die beiden Vereine auf.

Claus Hesse hat für seine tatkräftige Hilfe einen „Oscar“ bekommen.

Auch die Jeddinger Damen waren während der Bauphase nicht untätig, sondern versorgten die fleißigen Handwerker mit Essen und Getränken. Wann die Einweihung stattfindet, ist in Zeiten des grassierenden Coronavirus noch nicht absehbar. Jedoch haben beide Vereine mit dem Gebäude eine gute Basis für die nächsten Dekaden. „Jetzt können wir uns endlich wieder mit voller Kraft dem widmen, weshalb wir uns den Stress angetan haben – der sportlichen Entwicklung der Jeddinger Vereine“, so Leefers, der schon die nächsten Ziele fest im Blick hat. So sollen die nutzbare Sportplatzfläche erweitert und das Flutlicht saniert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Barock und Bio im Bliesgau

Barock und Bio im Bliesgau

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Meistgelesene Artikel

Zentrale Frage: Wie lange?

Zentrale Frage: Wie lange?

„Land schafft Verbindung“: „Mit der AfD nichts am Hut“

„Land schafft Verbindung“: „Mit der AfD nichts am Hut“

SPD allein zu Haus

SPD allein zu Haus

Corona-Regeln sorgen für Verwirrung in Rotenburg - jetzt darf Jawoll wieder öffnen

Corona-Regeln sorgen für Verwirrung in Rotenburg - jetzt darf Jawoll wieder öffnen

Kommentare