Artoutlet verändert sich stetig / Vorbereitung der nächsten Ausstellung

Ein Haus in der Entwicklung

Maler Jobst Deventer zeigt den Besuchern Ende März sein Atelier und woran er gerade arbeitet.

Visselhövede - Von Ann-christin Beims. „Es gibt Neues“, begrüßt Manfred Willi Reichert die Kreiszeitung zum Gespräch im Visselhöveder Artoutlet auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne. „Der ursprüngliche Zweck des Artoutlets wurde erfüllt“, erklärt der Künstler. Denn in den Räumen können sich die Mieter ausprobieren, es kann eine Art Start-Up-Funktion bieten. Und das sei nun geschehen, denn eine Kunsthandwerkerin und eine Näherin haben das Artoutlet verlassen und sich mit einem Geschäft im Kernort selbstständig gemacht.

„Die beiden konnten sich hier ausprobieren, waren von Anfang an im Outlet dabei“, sagt Reichert. Von Anfang an, das heißt seit etwa drei Jahren. Denn seitdem gibt es das bunte Miteinander aus Künstlern unterschiedlicher Bereiche. Reichert sagt, er will ihnen in dem ehemaligen Kasernengebäude eine relativ günstige Möglichkeit bieten, sich zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen – mitunter ein erfolgreicher Startschuss.

Einer der beiden Räume, die frei geworden sind, ist bereits wieder vermietet. Dort hat sich die Band „Cap‘n Massive Groove“ einquartiert. „Die machen geile Mukke“, meint Reichert und grinst. Die jungen Musiker hätten eine Musikschule in Hamburg. Um sich in Ruhe um ihre eigene Musik kümmern zu können, treffen sie sich nun in Visselhövede, wo sie sich ein Tonstudio eingerichtet haben.

Reichert spricht aber auch speziell das an, was sich seiner direkten Organisation entzieht: So tun sich Mieter zusammen, stellen eigene Projekte auf die Beine. „Das Haus entwickelt sich“, sagt er. Einige haben sich den „Offenen Werkräumen“ des Kulturvereins Schneverdingen angeschlossen und laden in ihre Ateliers ein. Blaue Bänder weisen am entsprechenden Tag den Weg. „Das soll am 1. Mai auch im Artoutlet wieder stattfinden“, weiß Reichert. Er findet genau das spannend: „Es entwickeln sich ganz eigene Strukturen, auch kreisübergreifend.“

Ein weiteres großes Ereignis wird der nächste Tag der offenen Tür, den der Macher für den 28. und 29. März plant. Neben den eigenen Künstlern hat sich die Veranstaltung rumgesprochen und auch Gastkünstler quartieren sich in den freien Räumen ein. Unter ihnen die Eichenschule Scheeßel, die wieder etwas vorbereitet. „Aber es sind auch neue Gesichter dabei“, so Reichert.

Aktuell bereitet er auch selber dafür etwas vor. Geplant ist eine begehbare Installation zum Thema Fliegen, die er in Teilen unter anderem im Deutschen Historischen Museum in Berlin gezeigt hat. „Komplett war sie aber noch nirgends zu sehen“, verrät der Künstler. Er hat sie erweitert. Zu sehen sind Skulpturen, Videos, aber auch Werke von Gastkünstlern. An einer Wand hängen Postkarten, mit diversen Flugobjekten. „Es beschäftigt sich alles mit dem vielfältigen Traum vom Fliegen“, erklärt Reichert. Wer den Raum betritt, fühlt sich anhand der Werke zum Teil direkt in die Zeit des Piloten Lindbergh zurückversetzt.

Auch an anderer Stelle wird fleißig gearbeitet. So nutzt der Riekenbosteler Jobst Deventer seine freie Zeit, aktuell arbeitet er an einer Spirale. Auch er ist ein Mann der ersten Stunde. „Das ist ein schönes Projekt und Kunst verändert sich immer“, erklärt der Maler, der sich über die regelmäßigen Ausstellungen im Artoutlet freut. Für ihn sei es interessant, wenn der Betrachter eigene Assoziationen mit einem Werk verbindet, weshalb er diesen oft keine Namen gibt. Er will zum Nachdenken anregen. Und das ist Ende März wieder möglich.

Freie Räume

Insgesamt sind noch etwa zwölf kleinere Räume frei, jeweils um die 14 Quadratmeter. Wer Interesse hat, kann sich bei Manfred Willi Reichert melden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Welche Kanareninsel ist die richtige für mich?

Welche Kanareninsel ist die richtige für mich?

Urlaub zwischen Pyramiden und Palmen auf Yucatán

Urlaub zwischen Pyramiden und Palmen auf Yucatán

Nach Gnabry-Schreck: Perfekter Bayern-Start gegen Atlético

Nach Gnabry-Schreck: Perfekter Bayern-Start gegen Atlético

Lukaku verhindert Gladbacher Traumstart in die Königsklasse

Lukaku verhindert Gladbacher Traumstart in die Königsklasse

Meistgelesene Artikel

Kampf gegen Clan-Kriminalität ist Chefsache

Kampf gegen Clan-Kriminalität ist Chefsache

Kampf gegen Clan-Kriminalität ist Chefsache
Coronavirus-Cluster in Karlshöfen: Landkreis Rotenburg zieht Notbremse

Coronavirus-Cluster in Karlshöfen: Landkreis Rotenburg zieht Notbremse

Coronavirus-Cluster in Karlshöfen: Landkreis Rotenburg zieht Notbremse
Eiche: Alles auf Neustart

Eiche: Alles auf Neustart

Eiche: Alles auf Neustart

Kommentare