27,43 Prozent der Einwohner machen bei Umfrage mit / 120 zu 112 Stimmen

Hauchdünne Mehrheit für mögliche Windparks

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Willi Bargfrede (sitzend, v.l.), Anja Bockelmann und Manfred Rochel haben einige Stunden im Dorfgemeinschaftshaus in Wittorf verbracht, um die Meinung der Bürger zum Thema Windparks in der Nähe entgegenzunehmen.

Wittorf - Von Jens Wieters. 237 Wittorfer machten sich am Sonntag auf den Weg ins Dorfgmeinschaftshaus, um schriftlich ihre Meinung bezüglich möglicher Windparks bei Bretel, bei Lüdingen oder sogar an beiden Standorten abzugeben. Nach der Auszählung steht fest: Eine klare Mehrheit gibt es nicht, nur eine hauchdünne pro Windkraft.

„120 Menschen aus Wittorf und den umliegenden Ortsteilen haben sich für Windkraftanlagen in der Nähe ausgesprochen, 112 dagegen. Das entspricht einem Satz von knapp 52 Prozent Befürwortern und rund 48 Prozent Gegnern“, erklärt Ortsbürgermeister Willi Bargfrede (CDU). Fünf der 237 abgegebenen Stimmen seien ungültig gewesen.

Der Ortsrat hatte diese Meinungsabfrage ins Leben gerufen, um damit auf den Entwurf des Raumordnungsprogramms des Landkreises zu reagieren. Der hatte zwar keine Vorrangebiete in unmittelbarer Nähe des Dorfes vorgesehen, aber dennoch gibt es Interessenten, die auch aus wirtschaftlichen Gründen gerne bis zu 200 Meter hohe Anlagen bauen würden. Zu den Eigentümern von vielleicht infrage kommenden Flächen gehören auch einige Ortsratsmitglieder. „Damit es später nicht heißt, das solche Entscheidungen ohne den Willen der Einwohner getroffen werden, hat sich der Ortsrat einstimmig für diese Abfrage entschieden“, erläutert Bargfrede.

Die Meinung der Bürger hat aber keine bindende Wirkung, denn der Ortsrat gibt nur eine Stellungnahme bei der Stadt ab, die wiederum in ihren politischen Gremien beraten muss, um dann ihrerseits dem Landkreis eine Formulierung zu schicken wie sie zu dem Raumordnungsprogramm steht. „Dann werden die Eingaben aller Kommunen noch einmal im Kreishaus bearbeitet und danach erneut vorgelegt“, hatte Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel bereits im Vorfeld das Prozedere erläutert.

Bei Windrädern scheiden sich in Wittorf die Geister.

„Grundsätzlich hätte ich mir eine etwas höhere Beteiligung an der Umfrage mit einer Drei als erster Zahl gewünscht, aber die 27,43 Prozent sind auch nicht so schlecht“, freut sich der Wittorfer Bürgermeister aber dennoch, dass die Zeiten der „Kaffeesatzleserei“ vorbei sind. Denn im Vorfeld sei doch viel spekuliert worden, ob nun die Mehrheit der Wittorfer für Windenergieanlagen im Norden und Westen der Ortschaft stimmen würde oder doch nicht. „Jetzt haben wir endlich belastbare Zahlen, auch wenn die keine eindeutige Aussage zulassen“, so Bargfrede, der allen Bürgern „für das Engagement“ dankt, „zur Meinungsbildung beigetragen zu haben“. Laut Bargfrede sei die Umfrage auch dahingehend interessant gewesen, weil sich von den 120 Windkraftbefürwortern 51 vorstellen könnten, Anlagen sogar an beiden ins Auge gefassten Standorten bauen zu lassen. „22 waren für Lüdingen, 47 für Bretel“, so Bargfrede. Dort sei aber das Interesse an der Umfrage sehr hoch gewesen: „Es leben zwar nur wenige Menschen in Neu-Bretel, aber 66,6 Prozent haben mitgemacht, in Alt-Bretel waren es 56 Prozent.“ Im vielleicht betroffenen Lüdingen nutzten 32 Prozent der Einwohner die Umfrage.

Der Ortsrat werde nun in Kürze tagen und über die Zahlen diskutieren. „Es wird schwer, eine klare Stellungnahme zu schreiben, da es keine eindeutige Mehrheit gibt, aber unsere Intention lag auch mehr darin, die Bürger zu beteiligen“, so der Ortsbürgermeister.

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