Er hätte gerne weitergemacht

Heiko Hermonies über seine Zeit als Stadtbrandmeister

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Heiko Hermonies war sechs Jahre Stadtbrandmeister von Visselhövede.

Visselhövede - Von Joris Ujen. In acht Tagen endet seine Amtszeit, gerne hätte Heiko Hermonies sechs weitere Jahre als Stadtbrandmeister von Visselhövede gearbeitet, „aber ändern kann ich das jetzt nicht mehr und das ist auch nicht schlimm“. Aber schade, erzählt der 59-jährige Hiddinger im Gespräch mit der Kreiszeitung. Sein ehrenamtliches Engagement im Feuerwehrwesen wird er aber nicht an den Nagel hängen, beruflich hat er in diesem Tätigkeitsfeld bei der Bundeswehrfeuerwehr Munster eh noch fast zwei Jahre vor sich bis zur Pensionierung.

Hermonies hatte eine weitere Kandidatur ursprünglich ausgeschlossen - alleine aus dem Grund, dass das Brandschutzgesetz vor 2018 die ehrenamtliche Tätigkeit nur bis 63 Jahren vorsah. „Dann hätte ich mein Amt nur drei Jahre ausüben kommen.“ Doch durch die Neuregelung, die das Ehrenamt auf 67 Jahre anhob, wollte er es auch auf Anraten einiger Ortsbrandmeister noch ein einmal wissen. Das gelang ihm bekanntlich nicht, bereuen tut er seine Entscheidung aber auch nicht. „Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt der scheidende Stadtbrandmeister.

Hermonies hätte gerne den weiteren Verlauf seiner monatelangen Konzepterarbeitung zusammen mit den Ortsbrandmeistern für den Brandschutzbedarfsplan miterlebt. „Das ist schon schade, da steckte sehr viel Arbeit drin. Wenn man die Saat ausgebracht hat, hätte man auch gerne den Erfolg geerntet.“ Hintergrund dieser Maßnahme war die Neuanschaffung von Fahrzeugen und geplante Um- beziehungsweise Neubauten von Feuerwehrhäusern, die in Auftrag gegeben werden mussten. Vor allem stellte sich die Frage, ob alle neun Ortswehren überhaupt notwendig sind, erklärt der scheidende Stadtbrandmeister. Er und ein paar Kollegen stellten für die Erhebung ein Konzept zusammen, das wiederum durch ein Gutachten eines unabhängigen und „unvorbelasteten“ Unternehmens ergänzt wurde. Nach einem halben Jahr intensiver Arbeit stand der Plan mit dem Ergebnis: Alle neun Ortsfeuerwehren sollen bestehen bleiben. „Andernfalls wären wir vom Personal nicht gut aufgestellt. Der Hauptberuf unserer Feuerwehrleute steht ja an erster Stelle, und viele von ihnen arbeiten heutzutage nicht mehr direkt vor Ort. Und wenn wir bei einem Notfall nicht genügend Personal in einem Ort zur Verfügung haben, können wir immer Einsatzkräfte aus den umliegenden Ortschaften anfordern.“

Rückblickend auf sein Amt hebt Hermonies die „hervorragende Zusammenarbeit mit der Verwaltung“ hervor, insbesondere mit Mathias Haase, dem Leiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, sowie dem Feuerwehrausschussvorsitzenden Tam Ofori-Thomas (SPD).

Für die Zukunft sieht er die Feuerwehren sehr gut aufgestellt. „Wir haben einen regen Zulauf bei den Jugendwehren in Visselhövede und Kettenburg. Hinzu kommt, dass wir am Samstag die Gründung der Kinderfeuerwehr in Visselhövede feiern.“ Der 59-Jährige findet es bemerkenswert, dass sich dafür zwei Erzieher neben ihrer eigentlichen Arbeit bereit erklärt haben, die Kinder zu betreuen.

Einen Mitgliederschwund, wie ihn zum Beispiel viele Schützenvereine erleben, gibt es bei den Feuerwehren von Visselhövede nicht, sondern es gibt laut dem Stadtbrandmeister mehr Zu- als Abgänge. Dieses Interesse erklärt er wie folgt: „Es ist nicht nur das Löschen eines Feuers, sondern die Vielfalt. Gerade heutzutage spielen immer mehr technische Geräte im Einsatz eine Rolle, das interessiert viele. Und natürlich trägt die gute Kameradschaft einen großen Teil dazu bei.“

Diese Zusammengehörigkeit habe Hermonies auch während seiner Amtszeit gespürt, die Ortsbrandmeister und deren Stellvertreter seien dabei eine verlässliche Stütze gewesen. „Wie auch meine Familie“, so der dreifache Vater. „Es ist häufig vorgekommen, dass ich abends noch zuhause am Computer saß und für das Ehrenamt arbeiten musste. Meine Frau und meine Kinder hatten dafür aber immer Verständnis.“

Sein Kollege und Stellvertreter, Kai-Olaf Häring, wird ab dem 1. Februar sein Amt für die nächsten sechs Jahre übernehmen, Hermonies wird am Montag offiziell von der Stadt verabschiedet. Der noch Amtierende wünscht seinem Nachfolger, dass er auch keine Großeinsätze leiten muss und „eine glückliche Hand bei der Arbeit mit den Ortsbrandmeistern“. Und dass es Häring gelingt, „den Brandschutzbedarf weiter zu nähren, weil es wird immer wieder etwas dazukommen“.

Der Ortswehr Hiddingen werde Heiko Hermonies treu bleiben. Über seine Freizeitgestaltung habe er sich noch nicht allzu viele Gedanken gemacht. „Aber mir wird bestimmt etwas einfallen. So alt fühle ich mich noch nicht.“

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