Zernitz-Park: Visselhöveder Verwaltung gibt Fehler zu

Grüne kritisieren Hauruck-Aktion

Baumstubben im Visselhöveder Dr .Zernitz-Park
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Einige Bäume stehen nicht mehr.

Visselhövede – Dass der Dr.-Zernitz-Park direkt an der Visselhöveder Goethestraße in den vergangenen Jahren ziemlich zugewuchert war, die Ruhebänke regelmäßig zu Saufgelagen dubioser Zeitgenossen genutzt wurden und darum dringend etwas für die Optik getan werden musste, das war auch den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt- und Grünanlagen schon lange klar.

Aber vor ein paar Wochen war der städtische Bauhof plötzlich mit vielen Sägen und Fahrzeugen angerückt und ist vielen Bäumen und dem Gestrüpp an die Rinde gegangen. „Der Weg dieser Entscheidung ist maximal schief gelaufen“, ereiferte sich Heiner Gerken (Grüne) während der Sitzung des Ausschusses für seine Fraktion.

Dem Wittorfer, und nicht nur ihm, passt es nämlich überhaupt nicht, dass der Bauhof im Auftrage der Stadt umfangreiche Fällmaßnahmen erledigt hat, und er interessierten Bürgern auf Nachfrage nur sagen konnte, dass er nichts davon wisse. „Dann steht man als Politiker ganz schön blöd da“.

Visselhöveder Park wird wärmer und heller

Aber nicht nur eine bessere Informationspolitik zwischen Verwaltung und Ausschuss forderte Gerken, weil das „nach dem Kahlschlag am Jeddinger Regenrückhaltebecken schon der zweite Fall von Tabula rasa ist, zu dem wir keine Infos bekommen“, sondern der Grüne stellte auch das Gesamtkonzept am Zernitz-Park infrage.

Das hatte Daniel Böhmer vom Bauamt vorgestellt. „Es musste dort etwas geschehen. Die trockenen Sommer haben den Bäumen und Sträuchern der Grünanlage zugesetzt. Um Schäden an den benachbarten Grundstücken und Häusern durch umstürzende Bäume zu verhindern, war die Entfernung der toten und beschädigten Bäume zwingend erforderlich.“ Außerdem seien die Wege sehr matschig gewesen, weil sie durch den Schatten der großen Pappel nie trocknen konnten. „Jetzt wird der Park wärmer und heller“, so Böhmer, der von zahlreichen Neuanpflanzungen in Form von Ziersträuchern und Hecken sprach, die auch gut für die Insektenwelt seien.

Heiner Gerken hatte die Pflanzliste ausführlich studiert und ist zu der Ansicht gekommen, dass „uns und den Bürgern die Pflanzungen als bienenfreundlich verkauft werden sollen. Dabei sind sie nur Standard und so bienenfreundlich wie ein Stück Plastik.“

Uns werden die Pflanzungen als bienenfreundlich verkauft, dabei sind sie so bienenfreundlich wie ein Stück Plastik

Heiner Gerken (Grüne)

Außerdem hätte man die Nachbarn bei der Gesamtplanung mit ins Boot holen müssen, denn „auch die haben große Bäume in ihren Gärten und man hätte gemeinsam gestalten“ sollen. „So sieht das Gelände jetzt aus wie reingefräst“, schimpfte Gerken, der den Eindruck hat, dass „Pflanzplan und Co. erst entstanden sind, nachdem dort alles plattgemacht worden ist, um uns ein bisschen zu beruhigen“.

Bürgermeister Ralf Goebel gab zu, dass es mit der Kommunikation bezüglich des Zernitz-Parks nicht „so gut gelaufen“ sei. „Es wäre sicherlich sinnvoller gewesen, die geplanten Maßnahmen rechtzeitig vorzustellen, und wir geloben auch Besserung“. Aber dennoch seien die Arbeiten wichtig gewesen, damit der „Park auch wieder ein Park“ wird. Es komme auch nicht zu einer weiteren Versiegelung, sondern der Bereiche werde „heller und freundlicher“, so Goebel.

Die Verwaltung hatte in der Beschlussvorlage die Maßnahmen auch damit begründet, dass es Beschwerden von Anwohnern gegeben habe: „Radfahrer konnten den Park aufgrund tief hängender Äste kaum passieren. Die Wege trocknen nicht ab, wodurch das Durchqueren für Rollstuhlfahrer und Bürger mit Rollatoren oder Kinderwagen fast unmöglich war.“

Die kaputten Bänke werden ersetzt.

Anwohner hätten immer wieder entnervt darauf hingewiesen, dass es in den Gebüschen der Anlage häufig zu „lautstarken Gelagen oder anderen Aktivitäten während der Öffnungszeiten der benachbarten Diskothek“ gekommen sei „Leider kam es in dem Dickicht in der Vergangenheit zudem immer wieder zu Gewalttaten, die durch die offenere Gestaltung der Anlage verhindert werden sollen“, so das Bauamt.

Im Rahmen der Pflegearbeiten sollen auch die beiden alten Lampen gegen neue Leuchten ausgetauscht und neue Sitzbänke aufgestellt werden – vielleicht an einer anderen Stelle. „Und wenn jemand noch Ideen für besondere Anpflanzungen hat, dann her damit. Das aber schnell, weil wir in den nächsten Tagen mit dem Pflanzen beginnen wollen“, versuchte Daniel Böhmer, die Wogen noch ein wenig zu glätten.

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