Hartmut Wallin will bei Sanierung die Schulkastanien erhalten

Große Straße mit Kurve

Nach der Sanierung der Großen Straße, soll die Fahrbahn nach Wallins Plänen nach rechts verschwenkt werden, damit die Kastanien (l.) erhalten bleiben. Foto: Wieters

Visselhövede - VON JENS WIETERS. Hartmut Wallin liegen die Kastanien, die der Visselhöveder Grundschule ihren Namen gaben, sehr am Herzen. „Und genau darum möchte ich, dass der Ausbau der Landesstraße 171, die in dem Bereich Große Straße heißt, zwischen der Kurzen Straße und der Fußgängerampel um einen knappen Meter in Richtung Osten verschwenkt wird“, sagt der Schwitscher, der für die Grünen im Visselhöveder Stadtrat sitzt. Die Straßenverkehrsbehörde in Verden ist nämlich zurzeit an den Vorplanungen für die Sanierung der maroden Landesstraße von Visselhövede bis nach Neuenkirchen im Heidekreis. 2021 ist als grobes Ziel für den Baubeginn anvisiert.

Wallin hat sich aber dennoch schon in den vergangenen Wochen mit einem Zollstock bewaffnet und die Straße, Geh- und Radwege vor der Schule vermessen. „Nach meiner Ansicht ist es problemlos möglich, die neue Fahrbahn um einen knappen Meter in Richtung Osten zu verschwenken. Dort ist am hinteren Ende ausreichend Platz, und weiter vorne müsste nur ein schmaler Streifen Fläche von den Grundstückseigentümern gekauft werden, der von ihnen sowieso nicht genutzt wird“, stuft Wallin die Sache als „recht einfach zu realisieren“ ein.

Nach Wallins Berechnungen ist auch genügend Platz für ein Verspringen der Straße, und „dennoch würden alle Vorgaben der Behörde, was die Breite der Gehwege angeht, eingehalten.“

Der der Erhalt der neun großgewachsenen Kastanien sei auch aus einem anderen Grund unbedingt notwendig: Nämlich, um den Lärm des Straßenverkehrs aus den Klassenräumen fern zu halten. „Ich habe von Lehrern gehört, dass sie trotz der Baumbarriere schon jetzt den Unterricht unterbrechen müssen, wenn ein Lkw vorbeifährt. Was passiert, wenn dort kein Baum mehr steht?“, fragt Wallin. Da ein Großteil der Unterrichtsräume in Richtung Südosten ausgerichtet sei, sorgten die Bäume auch für viel Schatten, ohne den ein konzentriertes Lernen bei einem Sommer wie im vergangenen Jahr nur sehr schwer möglich sei.

Die Verschwenkung der Straße sei nach seiner Ansicht aber nicht nur wegen der Bäume notwendig, sondern auch aus dem Grund, dass die Schüler die Rasenfläche unter den Kastanien weiter zum Spielen und Toben nutzen können.

Der Ratsherr hofft, dass seine Ideen im Bau- und Schulausschuss, für deren Sitzungen er einen entsprechenden Antrag eingereicht hat, eine Mehrheit finden. „Natürlich ist es einfacher, eine Straße geradeaus zu bauen. Aber wir müssen gegenüber der Verdener Behörde Rückgrat zeigen und sagen: Das wollen wir so und nicht anders.“

Sitzung vor Ort

Der Bauausschuss guckt sich am Dienstag, 5. März, ab 16 Uhr die Begebenheiten vor Ort an und beschäftigt sich danach im Rathaus mit Wallins Antrag.

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