CDU, SPD, Grüne küren Kandidaten für Chefsessel im Visselhöveder Rathaus

Glüsing will Bürgermeister werden

Die Rathaustür steht schon offen, aber zunächst muss noch gewählt werden: Michael Meyer (CDU, v.l.), Hedi Schmidt und Heiner Gerken (Grüne), Lothar Cordts und Dagmar Kühnast (SPD) sowie Willi Bargfrede (CDU) mit dem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten Harald Glüsing (Mitte).
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Die Rathaustür steht schon offen, aber zunächst muss noch gewählt werden: Michael Meyer (CDU, v.l.), Hedi Schmidt und Heiner Gerken (Grüne), Lothar Cordts und Dagmar Kühnast (SPD) sowie Willi Bargfrede (CDU) mit dem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten Harald Glüsing (Mitte).

Visselhövede – Draußen ist es trüb an diesem Dienstagnachmittag, im Visselhöveder Ratssaal kommt allerdings Jubelstimmung auf, denn nach acht langen Monaten voller Gesprächsrunden und einem knappen Dutzend Treffen präsentieren die Fraktionschefs und örtlichen Parteivorsitzenden der CDU, der SPD und der Grünen den Kirchwalseder Harald Glüsing als gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 12. September kommenden Jahres. Glüsing soll Ralf Goebel beerben, der nicht wieder antritt.

Der Diplom-Verwaltungsfachwirt hatte „Ende Februar“ den entscheidenden Anruf vom SPD-Chef Lothar Cordts bekommen. „Ich kenne ihn von seiner Tätigkeit aus dem Rotenburger Kreishaus und bin der Meinung, dass es genau der richtige Kandidat für uns ist“, so Cordts.

„In einem langen Prozess haben wir uns nach den Vorstellungsrunden mit noch zwei weiteren Kandidaten auf Harald Glüsing geeinigt, weil er nach unserer Ansicht, die Dinge, die in den kommenden Jahren anstehen wie die Erweiterung des Gewerbegebiets, der Kita-Bereich oder auch der Feuerwehrbedarfsplan, sehr gut moderieren und mitgestalten kann“, betont Heiner Gerken (Grüne). „Neben der fachlichen Qualifikation hat uns vor allem überzeugt, dass wir einen Kandidaten bekommen, der auch eine zweite Amtszeit ausüben kann, wenn er denn gewählt wird“, nennt CDU-Fraktionschef Willi Bargfrede mit Blick auf den 52 Jahre alten Kandidaten einen weiteren Grund für die Nominierung.

Der musste nicht lange überlegen, als der Anruf kam. „Es klang von Beginn an sehr interessant. Bei den Gesprächen habe ich versucht, nicht irgendwas vorzuspielen, sondern so zu sein wie ich bin. Mir war aber wichtig, dass es eine breite Unterstützung vonseiten der Politik gibt“, so der aktuelle Geschäftsführer des Jobcenters des Landkreises Diepholz, der im Falle einer Wahl seine Stellung als Beamter auf Lebenszeit los ist. Ein berufliches Risiko? „No risk, no fun“, so Glüsing selbstbewusst. Er trete aber nicht zur Wahl an, um „Visselhövede zum Objekt des eigenen Ehrgeizes zu machen oder sich ein Denkmal zu setzen“, sondern Glüsing versteht sich als jemand, der „gerne diskutiert und sich auch von einer anderen Meinung überzeugen lässt“. Überhaupt will er „denjenigen eine Stimme verleihen, die gesellschaftlich kaum Gehör bekommen“.

Zwar sei er in den vergangenen Jahren nicht so oft an der Vissel gewesen, aber „der Ort hat sich prima gemacht, und man merkt sofort, dass die Einwohner die Dinge mit viel Engagement angehen“. Aber dennoch will er auch im Falle eines Wahlsiegs mit seiner siebenjährigen Tochter in Kirchwalsede wohnen bleiben. Die hatte vor der Zusage an die Parteien ein bisschen mitzureden: „Werde aber bitte nicht so ein böser Bürgermeister wie der von Bibi Blocksberg.“

In den nächsten Monaten wird Glüsing zunächst die Fraktionen besuchen und dann die Einwohner kennenlernen, „soweit es Corona zulässt“. Vorher müssen allerdings noch die Mitglieder der drei Parteien ihre Daumen für die Nominierung Harald Glüsings heben.

Der Kandidat: Echter Verwaltungsexperte

.  Der in Rotenburg geborene Harald Glüsing ist 52 Jahre alt und Vater von drei Kindern im Alter zwischen sieben und 20 Jahren. Glüsing hat gerade in Kirchwalsede ein Einfamilienhaus gekauft, in dem er mit seiner jüngsten Tochter wohnt. Der Motorradfan hat seit einem schweren Verkehrsunfall vor 30 Jahren eine leichte Gehbehinderung.

.  1987 hat er am Ratsgymnasium der Kreisstadt sein Abitur gebaut und war zunächst als Maschinenführer im Straßenbau und als Verwaltungsfachangestellter im Straßenverkehrsamt des Landkreises Rotenburg tätig. Er hat eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten beim Landkreis Rotenburg gemacht und den beamtenrechtlichen Vorbereitungsdienst als Diplom-Verwaltungswirt beendet. 2015 ist er in den höheren Dienst aufgestiegen.

.  1995 trat Glüsing seinen Dienst beim Landkreis Rotenburg an, war acht Jahre lang Sachbearbeiter und danach Abteilungsleiter des Sozialamts, drei Jahre lang Fachmann für sozialrechtliche Gerichtssachen im Rechtsamt und schließlich neun Jahre lang Leiter des Jobcenters in Rotenburg. Seit Oktober 2017 ist er Geschäftsführer der Einrichtung Jobcenter im Landkreis Diepholz.

.  Früher war er nebenberuflich für das niedersächsische Studieninstitut im Bereich der Ausbildung von Verwaltungskräften in verschiedenen Instituten und Bildungseinrichtungen tätig. Auf Anfrage hat Glüsing im Niedersächsischen Landkreistag mitgearbeitet und sich als Autor im Arbeitskreis „Hinweise zur Sozialhilfe“ einen Namen gemacht.

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