Offen für Besucher

Gesters eigenes Paradies: 80-jährige Wittorferin steht noch immer gern im Garten

Die Gartenarbeit macht Karin Gester nach wie vor viel Freude.
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Die Gartenarbeit macht Karin Gester nach wie vor viel Freude.

Wittorf – Einige wären froh, wenn sie wenigstens einen grünen Daumen hätten. Karin Gester scheint gleich zwei zu haben. Ihren schön gestalteten Garten öffnet die 80-Jährige regelmäßig für Besucher. Pandemiebedingt waren es aber zuletzt nur wenige Gäste, die sich den üppigen Wald-, Stein-, und Gemüsegarten bewundert haben.

Auf dem rund 5 000 Quadratmeter großen Areal befinden sich selbstverständlich reichlich Blumen, sogar eine Tulpenwiese, die allerdings schon verblüht ist. Seit 1994 Jahren betreibt Karin Gester, anfangs noch mit ihrem mittlerweile gestorbenen Mann Christoph, das Gartenparadies am Orthof 18 in Wittorf. „Wir sind damals aus Verden hierher gezogen, weil ich einfach einen größeren Garten haben wollte. Mein Garten mit Steinhang war mir damals zu klein geworden“, berichtet die Gartenfachfrau und gesteht: „Ich weiß nicht, wie es weitergeht und ob mein Sohn, der in England lebt, den Garten weiterführen wird.“ Zwei Mal die Woche kommt ein Helfer, um die schwere Arbeit zu verrichten.

Glücklich ist die 80-Jährige zurzeit über das Wetter „Den Nesselkönig habe ich drei Jahre wegen der Trockenheit nicht mehr gesehen. Der Regen ist ein Segen, die Natur brauchte ihn dringend.“ Viele Pflanzen, Stauden und Sträucher sind selbst gezogen. Und sie gibt sie auch gerne im Herbst als Ableger weiter.

Aber auch für den Magen ist es etwas im Garten Gester dabei. Denn der Bärlauch, nicht zu verwechseln mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlose, wächst zurzeit enorm. Er wird mit Butter vermengt oder zu Pesto verarbeitet. „Ja, ich lebe gesund, aber ich sündige auch mal. Mein Laster ist Süßes“, gesteht die rüstige Rentnerin. Passenderweise bietet sie normalerweise Butterkuchen aus dem eigenen Steinbackofen an. Zuletzt gab es dieses Angebot wegen Corona aber natürlich auch nicht.

Alte Nähmaschinengestelle als Pflanztische, eine ehemalige Holzleiter als Rankhilfe für Kletterpflanzen mitten im Beet, Töpfe aneinandergereiht als grüne Mauer, Nisthilfen und altes Reisig als Unterholz für Insekten und Vögel – Ideen für die Gartengestaltung scheinen der Wittorferin nicht auszugehen.

„Ich schaue immer ,Schnittgut‘ im bayerischen Rundfunk an, da gibt es oft viele und gute Anregungen. Außerdem besuche ich gerne Garten- und Flohmärkte.“

Gester gibt gleich einen Gartentipp zum Besten: „Je üppiger und dichter die Pflanzen stehen, so weniger Unkraut kommt durch.“ Jeden Abend hat sie einen Plan im Kopf, was am nächsten Tag alles gemacht werden soll. „Früher war es mehr, heute weniger als geplant, was ich schaffe und mir vorgenommen habe. Es braucht einfach alles mehr Zeit“, bekennt die Frau mit den grünen Daumen.

„Sie haben hier das Paradies auf Erden“, habe mal ein Besucher den üppigen Garten gelobt. „Ich hoffe nur, dass die mich, wenn ich mal da oben angekommen bin, nicht in die andere Richtung schicken, weil ich das Paradies hier schon hatte“, habe die Gartenexpertin lachend erwidert.

Gesters Garten ist im Rahmen der Tourow-Aktion „Private Gärten“ jeden Mittwoch von Mai bis September zur Besichtigung ab 15 Uhr freigegeben. Auf Wunsch gibt Gester den Gästen auch eine Führung. Die Wittorferin ist zu erreichen unter der Rufnummer 04260 / 620.

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