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Genossenschaftliches Wohnen in Visselhövede

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Von: Judith Tausendfreund

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Noch eine Baustelle: Die Ting-Projekte GmbH hat einen Teil des Grundstücks erworben, um dort 29 Wohnungen zu errichten
Noch eine Baustelle: Die Ting-Projekte GmbH hat einen Teil des Grundstücks erworben, um dort 29 Wohnungen zu errichten © Tausendfreund

Visselhövede – Die Idee, genossenschaftlich zu wohnen, gibt es in Deutschland schon lange. Traditionell funktionieren Wohnungsgenossenschaften, indem die Mitglieder Anteile erwerben und im Gegenzug Wohnrecht in den Genossenschaftswohnungen erhalten. Das Unternehmen Ting-Projekte mit Sitz in Schleswig-Holstein will nun in Visselhövede eine neue Wohngenossenschaft initiieren. Um das Ganze umzusetzen, hat das Unternehmen einen Teil des Baugebiets Zollikoferstraße-Ost gekauft.

Ferdinand Borchmann-Welle, der geschäftsführende Gesellschafter, hatte zu einer Info-Veranstaltung im Haus der Bildung noch weiteren Input rund um das Projekt mitgebracht. Die geplante private Genossenschaft soll Mühlenhof eG heißen, in Anlehnung an die Mühle, die einst auf dem Gelände stand. Entstehen sollen drei Gebäude. In den Mehrfamilienhäusern sollen alle Generationen Platz finden. „Wir wollen bezahlbaren Wohnraum realisieren“, so Borchmann-Welle. Die künftigen Bezieher der Wohnungen müssen einen Beitrag zu den Erstellungskosten leisten. Dieser Beitrag sei aber durch eine Finanzierung gut machbar. Dabei gebe es Förderung auch für Menschen mit kleinem Einkommen. Das Eigenkapital solle in etwa 25 Prozent der Baukosten betragen. Gebaut werde barrierefrei, energieeffizient und mit Baustoffen ohne Emissionen. „Es gibt hierzu keine gesetzlichen Regelungen, das liegt uns aber am Herzen“, so der Initiator.

Geplant sind insgesamt 29 Wohnungen, auch ein Gemeinschaftsraum für alle ist vorgesehen. „Wir wollen, dass aus Nachbarn Freunde werden“, führte der Initiator weiter aus.

Etwa ein Drittel der geplanten Wohnungen soll den Kriterien des sozialen Wohnungsbaus entsprechen. Das bedeutet, dass diese Wohnungen für Mieter vorgesehen sind, die einen Wohnberechtigungsschein besitzen. Der Baubeginn ist für Herbst geplant. „Wir rechnen damit, dass die Wohnungen Anfang 2024 bezugsfertig sind“, erläuterte Borchmann-Welle. Einfach kaufen, das funktioniert aber nicht: „Wer perspektivisch dort wohnen möchte, muss Mitglied in der Genossenschaft werden und diese vermietet dann wiederum die Wohnungen an die eigenen Mitglieder.“

Die Idee und das Konzept, mithilfe der Gründung einer privaten Wohngenossenschaft langfristig bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen, wurde von Borchmann-Welle und seinem Team vor zehn Jahren entwickelt. Inzwischen sei man dabei, auch an anderen Standorten aktiv zu werden. Visselhövede ist ein erster Auftakt, in Lauenbrück plant das Unternehmen ein weiteres Projekt.

Ferdinand Borchmann-Welle erläutert die Wohngenossenschaft.
Ferdinand Borchmann-Welle erläutert die Wohngenossenschaft. © -

„Viele Interessenten kommen auf uns zu“, so der Geschäftsführer. Dabei sei die Nachfrage sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum gleichermaßen da. „Auch der Bedarf an barrierefreiem Wohnen und gemeinsamem Wohnen ist vorhanden.“ Da man durch die Gründung der Genossenschaft keine Rendite erwirtschaften müsse, müsse man auch die Mieten nicht erhöhen. „Unser Konzept erlaubt sogar eine Mietsenkung und ist damit auch interessant für die ältere Generation, die in der Rente nicht mehr durch zu hohe Mieten belastet sein muss“, erklärte er weiter.

Wenn die Kredite bezahlt seien, könnten 80 Prozent der Kaltmiete entfallen, somit könne die Genossenschaft sogar die Miete senken. Das müsse dann im Einzelfall beschlossen werden, sei aber auch eine mögliche Form der Altersvorsorge.

Auf der Internetseite gibt es weitere Informationen rund um die Idee der Wohngenossenschaft: www.ting-projekte.de.

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