Wegeseitenränder werden zu früh gemäht

Mahnung vom Landschaftswart: „So geht das nicht weiter“

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So ist es richtig: Gräser an der Ackerfläche bieten Insekten und Kleintieren Schutz und Nahrung.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Herbert Meyer ist ein Mann des Ausgleichs. Nur wenn es um die Wegeseitenränder geht, dann platzt dem Landschaftswart für die Region Visselhövede schon mal die Hutschnur: „Das Mähen dieser Flächen ist bis zum 15. Juli verboten.“

Hintergrund sind Beobachtungen, die Meyer in den vergangenen Wochen in verschiedenen Gemarkungen des Stadtgebiets gemacht hat. „Offenbar lieben es die Landwirte, dass ihre Felder und das drumrum ordentlich aussehen muss. Sonst ist es nicht zu glauben, dass immer wieder die Rückzugsgebiete für Insekten und kleine Tiere rigoros abgemäht werden“, schimpfte Meyer, der gerade erneut zum Landschatzwart bestellt worden ist, im Ausschuss für Landwirtschaft, Grünanlagen, Umwelt und Energie.

Sieht vielleicht gut aus, ist aber falsch: Neben der bewirtschafteten Fläche wurde der Seitenstreifen vor dem 15. Juli gemäht.

Damit meint er aber nicht nur die Landwirte, sondern ausdrücklich auch die Kommunen, die oftmals auch zu früh im Jahr mit Mähern und Mulchern aktiv werden. „Ich kann immer wieder nur an absolute Zurückhaltung appellieren, dass die gesetzlichen Fristen eingehalten werden. Wir müssen alle Beteiligte für dieses Thema sensibilisieren“, so Meyer, der auf die Brut- und Setzzeit hinweist.

Überpflügter Wegeseitenrand

Aber auch das bereits oft diskutierte „Überpflügen von Wegeseitenrändern“ beschäftigt erneut nicht nur den Landschaftswart. „Es gibt Wege, die werden von Jahr zu Jahr schmaler“, beschwerte sich Irene Becker (WiV). Auch der Ausschussvorsitzende Charly Carstens hat festgestellt, dass es nach Jahren des Rückgangs wieder „vermehrt Praxis“ werde, „die Fläche der Felder auf diese Weise zu vergrößern“. Eigentlich wüssten alle Landwirte Bescheid, aber es sei schlimm, dass immer wieder mit dem erhobenen Zeigefinger gedroht werden müsse. Carstens: „So geht das nicht weiter. Da werde ich auch richtig sauer.“

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