Wählergemeinschaft will auch Exxon-Pläne in Bellen aussetzen lassen

WiV gegen Riesen-Windräder

Eckhard Langanke (l.) und Matthias Grube haben ihre Positionen zu den Themen Windkraft und Erdgasförderung festgelegt. - Foto: jw

Visselhövede - Die Wählergemeinschaft „Wir in Visselhövede“ (WiV) steht den Plänen der Energieerzeuger ablehnend gegenüber, die Erdgasförderung zu optimieren und weitere große Windkraftanlagen zu errichten. Das ist das Ergebnis der Diskussion während der jüngsten öffentlichen Fraktionssitzung.

„Wir sind dafür da, die Interessen der Bürger und deren Wohlergehen zu vertreten“, unterstrich WiV-Ratsherr Matthias Grube. „Wenn das nicht zweifelsfrei gewährleistet ist, können wir den vorliegenden Plänen nicht zustimmen.“ Im Besonderen geht es um die Erdgasförderung mittels Fracking und um die geplante Erweiterung der Aufbereitungsanlage des Unternehmens „ExxonMobil“ in Bellen.

Grubes Ratskollege Eckhard Langanke hatte der Versammlung laut Mitteilung zuvor berichtet, dass der Konzern während einer internen Betriebsführung in der Aufbereitungsanlage in Bellen seine neuesten Pläne vorgestellt habe.

Vertreter der Bürgerinitiative IG Wiedau hätten bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass ein Stillstand weiterer Maßnahmen zwingend geboten sein müsse, so lange kein Ergebnis über den möglichen Zusammenhang zwischen Erdgasförderung und der erhöhten Zahl von Krebserkrankungen in den umliegenden Ortschaften vorliege.

„Die WiV schließt sich dem Votum der IG Wiedau voll an“, teilt Langanke mit. Keine Zustimmung fanden während der Faktionssitzung auch die im Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms für den Landkreis Rotenburg vorgesehenen Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 160 Metern und mehr.

Zwar sei grundsätzlich die Ausweitung alternativer Energien zu befürworten, hieß es in der Diskussion, es gebe aber zu viele Fragezeichen. Der stellvertretende WiV-Vorsitzende Uwe Joost stellte klar: „Die Realität sieht nämlich so aus: Nach wie vor wird Strom aus Atom, Kohle und Erdgas gewonnen, und das, was die Windenergieanlagen produzieren, wird zum Teil gewinnbringend ins Ausland verkauft.“

Das sei nicht Sinn und Zweck der Energiewende. Berücksichtige man auch noch die Beeinträchtigung von Mensch und Umwelt durch die Windenergieanlagen, könne die WiV derzeit den Neubau weiterer Windräder nur ablehnen.

jw

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