Gasförderung: Eberle sauer auf Minister

„Lies muss Versprechen halten“

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Dirk Eberle

Bothel - Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle ist sauer auf den Niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Denn im Januar habe Lies ihm versprochen, dass noch in diesem Jahr Bodenuntersuchungen im Umfeld der Bohr- und Förderplätze für Erdgas in der Samtgemeinde erfolgen sollen. „Jetzt habe ich aber erfahren, dass die Finanzierung noch nicht geklärt ist und die Untersuchungen nicht wie versprochen in Bothel starten, sondern überall im Land verteilt werden“, so Eberle.

Er hat jetzt einen Brief nach Hannover geschickt, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. „Besonders als Datengrundlage für die Untersuchung der gehäuft auftretenden Krebsfälle ist es unerlässlich, so schnell wie möglich belastbare Zahlen über den Zustand der Böden, Pflanzen, Luft und Gewässer rund um die Bohrstellen zu erheben“, schreibt Eberle. Es könne nicht sein, dass Zeit verloren gehe und Versprechungen und Ankündigungen im Sande verliefen.

Eberle stellt die Frage, wie er erklären soll, dass das Land einerseits vom Förderzins aus den Erlösen der Erdgasförderung enorm profitiere, die Samtgemeinde aber in diesen existentiellen Fragen allein lasse? „Ich bitte sie eindringlich, Ihr Versprechen einzulösen und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) unmissverständlich anzuweisen, vorrangig zunächst die Bohrstellen und Förderplätze im Bereich der gehäuft aufgetretenen Krebserkrankungen in der Samtgemeinde Bothel zu untersuchen“, heißt es in dem Schreiben.

Für Bothels Verwaltungs-chef ist es auch ein Unding, dass das LBEG immer noch in Clausthal-Zellerfeld sitzt und keine Außenstelle vor Ort einrichtet. Darum unterbreitet er Lies entsprechende Vorschläge. Unter anderem fordert Eberle, dass das LBEG eine ausreichend stark besetzte Zweigstelle in der Region einrichtet, von der aus die hiesigen Fördereinrichtungen dauerhaft und angemessen kontrolliert werden. „Die Menschen erwarten eine Behörde, die sich klar, deutlich und uneingeschränkt an ihrer Seite positioniert. Warum sollte es hier nicht ein Labor und eine mit ausreichenden Kompetenzen ausgestattete Abteilung geben, die unmittelbar vor Ort nach dem Rechten sieht und bei Sorgen und Anfragen der Bürger sofort zur Stelle ist, statt eine Tagesreise aus dem Harz anzutreten?“, fragt Eberle.

Der Wensebrocker möchte auch einen vom Land vernünftig ausgestatteten Fond sehen, mit dem sich um sämtliche Risiken und Nebenwirkungen, aber auch die Chancen der Gasförderung gekümmert werden kann. „Ob Gesundheitsforschung, Untersuchung von Beben und Bergschäden, Langzeituntersuchungen zur Verpressung, Forschungsprogramme zur Nachnutzung von Bohrungen zur Nutzung von Geothermie… Die Liste lässt sich beliebig verlängern.“

Außerdem seien Regelungen nötig, dass das Land Auflagen des LBEG hinsichtlich des Brandschutzes auf den Förderanlagen durchsetzt. Die Förderkonzerne müssten die Ausstattung, Ausbildung und Unterhaltung der Feuerwehren vor Ort finanzieren. „Derzeit gibt es dazu keinerlei Regelungen“, informiert der Samtgemeindebürgermeister. „Schaffen Sie finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen, die Ausgleich und Chance für die Region bedeuten“, fordert Eberle.

jw

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