Gabriel sieht Bilanz der Landwirtschaftsministerin skeptisch

Visselhöveder Bioland-Chef fordert Taten für Ökolandbau in Niedersachsen

Bioland-Landesgeschäftsführer Harald Gabriel sieht bei der ökologischen Landwirtschaft noch Entwicklungspotenzial.

Visselhövede/Hannover - „Ich möchte den Verbraucherschutz stärken, die Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken und den Tierschutz in Niedersachsen weiterentwickeln. Die ersten Schritte sind erfolgt“, lobt Barbara Otte-Kinast (CDU) gegenüber der Presse ihre ersten 100 Tage im Amt. „In Sachen ökologische Landwirtschaft haben wir aber noch enormen Nachholbedarf“, betont hingegen der Visselhöveder Harald Gabriel, Bioland-Landesgeschäftsführer.

Otte-Kinast hatte in ihrer ersten Bilanz hervorgehoben, dass es auch mit den Öko-Verbänden intensive Gespräche gegeben habe. „Dabei hat sich die Ministerin sehr offen gegenüber dem Biolandbau gezeigt. Doch in der Liste der ersten Erfolge und Themen taucht der Ökolandbau trotz positiver Gespräche noch nicht auf“, heißt es in einer Bioland-Mitteilung. „Die ökologische Lebensmittelwirtschaft ist eine Zukunftsbranche und der stabilste Wachstumsmarkt. Er hat eine Schlüsselrolle für die Zielstellung der Ministerin: Er schafft Vertrauen in der Gesellschaft für eine zukunftsorientierte und umweltgerechte Landwirtschaft und bietet gleichzeitig Perspektiven für Landwirte“, stellt Gabriel fest. „Hier besteht in Niedersachsen noch ein großes Entwicklungspotenzial, das wir in der Eröffnungsbilanz vermissen.“

Dabei sei die Landesregierung mit dem Ziel angetreten, auch für ökologisch erzeugte Lebensmittel Agrarland Nummer eins zu werden. So stehe es im Koalitionsvertrag, dessen genaue Umsetzung die Ministerin unlängst nochmals zugesagt habe. Bis zur angestrebten Spitzenposition brauche es, so Gabriel, ein aktives Engagement. Denn während bundesweit bereits mehr als jeder zehnte Betrieb ökologisch bewirtschaftet werde, sei Niedersachsen mit einem Anteil von knapp vier Prozent Ökobetrieben weiter Schlusslicht. „Die Nachfrage bei Betrieben und in der Wirtschaft steigt jedoch drastisch“, so Gabriel.

Die Anbauverbände hätten die Ministerin daher aufgefordert, einen konkreten Aktionsplan darüber vorzulegen, wie der Ökolandbau in Niedersachsen nach vorne gebracht werde. Dazu bestünden nach Einschätzung von Bioland derzeit gute Chancen: Denn der Biolandbau biete Lösungsansätze für die Herausforderungen der Zukunft – vom Wasserschutz über Pestizide bis zum Tierschutz ebenso wie für die Erschließung von regionalen Qualitätsmärkten.

„Das Umstellungsinteresse ist stark gestiegen, denn immer mehr Landwirte sehen, dass ein Umbau der Agrarpolitik für eine umwelt- und tiergerechtere Landwirtschaft unausweichlich ist. Daran kommt auch die neue Landesregierung nicht vorbei“, stellt Gabriel klar. „Nach den guten Eröffnungsgesprächen sind jetzt Taten für mehr Ökolandbau in Niedersachsen gefragt, damit das Land die Perspektiven in diesem Zukunftsmarkt für seine Landwirte nutzt.“ - jw

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