Weitere Reise weiterhin nötig

Fundtiere nach Brinkum: Tierschutzverein scheitert mit Antrag

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Wenn der Visselhöveder Bauhof einen Hund wie diesen Blacky aufgreift, dann wird er weiterhin im Tierheim Arche Noah in Brinkum untergebracht.

Visselhövede - Die sogenannten Fundtiere, die in Visselhövede herrenlos aufgegriffen werden, müssen auch weiterhin eine etwas längere Reise machen, um artgerecht untergebracht zu werden, bevor sie wieder von Herrchen oder Frauchen in Empfang genommen werden. Denn der Ausschuss für Landwirtschaft, Grünanlagen, Energie und Umwelt hat sich dafür ausgesprochen, die Tiere zumindest für das kommende Jahr weiterhin dem Heim Arche Noah in Brinkum zu übergeben, nachdem sie zuvor in einer tierärztlichen Praxis in Posthausen untersucht worden sind.

Dass das Thema überhaupt auf den Tisch kam, liegt an dem letztlich vom Ausschuss abgelehnten Antrag des Tierschutzvereins für den Landkreis Rotenburg, der gerne mit den Kommunen Verträge schließen würde, um die Fundtiere fortan zu betreuen.

Vorsitzende Silke Wingen informierte darüber, dass es die alten „Zeiten nicht mehr gibt und auch die handelnden Personen ausgetauscht und Strukturen verändert worden“ seien. Der ehemalige Verein war in finanzielle Turbulenzen geraten und die Kommunen des Altkreises waren nach Brinkum abgewandert, weil sie „nicht mehr erkennen konnten“, dass die Zukunft des damaligen Tierheims sichergestellt sei.

„Aber das ist Schnee von gestern“, versuchte Wingen die Ausschussmitglieder unter anderem auch mit einer detaillierten Haushaltsplanung zu überzeugen. Demnach ist das damalige Defizit durch Immobilienverkäufe und der Schließung der Außengruppen geschrumpft, und falls die Gemeinde ihre Tiere ab Januar 2020 wieder in Rotenburg unterbringen würden, ist laut Wingen mit einem Plus von 13.700 Euro zu rechnen.

Visselhövede müsste zum Beispiel rund 7200 Euro jährlich aufbringen. Denn Wingen würde eine Pauschale von 75 Cent pro Einwohner verlangen – genau so viel wie jetzt an die Arche Noah in Brinkum bezahlt wird.

Aber dennoch hatten die Ausschussmitglieder und auch die Verwaltung Bedenken. Amtsleiter Mathias Haase attestierte Wingen und ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern zwar „viel Engagement“, das aber nicht jeden Tag 24 Stunden durchgehalten werden könne. „Und der Überschuss kann ja auch nur erzielt werden, wenn alle Kommunen mitziehen.“

Das stellte Silke Wingen jedoch infrage, denn auch bei einem Nein der Gemeinde würde ihr Verein weitere Einkünfte generieren: „Dann nehmen wir halt Pensionstiere auf.“

Irene Becker (WiV) würde künftig gerne mit dem Rotenburger Verein zusammenarbeiten: „Denn in Brinkum haben wir keinen direkten Ansprechpartner, und warum soll man die Tiere soweit fahren, wenn es eine Betreuung vor Ort gibt?“

Die SPD-Fraktion sieht hingegen „keine Notwendigkeit“, an dem bestehenden System mit der Arche Noah zu rütteln, wie Hermann Bergmann betonte.

Sein Parteifreund Michael Beyer erinnert an die bestehenden Verträge, die eingehalten werden müssten. „Wir sollten erst mal alles so lassen und die Situation von Jahr zu Jahr neu bewerten.“

Bürgermeister Ralf Goebel betonte, dass der Verwaltungsvorschlag, weiter in Brinkum zu bleiben, „nicht als Watschn für den Rotenburger Verein zu verstehen sei. „Aber die bisherige Zusammenarbeit mit der Klinik in Posthausen und mit dem Tierheim in Brinkum klappt sehr gut. Die Tiere werden sofort untersucht und entsprechend weiter behandelt. Wir haben mit ihnen wenig zu tun“, so Goebel.

Eine veterinärmedizinische Untersuchung gebe es auch in Rotenburg innerhalb der ersten 24 Stunden, forderte Silke Wingen ein Umdenken von den Politikern – letztlich vergebens.

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