1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Rotenburg
  4. Visselhövede

Frühling im Theater Metronom

Erstellt:

Von: Jens Wieters

Kommentare

Nele Kießling und Jannis Kaffka sind am 19. März mit ihrem Comedy-, Musik- und Improabend zu sehen.
Nele Kießling und Jannis Kaffka sind am 19. März mit ihrem Comedy-, Musik- und Improabend zu sehen. © Schneider

Förderung vom Land und ein neues Programm: Das freie Theater Metronom hat Perspektiven in der Pandemie.

Hütthof – „Hurra, der Frühling steht vor der Tür“, jubelt Karin Schroeder. Die Schauspielerin und Inhaberin des einzigen freien Theaters im Landkreis, dem Metronom aus Hütthof, meint damit aber weniger bunte Blumen und laue Luft, sondern das Programm ihres kleinen Schauspielhauses gleich neben dem Kuhstall, das jetzt veröffentlicht wird.

„Es wird ein bunter Blumenstrauß von bekannten und neuen Produktionen in der Zeit vom 5. März bis zum 24. April zu sehen sein“, so Schroeder. „Wir freuen uns auf die Premiere ,...als die Fische sprechen lernten…‘ und auf zwei Gastspiele sowie auf ein neues Format: Erstmalig veranstaltet das Theater Metronom den neukreierten Abend ,Open Stage‘ und bindet so die Menschen aus der Region mit ein, die sich in den Künsten bewegen.“

Start mit dem Schimmelreiter

Am Samstag und Sonntag, 5. und 6. März (20.30 und 19.30 Uhr), stehen Moritz von Zeddelmann und Karin Schroeder mit dem „Schimmelreiter“ auf der Bühne „Und zwar in einem nordischen Spiel mit den Naturgewalten, wir klären die Frage, ob der Mensch sie bezwingen kann“ so Schroeder. Es geht aber auch um die Lebensgeschichte des Deichgrafen Hauke Haien, der gegen das Meer und den Geisterglauben der nordfriesischen Dorfbewohner kämpft. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt 13.

Bis Mitternacht an der Grenze

So heißt das Stück des Figurentheaters Buchfink, das am Sonntag, 13. März, ab 19.30 Uhr aufgeführt wird. Darin geht es um die Geschichte einer Liebe links und rechts des Stacheldrahts. Während im politischen Hintergrund atomare Hochrüstung und Kalter Krieg wüten, zeigt diese Inszenierung Mut zu Witz und Gefühl, zu fantasievoller Überwindung der Grenzen. Auch dann kostet der Eintritt 20 Euro, ermäßigt 13.

Ein improvisiertes Stück Musik

Das präsentiert das Duo Kießling & Kaffka am Samstag, 19. März, ab 20.30 Uhr. Dann heißt es: Impro, Musik, Theater, Comedy. Die Improvisationskünstler Nele Kießling und Jannis Kaffka wagen ein künstlerisches Experiment und improvisieren das Abschiedskonzert eines abgefeierten Musikduos, das es so noch nie gegeben hat und nie wieder geben wird. Die Zuschauer bestimmen Live-Sets und Zwischenmenschlichkeiten. Schroeder: „Kießling und Kaffka singen, blicken zurück, lassen eskalieren und werfen ihr Herz auf die Bühne. Es ist ein emotionsgeladenes, komplett improvisiertes Stück Musik zwischen Theater, Konzert und der Suche nach dem großen Hit.“ Auch bei diesem Vergnügen können Zuschauer dabei sein, wenn sie 20 beziehungsweise 13 Euro zahlen.

Abend der offenen Bühne

Am Sonntag, 3. April, ab 19.30 Uhr ist eine Neuerung im Metronom geplant: die Open Stage, ein Abend der offenen Bühne. Talentierte Musiker, Künstler und Sänger haben die Möglichkeit, mit einem Liveauftritt diesen Abend zu einem spannenden Spektakel zu machen. Jedes Genre der Kunst, von Musik bis Pantomime, ist willkommen. „Besonders würden wir uns über Bewerbungen von Künstlern aus dieser Region freuen, die mit ihrem Talent einmal auf der Bühne stehen möchten“, betont Schroeder. Bewerbungen an Zsuzsa von Zeddelmann, buero@theater-metronom.de. Der Eintritt ist kostenlos.

Und dann noch eine Premiere

Karin Schroeder ist in der Premiere des Stücks „Der Luxus der Zweisamkeit“ oder „Als die Fische sprechen lernten“ am Freitag, 22. April, ab 20.30 Uhr sowie am Samstag und Sonntag (23. und 24. April) ab 20.30 und 19.30 Uhr zu sehen. Sie bezeichnet das Stück „als Startrampe ins echte Leben“. In der Geschichte geht es um eine Zeit, in der die Menschen nach den großen Pandemien gelernt haben, alleine zu bleiben. Die Zweisamkeit ist der neue Luxus. Der Mensch in seiner Andersartigkeit ist dem Menschen buchstäblich ein Fremdkörper geworden. Der Staat reagiert und schafft ein neues Ministerium: das Einsamkeitsministerium.

Karten zu allen Aufführungen können unter der Telefonnummer 04262/1399 reserviert werden.

50 000 Euro für das Metronom aus Hannover

Das Theater Metronom erhält als freies Theater eine Zuwendung in Höhe von 50 000 Euro vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. „Ich freue mich, dass wir auch Spielstätten der freien Theater hier in der Region damit unterstützen können und unser heimisches Theater neben der bereits im Januar bewilligten Konzeptionsförderung in Höhe von 29 000 Euro und dem Projektzuschuss in Höhe von 12 000 Euro in die Förderung aufgenommen wurde“, so der CDU-Landtagsabgeordnete Eike Holsten. „Die Pandemie hat die gesamte Szene vor große Herausforderungen gestellt. Wir leisten jetzt einen Beitrag dazu, dass sie sich zukunftssicher aufstellen kann.“ Das Theater Metronom gehöre zu den insgesamt 16 Spielstätten in Niedersachsen, die nun mit insgesamt knapp 500 000 Euro unterstützt würden, betont Holsten.

Karin Schroeder, Chefin des Hütthofer Theaters, ist froh, dass es „nach acht Jahren“ endlich mit der Spielstättenförderung geklappt hat. Das Geld sei projektgebunden und dürfe nicht für Personal genutzt werden, sondern es werde in die Zukunft des Theaters investiert. „So können wir weiter den Nachwuchs aus der Region für die Theaterarbeit begeistern, aber unserem Publikum auch wieder Gastspiele mit internationalen Künstlern präsentieren.“ Die Unterstützung und Förderung durch das Land sei für die Zukunftssicherung und die langfristige Planbarkeit der Theaterhäuser eine wichtige Säule. „Ich freue mich, dass wir die Spielstättenförderung auch im Doppelhaushalt 2022/2023 mit jeweils 500.000 Euro verankern konnten“, unterstreicht Holsten abschließend.

Auch interessant

Kommentare