Friedrich Bode lässt im Interview kein gutes Haar an den Grünen

„Machtgerangel und kommunistische Ideologie“

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Friedrich Bode steht bei den Grünen vor dem Rausschmiss.

Jeddingen - Von Jens Wieters. Er gilt als streitbar und unbequem und oft schlagen die Menschen die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie seinen Namen hören. Jetzt droht ihm sogar der Rausschmiss bei der Partei der Grünen. Wir sprachen mit Pastor i.R. Friedrich Bode (75) aus Jeddingen.

Herr Bode, das Parteiausschlussverfahren gegen Sie wird offensichtlich eingeleitet. Wie schlimm ist das für einen Mann der ersten grünen Stunde?

Friedrich Bode: Mein Selbstverständnis unterwarf ich nie einer Parteidoktrin. In aller erster Linie bekenne ich mich zu Christus. Christen können in allen Parteien, egal welcher Coleur, einen sinnvollen Dienst versehen. Leider ist aus den ehemaligen Friedensaktivitäten der Grünen ein Kriegsprogramm geworden. Das war Anfang der 80er Jahre noch ganz anders, als wir uns mit Olaf Dineé an der Spitze in Bremen die Frage stellten: Gründen wir eine Partei oder bleiben wir außerparlamentarische Opposition?

Haben Sie ihre Noch-Parteifreunde nicht auch ein wenig provoziert?

Bode:  Wenn eine Partei keine Provokateure mehr in ihren Reihen duldet, dann gehört sie meines Erachtens auf den Kehrichthaufen der Geschichte, wie Hegel einst drastisch formulierte. Die Grünen sind dabei, sich dorthin zu begeben. Ich versuchte, den Marsch dorthin etwas hinauszuzögern, indem ich meine Freunde immer wieder an die reinen Quellströme Grüner Politik führen wollte, die leider unterwegs versickerten im Parteienproporz, Machtgerangel, aber auch in der kommunistischen Ideologisierung der Partei. Heute sind nahezu alle Grünen Spitzenpolitiker Altkommunisten, die mit sehr viel Geschick die unbedarften Grünen manipulieren.

 

Fühlen Sie sich politisch nicht gut aufgehoben bei den Grünen?

Bode: Am Anfang ja. Doch dieses Aufgehobensein wich dem Kampf um die echten grünen Ziele, die heute wesentlich effizienter von den Umweltschutzverbänden wahrgenommen werden. Ich bin Nabu-Mitglied und weiß, wovon ich rede. 

Fliegen Sie bei den Grünen raus, behalten Sie dennoch ihr Ortsratsmandat in Jeddingen?

Bode: Bis zur nächsten Kommunalwahl ändert sich nichts.  

 

Ihnen wird deutschnationales Gedankengut  vorgeworfen, wenn sie immer noch von einem besetzten Land sprechen. Wie stehen Sie dazu?

Bode: Was heißt deutschnationales Gedankengut? Ist es das von Schiller, Goethe, Luther, Meister Eckhart, Schriftstellern, Philosophen, Universalgenies, Musikern? Wir sind als Kulturnation verpflichtet, dies in Ehren zu halten und weiter zu entwickeln zum Wohle der Völker dieser Welt. Solange wir keinen Friedensvertrag haben und uns die Medienhoheit versagt wird, sind wir ein besetztes Land.

Warum haben Sie Horst Mahler besucht, der ja bekanntlich ein verurteilter Rechtsextremist ist?

Bode: Es ist Pastoren-Pflicht, Gefangene zu besuchen. Zur Person Mahlers: Er gehört in die Kategorie politischer Gefangener. Erst kämpfte er als Robin Hood gegen die Raubbanker. Deren globale und die Völker der Welt ausplündernde Vernetzung legte ihm nahe, sich für die nationale Sache einzusetzen. Das genügte ihm nicht. Durch das Studium der Schriften Hegels wurde ihm die Rolle des Christentums offenbart in der Entwicklung und weltweiten Durchsetzung der Menschenrechte. Aus einem Saulus wurde ein Paulus unserer Tage, schnöde im Stich gelassen von Amnesty International und der Evangelischen Kirche Deutschlands. 

Was planen Sie politisch als nächstes?

Bode: Schon vor zwei Jahren hatte ich angekündigt, dass die permanenten Menschenrechtsverletzungen Israels gegenüber den Palästinensern mein nächstes Thema sein wird, nachdem es mir gelang, die Grünen endlich davon zu überzeugen, dass der Afghanistankrieg ein Verbrechen ist. Im Falle meines Verbleibens in der Partei, werde ich mich für eine kritische Nah-Ost-Politik einsetzen. Ich hoffe, dass es dann nicht mehr vorkommt, dass ein Grünes Bundestagsmitglied provokativ die Nationalflagge Israels auf einer Demonstration gegen den Gazakrieg schwingt.

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