Urteil zum Raubüberfall in Visselhövede: Mehrjährige Freiheitsstrafen für Täter

Aus Freundschaft wurde er zum Straftäter

Die beiden Angeklagten müssen wegen schwerer räuberischer Erpressung und der gefährlichen Körperverletzung gegenüber dem 70-jährigen Visselhöveder für mehrere Jahre ins Gefängnis.

Visselhövede - Von Wiebke Bruns. In dem Prozess um einen brutalen Überfall auf einen 70 Jahre alten Mann im Januar in Visselhövede hat das Landgericht Verden am Freitag die beiden Angeklagten zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Die 7. Große Strafkammer hat sie der schweren räuberischen Erpressung und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen.

Fünf Jahre und neun Monate lautet unter Einbeziehung eines anderen Urteils das Strafmaß für einen 39 Jahre alten Angeklagten aus Helmstedt. Der 41 Jahre alte Angeklagte aus Braunschweig wurde zu viereinhalb Jahren verurteilt. Bei beiden Angeklagten wurde zwecks Drogentherapie die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Mit dem Urteil ist das Gericht nur knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft geblieben. Erkannt wurde eine verminderte Schuldfähigkeit.

Erbeutet hatten die Männer lediglich eine Geldtasche mit 300 Euro. Vermutet worden waren 250.000 Euro Schwarzgeld in dem Haus des 70-Jährigen. So soll es ein Drogenhändler namens Johann dem 41-Jährigen berichtet haben. Den Tipp habe jener Johann aus der Familie des Opfers erhalten, hieß es in dem Prozess.

Hohe Summen versprochen

Der 39-Jährige will die Tat unter dem Druck des Dealers angesichts von Schulden in Höhe von mehreren Tausend Euro begangen haben. Ihm seien 75.000 Euro versprochen worden, abzüglich seiner Schulden, hieß es. Sein Dealer habe die gleiche Summe und der Tippgeber aus der Familie 100.000 Euro erhalten sollen.

In dem Prozess hatten beide Angeklagte ein umfassendes und zur Überzeugung von Gericht und Staatsanwaltschaft glaubhaftes Geständnis abgelegt. Demzufolge sollte der 41-Jährige seinen besten Freund nur nach Visselhövede fahren. Er habe noch versucht, den 39-Jährigen von der Tat abzuhalten.

Als dies nicht klappte, schnappt er sich einen Koffer, der das bei der Fesselung des Opfers verwendete Klebeband enthielt. Dies soll ebenfalls ein gewisser Johann bereitgestellt haben.

Nachbarn beobachten Eindringen ins Haus

Auf das Klingeln der Angeklagten hatte das Opfer die Tür geöffnet und wurde sofort ins Haus gedrängt. Dies hatten Nachbarn beobachtet und die Polizei alarmiert. Als diese eintraf und ebenfalls klingelte, befanden sich die beiden Täter noch im Haus mit dem gefesselten Opfer und konnten hinten raus flüchten. Zumindest der 39-Jährige. Der 41-Jährige wurde festgenommen.

Der 39-Jährige versteckte sich über Nacht in einem Gartenhaus und soll am nächsten Tag von Johann aufgelesen worden sein. Durch Unterlagen, die man im Wagen des 41-Jährigen fand, waren die Ermittler auf die Spur des Helmstedters gekommen. Aus Freundschaft wurde der 41-Jährige zum Straftäter.

„Die Geständnisse waren richtig und von Einsicht getragen“, hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung. „Die Tat war aber so massiv, da kam ein minderschwerer Fall nicht in Betracht“, betonte der Vorsitzende Richter Marlmkcus Tittel.

Weil der 41-Jährige ein fast sauberes Strafregister hat, wurde sein Haftbefehl nach einem halben Jahr Untersuchungshaft aufgehoben. Dort sitzt aber seit Kurzem besagter Johann und ein weiterer Mann, der ebenfalls Kenntnis von der Tat gehabt haben soll.

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