Nächster Schritt für das Drögenbosteler Mahnmal für den Frieden

Weg frei für die Gedenksteine

Die Steine neben dem bestehenden Denkmal sollen durch Findlinge ersetzt werden, auf denen die Namen der im Zweiten Weltkrieg in Drögenbostel gefallenen Soldaten und getöteten Zivilisten stehen. Fotos: Wieters

Drögenbostel - Zwar ist der eigentliche Zeitplan ein wenig durcheinandergeraten, aber Drögenbostels Ortsvorsteher Michael Meyer (CDU) ist froh, dass er aus dem Visselhöveder Rathaus grünes Licht bekommen hat, um 5 000 Euro aus der Stadtkasse dafür zu nutzen, ein Mahnmal für die gefallenen Soldaten und die zivilen Opfer des Zweiten Weltkriegs zusätzlich zu dem Erinnerungsstein an die Gefallen des Ersten Weltkriegs direkt an der Hauptstraße aufstellen zu lassen. Eigentlich hatte Meyer und mit ihm sicherlich auch ein Großteil der Drögenbosteler Bevölkerung gehofft, dass die Gesamtsumme von rund 7 100 Euro von der öffentlichen Hand getragen wird, „aber 5 000 sind auch schon was“, so Meyer, der für den Rest der Summe bereits Sponsoren gefunden hat.

75 Jahre nach Kriegsende sollen zwei Findlinge aufgestellt werden, die rechts und links neben dem bestehenden Denkmal an der Drögenbosteler Hauptstraße geplant sind. Für die rund 1,5 Meter hohen Steine hat Meyer bereits einen Sponsor gefunden. Allerdings verschlingen die von einem Steinmetz dort eingravierten Namen und die kurzen Lebens-, beziehungsweise Sterbedaten der ehemaligen Drögenbosteler einen Großteil der Kosten. Dennoch möchte Meyer, dass sich die Menschen heute an die Opfer von damals erinnern. „Und das funktioniert besser, wenn man ihnen einen Namen gibt.“ Der Ortsvorsteher hat nämlich erfahren, dass fast 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ein Abstand zu den Geschehnissen eingetreten ist. „Es gibt immer weniger Zeitzeugen, von denen wir etwas über persönliche Schicksale erfahren können.“ Und erst anhand dessen könnte nachgeborene Generationen vor Augen geführt werden, welche Schrecken ein Krieg mit sich bringe. „Wenn wir heute dieser Opfer gedenken, dann tun wir dies nicht mehr aus Heldenverehrung, sondern als Mahnung für den Frieden und gegen das Vergessen. Denn wer vergisst, läuft Gefahr, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen“, steht für Meyer fest.

Nun sind Gedenktafeln an sich nichts Besonderes, denn solche Steine gibt es fast in jedem Dorf der Region, aber Meyer will die Thematik anders angehen: „Auf den Steinen sollen nicht nur die Namen gefallener Soldaten verewigt werden, sondern auch die der zivilen Opfer aus dem Ort. Ich habe 14 ermittelt. Darunter ein 15-jähriger Junge, dessen Angehörige nach der Flucht aus Westpreußen hier sesshaft geworden sind.“

Eigentlich sollten die Arbeiten schon begonnen haben, aber die Corona-Krise hat auch Meyers Idee einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht: „Die Recherchen in den Archiven, unter anderem im Bundesarchiv, nach den genauen Daten sind schon ein wenig beeinträchtigt, aber wir sind guter Dinge, dass wir alles zusammenbekommen.“

Wenn Corona-Maßnahmen gelockert würden, sei auch die Dorfbevölkerung gefordert, denn die Betonsockel für die Findlinge werden die Drögenbosteler selbst herstellen. „Ich bin sicher, dass die Gedenksteine stehen, bevor das Jahr vorbei ist“. Als Ziel peilt Meyer den Volkstrauertag im November an.

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