Unterschriftenaktion und Antrag an Stadtrat / Land zahlt Zuschüsse

WiV fordert schnelle Busverbindung nach Walsrode

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Auch mit einem Schnellbus der älteren Generation wären viele Visselhöveder sicherlich zufrieden.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Mal eben vormittags nach Walsrode zum Facharzt und abends ins Kino. Das ist bislang nur Visselhövedern vorbehalten, die ein Auto besitzen oder zumindest irgendwo mitfahren können – alle anderen gucken in die Röhre.

Das soll sich möglichst bald ändern, denn das Land Niedersachsen hatte Anfang Januar angekündigt, mithilfe von Schnellbussen eine ganze Reihe von kleinen und mittelgroßen Städten anzubinden. „Und das soll jetzt auch zügig für uns gelten“, fordert die „Wir in Visselhövede“(WiV)-Fraktion im Stadtrat.

Unterschriftenaktion auf dem Wochenmarkt am 3. Mai

„Auf der Anfang des Jahres veröffentlichten Liste ist die Verbindung von Visselhövede nach Walsrode unter Punkt 24 aufgeführt. Damit wir nicht unter ferner liefen rangieren, wird der Stadtrat gebeten, sich beim Landkreis Rotenburg für die Einrichtung der Schnellbuslinie einzusetzen“, so WiV-Vorsitzender Eckhard Langanke, der jetzt einen entsprechenden Antrag im Rathaus eingereicht hat.

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, organisiert die Wählergemeinschaft am Mittwoch, 3. Mai, von 10 Uhr an auf dem Visselhöveder Wochenmarkt eine Unterschriftenaktion.

„Bis zum Juni 1980 bestand eine Bahnverbindung zwischen Visselhövede und Walsrode. Danach gab es für mehrere Jahre noch eine Buslinie und danach nichts mehr“, so Langanke. Im April 2012 sei der Bereich Visselhövede im kassenärztlichen Notdienst dem Bereich Walsrode zugeordnet worden. Bedingt dadurch sei der Wunsch in der Bevölkerung nach einer „direkten Busverbindung nach Walsrode massiv gestiegen“.

Haltestellen sind bereits vorhanden

Auf der direkten Verbindung über die Landesstraße 161 über Kettenburg und Ebbingen seien bereits teilweise ausgebaute Haltestellen vorhanden, die seinerzeit für eine momentan nicht aktive Bürgerbusstrecke und derzeit von der Buslinie von Walsrode nach Stellichte über Ebbingen genutzt würden, wirft Langanke einen weiteren Vorteil in den Raum, um die Verbindung möglichst schnell umzusetzen.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) hatte im Januar betont, dass nach einer Studie 35 Verbindungen einer Landesbuslinie in den Blickpunkt gerückt seien. Die eine Hälfte eines möglichen Betriebsdefizits werde durch einen Landeszuschuss abgedeckt, die andere Hälfte sollen die jeweiligen Landkreise übernehmen, in deren Zuständigkeit die Einrichtung und der Betrieb der Schnellbuslinien falle. Jährlich wolle das Land mit bis zu zehn Millionen Euro unterstützen, hieß es in Hannover.

Kreise müssen Verluste mitschultern

Die Schnellbusse sollen, so der damals vorgestellte, ziemlich ehrgeizige Plan, von 6 Uhr morgens bis abends 23 Uhr im Stundentakt verkehren und mit W-Lan ausgerüstet sein. Ob Zeiten und Ausstattung auch für alle Strecken gelten wird, ließen die Experten noch offen. Ziel sei es, ein flächendeckendes Netz für ganz Niedersachsen zu schaffen, bei dem Buslinien die Bahnstrecken ergänzen, sagte Lies damals.

Der Städte- und Gemeindebund forderte in dem Zusammenhang, dass das Land eine steuernde Rolle beim Aufbau des Busnetzes übernehmen solle.

Ob die Landkreise tatsächlich die neue Buslinien einrichteten, müsse sich allerdings erst zeigen. Schließlich müssten die Kreise auch die entstehenden Verluste mitschultern, zeigte sich der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) im Januar skeptisch.

„Auch darum hoffen wir auf Unterstützung beim Stadtrat und auf möglichst viele Unterschriften von den Bürgern, um den Landkreis die Notwendigkeit einer solchen Linie aufzuzeigen“, betont Eckhard Langanke.

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